Vision

Gründung des Ökorates

Ein ökologisches Zeichen für unser Kloster und seine Umwelt

Im Blick auf das neue Jahrtausend und aus Anlaß des 100-jährigen Bestehens unserer Gemeinschaft (St. Ludwig 1901, Münsterschwarzach 1913) setzen wir ein ökologisches Zeichen für die Zukunft:

Wir machen einen mutigen Schritt zur Nutzung alternativer Energiequellen!

Dieser Entschluß hat eine geistliche Grundlage in unserer benediktinischen Tradition.

Der heilige Benedikt fordert in seiner Regel, mit allen Dingen des Alltags sorgfältig umzugehen und sie geradezu "wie heilige Altargefäße" zu behandeln (RB 31,10; 32,4). Und er mahnt auch zu ehrfurchtsvollem Umgang mit allen Menschen, weil wir in ihnen Christus selbst begegnen (RB 53,1.7.15; 36; 37 u.ö.). Achtsamer Umgang mit der Schöpfung und mit allen Menschen ist deshalb für uns eine Art Gottesdienst und ebenso bedeutsam wie das liturgische Beten: "damit in allem Gott verherrlicht werde" (RB 57,9; 1 Petr 4,11).

Mit der Nutzung alternativer und erneuerbarer Energien wollen wir dazu beitragen, unseren Planeten gesund zu erhalten und den kommenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Es geht uns um ein Leben im Einklang mit der Schöpfung und ihrem Schöpfer, sowie mit den Menschen der heutigen und der kommenden Generationen.

Wir wissen, daß der damit verbundene finanzielle Einsatz keine schnellen Gewinne bringt. Trotzdem sind wir zu diesen Investitionen bereit, um ein nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen und die Ressourcen unserer Welt zu schonen.

Unser Arbeiten mit umweltfreundlichen Energien ist auch eine Botschaft für viele Menschen: für Angestellte, Schüler und Lehrlinge, die täglich zu uns kommen; für Gäste, Touristen und Menschen aus anderen Kontinenten, die immer wieder bei uns sind.

Wir sind überzeugt, daß unser Projekt diese Menschen zum Nachdenken und zur Nachahmung anregt. (Deshalb sind auch Angestellte unserer Werkstätten und Lehrer unseres Gymnasiums im Öko-Rat des Klosters vertreten. Eventuell können Angestellte und Freunde unserer Gemeinschaft auch konkret in das Projekt einbezogen werden, wenn sie bei sich zuhause alternative Energiequellen installieren wollen.)

Ein achtsamer Umgang mit der Schöpfung kann uns auch lehren, achtsamer mit Menschen umzugehen. Damit leisten wir auch einen Beitrag zum Frieden in unserer Gesellschaft und in unserer Welt.

Die geplanten Projekte haben somit nicht nur ökologische und wirtschaftliche Aspekte, sondern sie haben eine geistliche Grundlage und eine Perspektive, die den ganzen Menschen und die Gesellschaft im Blick hat und sie zur Verantwortung für Umwelt und Menschen führen will.

Abtei Münsterschwarzach
am Fest der Menschwerdung Gottes 2000

+ Fidelis Ruppert OSB
Abt von Münsterschwarzach

P. Anselm Grün OSB
Cellerar der Abtei