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Pater Thomas Heisele CMM berichtet am 24. Oktober 2005 folgendes:

Noch nie hatte ich einen so kurzen Heimaturlaub wie dieses Mal. Bruder Reinhold, unser Missionsprokurator hatte auf den Tag genau mein Flugbillet bestellt. Drei Monate waren es.
Aber davon gingen drei Wochen – praktisch ein Monat – ab, die ich in Bad Wörishofen verbrachte. Diese Zeit gönne ich mir jedes Mal, wenn ich auf Heimaturlaub bin. Das sechste Mal ist es schon, dass ich bei den guten Mallersdorfer Schwestern im Josefsheim war. Wenn Sie sich mal was wünschen dürfen, dann sollten Sie sich einen Aufenthalt dort wünschen. Und wenn Sie selber nichts von Kneipp halten und kaltes Wasser verabscheuen, aber dafür Ihre bessere Hälfte davon begeistert ist, dann dürfen Sie auch ohne Anwendungen eine gute Zeit dort verbringen. Die Allgäuer Küche ist ja auch nicht zu verachten. Und Ihre Frau Gemahlin erhalten Sie 10 Jahre jünger und wenigstens 10 kg leichter zurück.
Beinahe eine Woche verbrachte ich in Berlin. Meine Schwester und ihr Mann hatten mir eine Busfahrt spendiert mit einem Hotelaufenthalt neben „Unter den Linden“/Friedrichstraße. In meinen jüngeren Jahren, da ich mit meinem Fahrrad viel unterwegs war, gab es noch den Eisernen Vorhang. Zusammen mit Pater Joachim Gierich, der heute in Herrsching tätig ist, kamen wir bis Bremen und Helgoland, um dann weiter nach Holland und Belgien zu radeln für die Weltausstellung damals. (Danach gingen wir beide ins Noviziat.) Zwar ist Berlin eine Reise wert, aber trotzdem; die Schlange vor dem Reichstagsgebäude war doch zu lang. Da haben wir dann lieber das Ka(aufhaus)De(s)We(stens) besucht. Da soll es über 1200 Käsesorten zu kaufen geben. Gezählt habe ich sie zwar nicht, ob es auch stimmt, aber dem Düftle nach hätte es schon wahr sein können.
Dann kam noch die Zeit, die ich im gastfreundlichen Würzburg verbrachte. Es war sehr schön dort bei meinen Mitbrüdern im Pius Seminar; sozusagen ein Urlaub im Urlaub. Auf dem Programm standen jedoch Besuche beim Zahnarzt, Augenarzt und eine Generalüberholung im Missionsärztlichen Tropeninstitut. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste und mir geht es wie einer Dame, die mit zunehmenden Alter jeweils eine entsprechend längere Zeit zum Schönmachen vor dem Spiegel benötigt. Nächstes Mal jedoch wird sich die Zeit etwas verkürzen; denn der Augenarzt sagte mir, dass er mit seiner Weisheit am Ende sei. So esse ich halt jeden Tag meinen Spinat als Frühstück, um den Alterungsprozess der Augen zu verlangsamen.
Am Donnerstag nach der Abendmesse im Konvent kam die Oberin von ihrem Heimaturlaub zurück. Sie meinte auch, der Urlaub sei schon recht kurz gewesen. Sie war nur zwei Monate daheim. Da war ich dann lieber still mit Klagen, da ich doch drei Monate hatte.
Gestern feierte ich Hl. Messe in St. Martin, Mahlongwa. Mir hat es so gut getan, dass ich es den Leuten sagen musste. Ich bin nicht gut im Loben. Vielleicht wurde ich deshalb immer wieder mit Klatschen unterbrochen? Erziehungsmethoden gibt es hier! Jedenfalls die Kirche war voll, auch eine gute Anzahl Männer. Über eine Stunde lang Beichthören und dann die Hl. Messe! Die Prozessionen, zuerst mit dem Evangelienbuch und nachher mit dem Opfergeld, waren einfach wunderbar und mitreißend. Schon der Gesang allein und dann noch begleitet von Trommel und Triangel und die Bewegung der Leute, viele im Tanzschritt, auch die umfangreicheren Großmütter, die noch oft s’ Enkele mit vorbrachten, das dann auch sein Opfergeld ins Körbchen legen durfte. Das kann man nicht beschreiben, da muss man dabei gewesen sein. Jedenfalls wusste ich, ich bin wieder in Umzinto. Am nächsten Sonntag, am 30sten, gehen wieder die Taufen an. Hier in Umzinto sind es so um die vierzig und dazu kommen noch ein paar Babys
(weil man schon dabei ist). Deshalb haben wir zwei Messen wie früher, 8 Uhr Englisch und dann um 10 Uhr mit der Taufe in Zulu. Die Englisch sprechenden Erwachsenen hatte ich in der Osternacht und die Kinder wurden schon als Babys getauft. Zur Feier der Erstkommunion an Allerheiligen kommen dann alle zusammen. Dann kommen die anderen Gemeinden dran. Jede braucht ein Datum, an dem die Kandidaten geprüft werden (zwei der Englisch sprechenden konnte ich nicht zulassen und musste sie auf 2006 vertrösten) und eines für die Taufe und für die Erstbeichte und die Erstkommunion und die zweite Erstbeichte. Die zweite „Erste“ soll den Neulingen helfen, regelmäßig zum Beichten zu kommen. „Das Sündigen geht schon ohne Hilfe“.
Beim Prüfen fragte ich einen kleinen Buben, was denn alles für eine gute Beichte nötig sei? Seine Antwort: „Also, zuerst muss ich einmal sündigen!“. Sie sehen, ich bin wieder an der Arbeit und es macht mir Freude. Euch allen, die mich dabei finanziell und mit dem Gebet helfen, sage ich ein recht herzliches Danke und Vergelt’s Gott. Mit vielen Grüßen und besten Wünschen Ihr dankbarer P. Thomas
Das Pfarrhaus? Ja, da muss ich noch etwas warten, bis der Spartopf „voller“ ist. Später mehr darüber.

P. Thomas Heisele schreibt aus St. Anne’s Parish, Umzinto, (11.April 2005):

 Da dachte ich jetzt doch, dass mit der neuen Kirche die Arbeit leichter wird, aber im Gegenteil: Sie wird mehr! Manche Anleitungen und Unterlagen müssen geändert werden, da wir jetzt mehr Platz haben im Altarraum. Neue Fragen stehen auf, die entschieden werden müssen und wie oft musste ich schon zum hl. Antonius beten: „Heiliger Antonius, kreuzguater Ma, i han was verlora, fir Du mi dra na.“ In der alten Kirche wusste ich halt, was wo ist.
Mit dem neuen Kirchenjahr haben wir, das ist Frau Theresa Moodley und Rosemary Pillay, meine beiden Sakristaninnen und ihr „Assistant Sacristan“ Miss Melissa Rangasamy, fein säuberlich alles in Schachteln verpackt und beschriftet, sodass beim nächsten Mal alles griffbereit da ist. (An Weihnachten mussten wir lange für den Jesus suchen für die Krippe! Was wäre die Krippe ohne Ihn?)

Um es kurz zu sagen, es hat leider nicht gereicht für einen Osterrundbrief. Deshalb konnte ich auch meinen Termin am 18. 3. 05 mit meinen Wohltätern nicht einhalten. Schon vergessen? In meinem Weihnachtsrundbrief schrieb ich, dass ich am 18. 3. 05 „wieder mit Jammern und Betteln anfangen kann.“ Das Jahr der Ruhe und „Schonzeit“ sei dann vorbei und wir schauen aus für das nächste Projekt: Pfarrhaus, wie bemerkt auf der Ansichtskarte, die die neue Kirche zeigt. Trotz allem, einige meiner Wohltäter benötigten keine Schonzeit. Wie ich das Betteln nicht lassen kann, so können sie anscheinend das Geben nicht lassen. So wollen wir also wieder einmal den Hut herumreichen und eine neue Sparte im monatlichen Bericht an die Diözese einführen: „Pfarrhaus.“

Ich schreibe Diözese, da wir zurzeit keinen Bischof haben. Bischof Paul Themba Mngoma ist gesundheitshalber zurückgetreten. Mit dem Begriff „gesundheitshalber“ wird manchmal gnädig ein Tuch über andere Gründe eines Rücktritts ausgebreitet. Nicht so mit unserem Bischof. Als sein ehemaliger Generalvikar weiß ich, wie er all die Jahre hindurch an seiner Arthritis litt und trotzdem weiter seine Arbeit erledigte. Vielleicht haben einige von Euch seine Unterschrift gesehen. Sie sieht etwas klobig und unbeholfen aus. Der Grund: Er musste um sein Schreibzeug, um es halten zu können, Hansaplast herumwickeln, um es dicker zu machen, sonst hätte er überhaupt nicht unterschreiben können. Unser Weihbischof, Mlungisi Pius Dlungwane, der meine Arbeit als Generalvikar übernahm, wurde von Rom als Administrator ernannt.

Ich schreibe Rom, weil unser Papst Johannes Paul II. gestorben ist. Am Sonntagmorgen fragte mich Theresa, ob wir ein besonderes Gebet haben für unseren Papst, und ich sagte nein, wir nehmen ihn wie sonst in unsere Fürbitten hinein. Sie nahm an, dass ich die Todesnachricht schon gehört hätte. So feierten wir die 8 Uhr Messe für unseren Papst.

In der gleichen Messe segnete ich auch das Bild des Göttlichen Erbarmens (Divine Mercy), der Barmherzigkeit der Schwester Faustina, nachdem wir am Tag zuvor die erste Novene beendet hatten. Auf meinen Anruf kamen so um die 20 Leute mit ihrem Bild vor den Altar, um es auch gesegnet zu haben.

Nachher kam ich dann in Schwierigkeiten, da ich keine Bilder mehr hatte. Die kleine Ausgabe habe ich schon, aber die Leute möchten die größere (27 x 60 cm), um das Bild zuhause aufhängen zu können und für drei Außenstationen würde ich noch die ganze Ausgabe (41 x 90 cm) benötigen. Mein Mitbruder von der Schweiz, Pater Franz Xaver Wettstein CMM, von dem ich die anderen Bilder erhielt, hat leider nichts mehr und die Bilder in Postkartengröße sind in Deutsch. Ob da sich jemand unser erbarmt?

Für den 28. April habe ich schon den Anfang einer Novene vorgemerkt, die dann am Herz-Jesu-Freitag zu Ende kommt. Am ersten Freitag im Monat kommen die Mitglieder vom Herz-Jesu-Verein für die 10 Uhr Messe und ich möchte sie für die Verehrung des Bildes warm machen. Ich hoffe, auf diese Weise im Sinne unseres verstorbenen Papstes zu handeln, der ja Schwester Faustina als erste Person im 3ten Millennium selig gesprochen hat. (Sagte eine meiner Damen beautified anstatt beatified. Wir haben alle recht herzlich gelacht, da sich die Damen gewöhnlich selber schön machen (= beautify) ohne Mithilfe des Papstes, der selig macht (beatify = beatum facere), bzw. erklärt).

Letzten Sonntag, am 10. April, wurden die Religionslehrer für 2005 installiert und die neue Erstkommunionsgruppe offiziell der Gemeinde vorgestellt. Kinder wie Lehrer sind schon einige Zeit aktiv, aber es zeigte sich von Vorteil, sie der Gemeinde zu zeigen. Das gibt Rückhalt für die Kinder und Lehrer wie auch Eltern und Taufpaten und die ganze lokale Gemeinde. Und der Segen Gottes ist auch nötig, besonders in unseren Tagen.

Diesen Segen Gottes wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen. Herzliche Grüße und alles Gute! Ihr dankbarer P. Thomas

 

 
 
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