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Der Gehorsam

Christus kam, den Willen des Vaters zu tun. Im Gehorsam gegen ihn war er bereit, zu dienen und sein Leben hin zu geben als Lösegeld für viele 8Joh 6,38; Mt 20,28). Ihn wissen wir als den einen Herrn und Meister über uns. Unter einander verstehen wir uns als Brüder (Mt 23,8).

Nach dem Vorbild Christi bemühen wir uns, immer wieder den Willen Gottes zu eforschen und in gehorsamer Liebe aus zu führen. Gott bekundet seinen Willen auf verschiedene Weisen: durch die Zeichen der Zeit, die Nöte der Menschen, den einzelnen Mitbruder, die Gemeinschaft, besonders aber durch die Kirche und unsere Obern.

Das Gelübde des Gehorsams verpflichtet uns,

  • die Konstitutionen getreu zu beobachten;

  • den Obern Gehorsam zu leisten, wenn sie in Übereinstimmung mit den Konstitutionen etwas anordnen;

  • uns der Kongregation und ihrem Werk zur Verfügung zu stellen.

Dem Papst als dem höchsten kirchlichen Obern unserer Kongregation schulden wir Gehorsam auch auf Grund unseres Gelübdes.
Unsere Verpflichtung zum Gehorsam schließt keineswegs die freimütige Darlegung der persönlichen Meinung und Überzeugung aus, erfordert aber, die eigenen Interessen und Wünsche hintan zu stellen und daran mit zu arbeiten, dass die Aufgabe der Gemeinschaft erfüllt wird.

Ein höherer Oberer kann aus schwerwiegenden Gründen unter Berufung auf das Gelübde des Gehorsams einen Befehl gemäß den Konstitutionen erteilen. Ein solcher Befehl hat schriftlich zu erfolgen. Wenn immer möglich soll der Obere zuvor seinen Rat anhören.

Alle Mitbrüder sind für das Gesamtwerk der Kongregation verantwortlich. Sie tragen die Verantwortung mit, indem sie nicht nur gemeinsam überlegen, beraten und planen, sondern sich auch nach Kräften an der Durchführung beteiligen und eigene Initiativen entwickeln.

Grundlage gemeinsamer Verantwortung sind ausreichende Informationen. Mittragen und Mitplanen setzen Mitwissen voraus.

Der Obere betrachtet sein Amt als Dienst an den Brüdern und an der Gemeinschaft. Er ist offen für ihre Anliegen und hilft ihnen, ihre Berufung zu leben und ihr treu zu bleiben. In allem lässt er sich von der Hochachtung vor der menschlichen Persönlichkeit leiten (PC 14).

Der Obere muss mit der Mitarbeit und Unterstützung aller rechnen können. Er wird versuchen, in vertrauensvollem Gespräch mit den Einzelnen den Willen Gottes zu erkennen, die schöpferischen Kräfte der Mitbrüder zu wecken und für die Gemeinschaft und ihre Aufgaben fruchtbar zu machen. Sein Recht zu entscheiden wird nicht angetastet.

Der von uns gelebte Gehorsam trägt zur Entfaltung der Persönlichkeit bei. Er führt zur Freiheit der Kinder Gottes (PC 14) und fördert die Einheit. Unseren Mitmenschen bieten wir damit eine Orientierung für ihr Verhalten zu einander.
 

 
 
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