Angola: Ereignisse und Entwicklungen 2001 2001, 09. Jan.
Regierungstruppen haben Angriffe der UNITA bei Quimbele und Damba, 400km nordöstlich von Luanda, zurückgeschlagen. 40 Rebellen sollen getötet worden sein. 2001, 11. Jan. Die Regierung betont, sie ist nicht zu Friedensgesprächen bereit, solange die UNITA sich nicht an das Abkommen von 1994 hält. 2001, 21. Jan. Ölförderung in der Nähe von Benguela wird von einer Gruppe Ökologen abgelehnt. Die Provinzregierung will eine Studie in Auftrag geben. 2001, 30. Jan. Regierung will Zwangsrückführung von Flüchtlingen in ihre Heimatgebiete durchsetzen. 2001, 01. Feb. Regierungstruppen halten Angriffen von UNITA auf Uige (im Nordosten Angolas) stand. UNITA versucht seine Position im Norden zu stärken. UNITA gibt den Abschuss eines Militärflugzeuges der Regierung bekannt, alle 22 Passagiere seien umgekommen. 2001, 04. Feb. Etwa 600 UNITA-Rebellen sollen sich im Rahmen einer versprochenen Amnestie den Behörden in Huambo gestellt haben. 2001, 10. Feb. Sicherheit an den Grenzen ihrer Länder besprachen in Lusaka die Präsidenten von Angola, Namibia und Sambia. Hierbei ging es besonders um Aktionen der UNITA-Rebellen in Angola. 2001, 20. Feb. Trotz des großen Einkommens aus Ölvorkommen und Mineralienabbau reduziert der Staat die Ausgaben für Gesundheit und Schulerziehung. Internationale Hilfsorganisationen beklagen die Korruption und die immensen Aufwendungen der Regierung für den Krieg. 2001, 21. Feb. Angolanische Soldaten sollen ein Grenzdorf in Namibia geplündert haben. 2001, 06. März Kibaxi, eine Stadt die kürzlich von den UNITA-Rebellen eingenommen worden war, ist von der Regierungsarmee zurückerobert worden. 8000 Personen werden vermisst. 2001, 06. März Nach Angaben von UNICEF stirb in Angola jedes dritte Kind vor dem Erreichen des sechsten Lebensjahres. 2001, 16. März Nach Kuito geflüchtete 10000 Menschen sind dort obdachlos. Starke Regenfälle der letzten Zeit tragen zu verschmutztem Trinkwasser und so zu vermehrten Infektionen bei. 2001, 23. März UNITAs Führer Savimbi fordert einen Dialog mit der Regierung und die Wiederbelebung der Friedensinitiative von 1994. 2001, 26. März Eine Verbesserung der Gesundheitsfürsorge betreiben die katholischen Bischöfe. Sie haben die Gesundheitsministerin Albertina Hamukwaia zu ihrer Vollversammlung eingeladen. 2001, 29. März Die Regierung griff Rebellen in der Enklave Kabinda an, die acht Portugiesen als Geiseln halten. 2001, 30. März EU unterstützt Angolas Kriegsopfer und das Gesundheitswesen mit einer Hilfe von 18 Mio. DM. Zwei Millionen Binnenflüchtlinge sind in Angola auf Hilfe von außen angewiesen. 2001, 30. März 500 Angolaner sind vor Kämpfen der Regierungsarmee mit der UNITA nach Sambia geflüchtet, insgesamt befinden sich zur Zeit mehr als 150000 Flüchtlinge aus Angola im Nachbarland Sambia. 2001, 06. April UNITA stärkt seine Position in der Provinz Bié 2001, 16. April Nach einem Bericht der UNO handelt die UNITA weiter mit Diamanten. 2001, 19. April Mit einer privaten amerikanischen Sicherheitsorganisation will die UNO das finanzielle Netz der UNITA aufdecken. 2001, 23. April Belgische Geschäftsleute sind nach Presseberichten anscheinend stark in Waffengeschäfte mit der UNITA verwickelt. Informationen des belgischen Geheimdienstes seien aber ohne Wert, weil die illegalen Geschäfte nicht auf belgischem Boden stattgefunden hätten. 2001, 03. Mai Neue Bereitschaft zu Friedensverhandlungen hat Präsident dos Santos geäußert und UNITA-Führer Jonas Savimbi zu Vorschlägen aufgefordert. Die Initiative scheint ein Abrücken von der vorher favorisierten militärischen Lösung zu bedeuten. 2001, 07. Mai Eine Offensive der UNITA führt Truppen bis 50 km vor Luanda, in der Stadt Caxito raubten die Rebellen die Lebensmittelvorräte und entführten 60 Personen. 2001, 09. Mai Die katholischen Bischöfe erinnern in einem Schreiben an die Dringlichkeit für einen Dialog. als Reaktion lud der Führer der UNITA, Jonas Savimbi, die katholische Kirche ein, mit der Regierung einen Dialog zu vereinbaren. 2001, 22. Mai UNITA-Rebellen griffen die Stadt Golungo Alto (200 km entfernt von Luanda) an und hielten sie für mehr als einen Tag, bevor sie sich zurückzogen. 2001, 22. Mai UNITA ist zum Waffenstillstand bereit, falls Präsident dos Santos ein Friedensangebot machen sollte. Dos Santos forderte im Gegenzug von den Rebellen einen Termin für den Waffenstillstand und Vorschläge für die Umsetzung des Friedensabkommens von 1994. 2001, 24. Mai De Beers stellt seine Investitionen in der Suche nach Diamanten mit sofortiger Wirkung ein. 14 Monate nach dem der alte Vertrag mit Angola abgelaufen war ist man immer noch nicht zu einem neuen Vertrag gekommen. 2001, 25. Mai Das Hinterland entvölkert sich immer mehr, weil die Menschen glauben, in den Küstenregionen vor dem Bürgerkrieg sicherer zu sein. 2001, 30. Mai Die EU verurteilt die letzten Angriffe der Unita und lobt die Arbeit der Kirchen in der Versöhnung des Landes. 2001, 31. Mai Die Regierung bedauert die Entscheidung von De Beers, die Arbeit in Angola einzustellen, sie will aber weitere Verhandlungen mit De Beers führen. 2001, 07. Juni Die Armee hat nach Angaben der Regierung die Kleinstadt Cachimo an der Grenze zu Kongo erobert, wo sich mehrere Diamantenminen befinden. 2001, 14. Juni Unter den augenblicklich herrschenden Bedingungen wird es keinen Frieden geben, stellte der Führer der UNITA, Jonas Savimbi fest. Die Regierung in Luanda könne nicht auf der einen Seite verkünden: "Fangt die Bastarde und hängt sie auf!" und auf der anderen Seite wolle man Friedensverhandlungen führen. UNITist 1999 zu Guerilla-Kriegstaktik zurückgegangen und ist in 15 von 18 Provinzen Angolas präsent. Die 60 Kinder, die Anfang Mai von UNITA-Rebellen mitgenommen worden waren, seien zurückgeschickt worden. 2001, 18. Juni Bei einem offiziellen Besuch von Präsident Dos Santos in Belgien wurde ein Abkommen unterzeichnet, das das Aufspüren illegal ausgeführter Diamanten erleichtern soll. 70% aller Rohdiamanten wird in Antwerpen gehandelt. 2001, 20. Juni Die Reparatur der Landebahn in Kuito läßt seit zwei Jahren auf sich warten und das Welternährungsprogramm kann deswegen keine großräumigen Flugzeuge einsetzen, um die notleidende Bevölkerung und besonders fast 200000 Flüchtlinge effizient zu versorgen. 2001, 03. Juli UNITA appeliert an die USA und Russland um Hife zur Beendigung des Bürgerkrieges. 2001, 05. Juli Seit mehreren Tagen hat die Armee Stellungen der Rebellen angegriffen und angeblich Muhango wieder erobert. 2001, 08. Juli Ein Journalist vom nationalen Rundfunk ist vom stellvertretenden Leiter der Provinz Huambo erschossen worden. 2001, 03. Aug. Namibia erleidet im militärischen Einsatz in Angola mehr Verluste als offiziell zugegeben, räumt allerdings generell Verluste durch Personenminen ein. 2001, 10. Aug. Das kanadische Bergbauunternehmen Southern Era gemeinsam mit der israelischen Gruppe Welox and angolanischen Partnern will Ende des Jahres den bisher grössten Diamantentagebau der Welt beginnen mit anfangs 400,000 Karat pro Jahr. 2001, 10. Aug. Eine Panzermine der UNITA bringt einen voll besetzten Militärzug zum Entgleisen. Es gab 250 Tote und 151 Verletzte. 2001, 14. Aug. Über 6000 Flüchtlinge sind aus Angola in die DRC (Demokratische Republik des Kongo) geflohen. 2001, 14. Aug. Appell der katholischen Kirche an Regierung und Rebellen, einen sofortigen Waffenstillstand zu vereinbaren und Friedensgespräche zu beginnen. 2001, 23. Aug. President José Eduardo dos Santos verkündet vor dem Zentralkommitee der Regierungspartei MPLA dass er nicht mehr Kandidat für die nächsten Wahlen sein wird, die in 2002 oder 2003 stattfinden werden. 2001, 24. Aug. UNITA Rebellen töten sechs Soldaten der Namibischen Defence Force (NDF), die gemeinsam mit Regierungstruppen in der südlichen Provinz Cuando Cugango kämpfen. Bei einem Angriff auf einen Convoy von Bussen werden 50 Menschen getötet. 2001, 4. Sept. Eine Delegation der ökumenischen Friedensbewegung COIEPA unter Leitung von Erzbischof Dom Zacarias Kamwenho besucht kirchliche Stellen in Deutschland. COIEPA will beide Seiten im Krieg zu einem Waffenstillstand und zu einem offenen Dialog bewegen. Gebets- und Fastenaktionen, die von weiten Teilen der Bevölkerung mit getragen werden, begleiten die Bemühung. 2001, 18. Sept. UNITA hat eine neue Offensive gestartet. Absicht scheint, günstige Ausgangspositionen für neue Verhandlungen zu haben. 2001, 25. Sept. UNITA Rebellen unterbrechen die Stromversorgung der Hauptstadt Luanda 2001, 15. Okt. Trotz eines internationalen Embargos werden täglich Diamanten im Wert von einer Million US Dollar aus Angola geschmuggelt, laut eines UN Berichts. 2001, 22. Okt. Erzbischof Zacarias Kamuenho wird für den Sakharow Preis des Europäischen Parlaments nomminiert. 2001, 11.Okt. Angola hat in den letzten zwei Jahren seine Diamantenproduktion verdoppelt. 2001, 06. Dez. Kofi Annans Afrikaberater, Ibrahim Gambari, in Angola zu Verhandlungen über ein neues Friedensabkommen. |