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Der Mann mit der Bärenstimme

PATER REGINALD WEINMANN (1889 – 1961)

Die Schwarzen im südlichen Afrika liebten es von jeher, ihren Mitmenschen Spitznamen zu geben. Viele Missionare haben von ihnen solche erhalten; manche sind witzig, andere enthalten verdeckte Kritik, wieder andere haben gleich mehrere Bedeutungen.
P. Reginald Weinmann CMM
P. Reginald Weinmann CMM
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Pater Reginald Weinmann wurde ausgiebig bedacht: die drei „Spitznamen“, die er in Südafrika erhalten hatte, kennzeichneten auch seinen Charakter. Die Schwarzen nannten ihn „indoda yamadoda“ (einen echten Mann), „iqhawe“ (den Tapferen, den Kühnen) und „ubhodladhodla“ (den Mann mit der Bärenstimme). Alle drei sagen etwas über ihn aus: er hatte eine tiefe Stimme und er war ein wagemutiger und aufrichtiger Mensch; er fürchtete sich vor nichts und niemandem.
Geboren wurde er in Schmachtenberg bei Zeil/Main – am 27. November 1889. Schon sehr früh verlor er beide Eltern und kam kurz danach ins Waisenhaus der Sternschwestern in Würzburg. Als Jugendlicher erlernte er das Schreinerhandwerk. Kurz nach der Gesellenprüfung meldete er sich bei den Trappisten-Missionaren in Mariannhill. Zusammen mit dem späteren Bischof Adalbero Fleischer und mehreren anderen Brüder-Postulanten reiste er 1908 von Würzburg aus gen Süden. Am 8. Dezember des gleichen Jahres erhielt er das Ordenskleid, doch schon im kommenden Jahr wurde Mariannhill vom Ordensverband der Trappisten getrennt und Mutterhaus einer selbständigen Missionsgemeinschaft.
Das brachte für den jungen Novizen eine neue Chance; auf Wunsch seiner Oberen studierte er jetzt Theologie. Am 25. Januar 1917 wurde er in Mariatrost zum Priester geweiht. Auf der gleichen Station trat er seine erste Kaplanstelle an.
Von 1920 bis 1922 war er Rektor in St. Michael/Natal; dann wurde er Superior in Mariannhill und Dekan des gleichnamigen Missionsbezirks. Es folgten weitere Missionsstationen: Ratschitz, Umtata und Mariazell am Fuße der Drakensberge. Er wurde Propräfekt von Umtata und Provinzial der Missionare von Mariannhill im südlichen Afrika. Auf dem Generalkapitel in Würzburg (1932) wurde er zum Generalsuperior gewählt. (25 Jahre lang hielt er diesen verantwortungsvollen Posten inne; die Kriegsereignisse zwangen dazu.)
1935 musste er Würzburg (bis dahin Sitz des Generalsuperiors) verlassen; schon zweimal war er von Nazibeamten verhaftet worden. Kurz entschlossen und in Hast packte er die wichtigsten Akten und reiste bei Nacht und Nebel in die Schweiz; so entkam er den „braunen Häschern“, die erneut zuschlagen wollten. Später siedelte er nach Riedegg/Österreich über, wo inzwischen eine Niederlassung für die Missionare von Mariannhill gekauft worden war. Aber auch hier durfte er nicht lange bleiben; in der Nacht des Einmarsches der deutschen Truppen (1938) floh Pater Reginald abermals über die Grenze in die Schweiz, wiederum die wichtigsten Aktenstücke bei sich tragend. Bald folgte er der Einladung seines Freundes Kardinal Hinsely von London und schlug sein neues „Lager“ in einem alten Priorat in Hatfield-Peverel bei London auf. Von hier aus konnte er auch während der Kriegsjahre die Missionare im südlichen Afrika betreuen. 1947 wurde Pater Reginald abermals zum Generalsuperior gewählt, auf zehn Jahre. Nach dieser zweiten Amtszeit erklärte er sich bereit, wieder in Südafrika zu wirken. In Park Rynie am Indischen Ozean pastorierte er mit großem Eifer. Ein Autounfall mit nachfolgendem Schlaganfall setzte seinem segensreichen Wirken ein Ende. Es war am 6. September 1961.
Alle, die ihn kannten, schätzten seine Aufrichtigkeit, seinen „gesunden Hausverstand“, seinen Mut, auch unpopuläre Dinge in Angriff zu nehmen, wenn er einmal überzeugt war, dass sie vollbracht werden müssten. Pater Reginald hat die Gemeinschaft der Missionare von Mariannhill durch eine sehr schwere Zeit geführt. Dabei gelang es ihm, den so gefürchteten Henkern des Hitlerregimes immer wieder zu entkommen.
 

 
 
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