Missionare von Mariannhill in DeutschlandBereits seit der Gründung des Klosters Mariannhill in Südafrika sandte Abt Franz Pfanner Trappistenbrüder nach Europa. Sie hielten Kontakt mit Freunden und Förderern der Mariannhiller Mission in Südafrika und sammelten Spendengelder. 1889 wurde in Würzburg ein Haus erworben. 1898 konnte in Köln eine weitere wichtige Vertretungszentrale aufgebaut werden. 1911 gelang es P. Notker Vorspel in Lohr am Main ein Konvikt zu eröffnen, das seit 1922 als Missionsseminar Aloysianum geführt wird. 1920 wurde das Missionshaus St. Josef in Reimlingen eröffnet. Diese Niederlassung wurde bald zu einem wichtigen Standort für die Mariannhiller Missionare ausgebaut. Seit 1922 besteht die Druckerei, die heute auf dem modernsten Stand eingerichtet ist. In den verschiedenen Häusern in Reimlingen waren bald Postulat und Noviziat, ein Studienhaus und eine Schule mit Internat untergebracht. Die Landwirtschaft sorgte für den Unterhalt der Mariannhiller und Schüler in Reimlingen. 1927 wurde in Würzburg der Bau eines Priesterseminars begonnen, das bereits 1929 bezogen werden konnte. Nun konnten die Mariannhiller an einem zentralen Ort ihre theologischen Studien betreiben. Teilweise war auch der Lehrbetrieb im Piusseminar, aber zumeist studierten die jungen Mariannhiller an der Julius-Maximilians Universität in Würzburg. Die kirchenfeindliche Politik der nationalsozialistischen Regierung hemmte zunächst in Deutschland die Entwicklung der Kongregation und brachte sie in den späten Jahren beinahe zum Stillstand. Mit dem einsetzenden Kirchenkampf wurden auch die Mariannhiller Niederlassungen in ihrer Aufbauarbeit zurückgeworfen. Der Zweite Weltkrieg führte zu einem Personalrückgang und zu einem Zusammenbruch einiger Niederlassungen und durch deren Beschlagnahme zu deren vorläufigen Ende. Nach dem Krieg konnten jedoch die Missionshäuser und Vertretungen in Deutschland wieder eröffnet werden. Mit den politischen und kirchlichen Neuaufbrüchen im Nachkriegsdeutschland konnte die Mariannhiller energisch an den Neuaufbau der Deutschen Provinz gehen. Dabei war wichtig, dass das Reichskonkordat von der römischen Kurie als weiterhin gültig erklärt wurde. Somit waren die Ordensschulen als konfessionelle Schulen erneut im Bestand durch den Staat gesichert, und der Kongregation gelang es sogar das Schul- und Internatswesen noch weiter auszubauen. Heute besteht neben dem Seminar Aloysianum in Lohr das Gymnasium Maria Veen in Trägerschaft der Kongregation als einzige Schule in der Deutschen Provinz. Das Trappistenkloster Maria Veen im Münsterland wurde 1952 erworben und entwickelte sich zu einem Gymnasium mit heute fast 900 Schülerinnen und Schülern. 1951 wurde das Kloster Mönchsdeggingen als Noviziat für die angehenden Priester erworben. Hier war zwischenzeitlich auch das Generalat untergebracht, das seit 1970 in Rom ansässig ist. Die Missionshäuser der Mariannhiller Missionare in Deutschland können ihre Vergangenheit nicht abstreifen, sondern stehen in der Geschichte ihrer Entwicklung. Die ursprüngliche Aufgabe der Niederlassungen wandelte sich immer wieder durch veränderte Situationen. Heute übernehmen die Mariannhiller viele pastorale Aufgaben, die im weitesten Sinn der missionarischen Sendung der Gesamtkirche und damit der Kongregation aufgetragen sind. |