Die Klais-Orgel in Münsterschwarzach

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Eine Orgel ist nicht nur ein Musikinstrument, sie ist wie ein lebendiges Organ. Durch ihren Klang erfüllt sie die Herzen der Menschen mit Ruhe und Gelassenheit. Jede Orgel ist in ihrer Form, ihrem Klang und Volumen einzigartig und wird für eine ganz bestimmte Aufgabe gebaut. Eine Kirchenorgel lebt für die Liturgie und die Kirchenmusik. Sie begleitet den Gesang in der Liturgie gibt ihm einen besonderen Rahmen.

Die erste Orgel der Abteikirche Münsterschwarzach wurde bereits 1546 geschichtlich erwähnt. 1581 wurde Matthias Eckstein aus Heidingsfeld mit dem Bau einer neuen Orgel beauftragt. Zunächst wohl als „Schwalbennestorgel“ gebaut, wurde sie 1620 auf die neue Westempore transferiert. Für die 1743 geweihte Basilika von Balthasar Neumann schuf der Würzburger Orgelmacher Johann Philipp Seuffert eine neue Chororgel. Schließlich wurde bei der Neugründung des Klosters im letzten Jahrhundert die Bonner Orgelfirma Johannes Klais beauftragt, für den monumentalen Kirchenbau (1935– 1938) der fränkischen Benediktiner eine neue Münsterorgel zu erschaffen.

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Wie das Münster selbst entstand auch seine Klais-Orgel in einer schweren Zeit. Auftraggeber und Erbauer waren sich der drohenden Kriegsgefahr bewusst und mussten bereits restriktive Bestimmungen des Staates hinnehmen. Beispielsweise konnte der Orgelbauer die Pfeifen nicht wie üblich aus Zinn herstellen, sondern musste auf eine Zinn-Blei-Legierung, die damals „Orgelmetall“ genannt wurde, oder auch auf „Cupal“, Aluminium mit einer einseitigen Kupferauflage, ausweichen. Durch glückliche Umstände während der Kriegszeit und in den Jahren danach wurde die wertvolle Klais-Orgel vor Schäden bewahrt.

Die Klais-Orgel ist eine Chororgel, die zu beiden Seiten des Chorraumes in jeweils drei Nischen untergebracht wurde. Durch ihre Größe ist sie allerdings auch eine raumfüllende Hauptorgel, mit der, dank ausgereifter Gesamtdisposition und einfühlsamer Intonation der einzelnen Register, Orgelkompositionen aller Stil-Epochen gespielt werden können. Das gesamte Orgelwerk umfasst 60 Register mit insgesamt 4.338 Pfeifen. Davon sind allerdings nur 246 Pfeifen in den beiden Prospekten rechts und links sichtbar. Die größte Pfeife ist mehr als fünf Meter hoch und hat einen Durchmesser von 27 cm, die kleinste ist nur vier Millimeter lang und hat einen Durchmesser von 2,5 Millimeter. Bei einer Generalreinigung und Überholung der Orgel anlässlich der Renovierung des Münsters wurde diese ursprüngliche Ausstattung um eine elektronische Setzeranlage mit 96 Kombinationen erweitert. Bei den Gottesdiensten und liturgischen Gesängen begleiten Bruder Clemens Hamberger, Pater Rhabanus Erbacher und Pater Dominikus Trautner die Mönche auf der Orgel.

Dank der meisterlichen Kunst ihrer Erbauer und der Sorgfalt in der beständigen Wartung und Pflege dient sie heute, fünfzig Jahre nach ihrem Entstehen, noch in ungeminderter musikalischer und technischer Qualität – ad majorem Dei gloriam!