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4. Fastensonntag

Lesungen des Tages: Jos 5,9a.10-12; 2 Kor 5,17-21; Lk 15,1-3.11-32

Aus dem Evangelium:
Lk 17,12ff
Lk 17,12ff
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Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden (Lk 15,32).

Gedanken zum Tage: „Auf einen Weg gestellt“ – Mit dieser Formulierung umreiße ich, was die Erzählung vom gütigen Vater und dem verlorenen Sohn als Ganzes vermitteln will: Der Mensch ist ein unabgeschlossenes, nach vorn hin offenes Wesen. Jede statische Aussage, die den Menschen in Formeln und Definitionen festmachen will, greift zu kurz. […]

Der verlorene Sohn ist in der Erzählung an keiner Stelle abschließend „definiert“. Er ist es nicht in der Situation vor seinem Exodus, da er sich unreflektiert im Haus des Vaters zu Hause wissen konnte, noch später. Er bleibt auch nicht festgelegt als derjenige, dem es auf Eigenständigkeit und Freiheit ankommt, der sich deshalb sein Erbe auszahlen lässt (was übrigens in der Erzählung nicht als Unrecht bezeichnet wird). […]

Unsere Lebensgeschichte (und Menschheitsgeschichte!) hat noch nicht ihr definitives Ende gefunden. Sie kann darum noch nicht abschließend bewertet werden. Darum verbietet die christliche Menschensicht eine Wertung des Menschen allein aus dem Hier und Jetzt. Sicher, es gibt Erfahrungswerte, die uns Irrwege bei uns selbst und bei anderen als solche erkennen lassen. Es gibt Geprägtheiten durch schlechte Gewohnheiten und Sünden, die nur schwer zu verändern sind. Aber in einem ganz tiefen Sinn ist jeder Mensch in seiner individuellen Heilsgeschichte bis zum letzten Atemzug offen für Gott. (Bischof Dr. Joachim Wanke)

 

 
 
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