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Predigt von Erzbischof Paul Khumalo, Pretoria

Liebe Brüder und Schwestern!
Ich bringe Grüße für jeden und jede von Euch aus Südafrika, und ich grüße manche unter Euch zum dritten Mal hier in Langen! Zum ersten Mal kam ich als Generalvikar der Mariannhiller Missionare zum neunzigsten Sterbetag von Abt Franz Pfanner.
Fünf Jahre später kam ich zusammen mit der südafrikanischen Buyela Jugendgruppe von Mariannhill. Und heute komme ich zum dritten Mal, und zwar, zum Anlass der Hundert-Jahr-Feier der Gründung der Kongregation der Mariannhiller Missionare und des hundertsten Todestages von Abt Franz Pfanner.
Erzbischof Paul Khumalo
Erzbischof Paul Khumalo
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Es wird nicht allen bekannt sein, dass dies durch die Trennung einer Gruppe von Mönchen vom traditionellen Trappisten-Orden geschah. Es war der Traum von Abt Pfanner, dem Auftrag der Kirche zu folgen und das Evangelium zu den Menschen zu bringen, in die Welt hinauszugehen, statt in der Abtei abgeschlossen zu sein.
Dass sich dieser Traum erfüllt hat, kann man daraus sehen, dass ich heute als südafrikanischer Mariannhiller Missionar vor Euch stehe. In letzter Zeit war ich für sieben Jahre Missions-Bischof der Diözese Witbank, im Osten von Johannesburg, und seit Jahresanfang bin ich Erzbischof der Hauptstadt Pretoria in Südafrika.
Bei allen drei Besuchen hier war ich beeindruckt vom Herrn Bürgermeister und der herzlichen Aufnahme, die er uns gab. Ich bin auch erbaut vom Missionseifer der Gläubigen von Vorarlberg und ihres Sohnes Franz Pfanner.
Wir hoffen, dass er eines Tages heilig gesprochen wird und sind an den Vorarbeiten für den Heilig-Sprechungs-Prozess. Sein Charakter, seine Beziehung zur Kirche und sein ungeheuerlicher Eifer sprechen dafür. Wir schauen auf zu Abt Pfanner als ein Vorbild und müssen daher die Frage stellen: Wenn dieser Sohn Eures Landes sich so ganz hingab, warum können wir nicht auch heutzutage großherzige Menschen haben vom selben Erdreich?
Der Glaube ist allgemein leider nicht mehr so tief als vor hundert Jahren. Es muss aber trotzdem unter Euch junge, großzügige Menschen geben, welche verstehen, dass andere Christus erst kennen lernen müssen! Wir brauchen junge Menschen, welche sich berufen fühlen und darauf eingehen, wie Franz Pfanner, was die Geburt der Mariannhiller Missionare zur Folge hatte.
Die Kirche braucht Menschen, welche mit Gott einen Bund der Treue schließen, von welchem die heutigen zwei Lesungen sprechen. Als Ausdruck des Bundes zwischen Gott und Seinem Volk beauftragte Moses gewisse junge Israeliten, Brandopfer darzubringen. Vielleicht soll ich unter Euch ein zweiter Moses sein und den einen oder anderen heraus fordern, ein radikales „Ja“ zu Gott zu sprechen, und sich Ihm ganz hinzugeben.?
Die Mariannhiller Missionare sind dankbar, dass sie mit der universalen katholischen Gemeinschaft verbündet sind. In diesem Sinne kamen wir heute auch hier zusammen und sind so mit der ganzen Kirche vereint. Und wir sind alle besonders verbunden in der Eucharistie, in der vollen Teilnahme an der heiligen Messe. Da wird immer wieder gegenwärtig, was uns der Heilige Markus im heutigen Evangelium vom letzten Abendmahl berichtet: „Nehmt, das ist mein Leib, das ist mein Blut des Bundes, … sagt Jesus; „tut dies zu meinem Gedächtnis“, fügt der Evangelist Lukas an. Und Markus überliefert uns auch die folgenden Worte Jesu: „Mit Sehnsucht habe ich verlangt, dieses Ostermahl mit euch zu essen.“
Was heißt das anders, als dass Christus schwer darauf gewartet hat, sich auf dieser besonderen Weise den Jüngern hinzugeben? Was heißt das anderes, als dass Er bei jeder heiligen Messe schwer auf uns wartet, in der heiligen Kommunion auf uns zugeht und sich mit uns vereinigen will? Gehen auch wir auf Ihn zu, oder lassen wir Ihn umsonst warten – bei der Messe, bei der Anbetung, bei der Fronleichnams-Prozession? Darauf Antwort zu geben, ist Eure ‚Hausaufgabe’!
Corpus Christi, der Leib des Herrn, Christus in der Eucharistie, das war einer der Schätze von Abt Pfanner. Er förderte zum Beispiel die Anbetung der Allerheiligsten im Monat Juni sehr, wenn Christus auch unter dem Symbol des Heiligsten Herzens Jesu besonders verehrt wird.
Dazu erzähle ich Euch ein Beispiel , wie Abt Pfanner Zuflucht zum Herzen Jesu nahm:
Unruhen brachen aus, und die Abtei von Mariannhill wurde umzingelt. Pfanner wandte sich inständig an das Heiligste Herz Jesu und versprach, eine Gedenkkapelle zu errichten, wenn sie verschont bleiben würden. Beides trat ein, und jedes Jahr wird dort ein Fest-Gottesdienst gehalten.
Diese Feier, wie jegliche andere der Kongregation, begehen wir Mariannhiller zusammen mit den Schwestern vom Kostbaren Blut, welche sich auch immer nach dem Ziel von Abt Pfanner ausrichteten. Er wusste, dass zum Leben der Kirche nicht nur Priester notwendig sind, sondern auch Brüder und Schwestern.
Sein Ziel war, Licht zu bringen, en Menschen vom dunklen Kontinent Afrika das Licht Christi zu bringen. Sein letztes Wort war: „Licht!“ Und sein Ziel, seine Idee wurde verwirklicht: Das Licht Christi wurde sichtbar in einheimischen Berufungen. Pfanner’s  Idee ist nicht gestorben; er entfachte das Licht für viele junge einheimische Menschen, welche früher im Hintergrund standen. Dem Abschluss vom Jahr des Heiligen Paulus, am 29. Juni, folgt die Afrika-Synode in Rom. Die Einberufung derselben durch Papst Benedikt zeigt, dass wir Afrika nicht mehr als dunklen Kontinent bezeichnen brauchen, sondern dass Afrika das Licht trägt, welches Abt Pfanner im Sterben voraus sah.
Das braucht aber noch immer Licht-Träger. Der Heilige Paulus schreibt im Bezug auf Ungläubige: ‚Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben, und wie sollen sie hören, wenn niemand predigt?’ Vielleicht gibt es unter Euch zukünftige Prediger, oder Brüder und Schwestern! Beten wir darum! Und loben und preisen wir Gott Allerheiligsten Sakrament des Altares! Er segne Euch Alle!

 
 
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