Angola: Geschichte in Auszügen 14. Jh.
Nimi a Lukeni gründet im nördlichen Gebiet des heutigen Angola um die Hauptstadt M'banza Kongo das Königreich Kongo. 1483 Die Portugiesen nehmen erste Handelsverbindungen auf. Erste Versuche der Missionierung. 1491 Taufe des Königs Nzinga Nkuwu. Sklavenhandel der Portugiesen ruft die Feindschaft des Kongo-Königreichs hervor. Bis 16. Jh. Bantu-sprechende Völker wandern in die schon von anderen Volksgruppen vor ihnen besiedelten Gebiete des heutigen Angola ein. Mit fortschrittlicher Technologie der Eisenbearbeitung übernehmen sie die Vorherrschaft im ganzen Gebiet. Dieser Prozess dürfte im 16. Jh. abgeschlossen gewesen sein. 1518 Dom Henrique, Sohn des Königs Alfonso I. von Kongo wird Bischof. Ngola von Ndongo verweigert unter Portugiesischem Druck Zahlungen an Mani Kongo. 1614 Lukeni Lua Mbemba bildet ein Kriegsbündnis mit Ngola und Matamba und mit den Holländern gegen Portugal. 1618 Hauptstadt Ngolas wird von den Portugiesen eingenommen. 17. Jh. Wiederholte Kämpfe einheimischer Könige gegen die Portugiesen. Immer wieder involviert auch die Holländer. 1662 Der König von Loango wird (für kurze Zeit) Christ. 1836 Sa da Bandeira, Gouverneur von Angola schafft die Sklaverei ab. 1890-1921Portugiesen führen Befriedungskriege in der Kolonie. 1953 Widerstand gegen Portugal formiert sich. 1954 Holden Roberto gründet die UPA, Vorläuferin der späteren FNLA. 1956 Verwaltung Kabindas, das von 1885 als portugiesisches Protektorat direkt von Lissabon aus verwaltet worden war, wird nach Angola verlegt. Die Einwohner Kabindas gehören sprachlich und kulturell eher zu den Nachbarn im Norden als zu Angola. Vor der Küste Kabindas befinden sich die reichsten Erdölvorkommen Afrikas. 10.11.1956 Aus der kommunistischen Partei Angolas wird die MPLA, die Volksbewegung zur Befreiung Angolas gegründet. 15.03.1961Erster Aufstand in Nordangola. Aktionen gegen die Portugiesen an strategischen Punkten des Landes. Massaker an Europäern und Afrikanern. 1962 Agostinho Neto tritt der MPLA bei, wird ihr Präsident. Gründung der UNITA (Union für die totale Unabhängigkeit Angolas) durch Dr. Jonas Savimbi (der die FNLA verlassen hatte). 1968 Anerkennung der MPLA durch OAU. Befreiungsbewegungen MPLA, FLNA, UNITA und Portugal unterzeichnen mit Portugal das Abkommen von Alvor. Plan einer Übergangsregierung mit Mitgliedern aller Unterzeichner. März 1975 Kämpfe in Luanda machen die Übergangsregierung handlungsunfähig. Neues Kooperationsabkommen der Befreiungsbewegungen. Es wird nicht gehalten. Schwere Kämpfe in Luanda, Vertreibung der FLNA und Rückzug der UNITA. In der Folgezeit: MPLA kontrolliert mehr als die Hälfte des Landes. "Operation Zulu": Südafrikanische Truppen unterstützen FLNA-Einheiten und UNITA-Verbände. Massive Truppenhilfe Kubas für die MPLA, Einsatz von "schwerem Gerät". 11.11.1975 Unabhängigkeit von Portugal. Die MPLA proklamiert in Luanda die Volksrepublik Angola, die FLNA proklamiert in Ambritz die Demokratische Republik Angola und die UNITA proklamiert in Huambo die Sozialdemokratische Republik Angola. Seither Bürgerkrieg. 1975 Nach der Unabhängigkeit wird Kabinda zur 14 Provinz Angolas erklärt. Die Befreiungsbewegung FLEC proklamiert in Kinshasa die Unabhängigkeit der Enklave Kabinda 1976 Jan. Bei der OAU entscheiden sich 23 Staaten für die Anerkennung der MPLA und 23 dagegen. Febr. 1976 Südafrika plant Rückzug seiner Truppen. seit 1977 Verstaatlichung von Seminargebäuden und anderer Bildungseinrichtungen der Diözesen und Orden. 12.03.1978 MPLA-Beschlüsse: ausländische Priester und Missionare dürfen im Land bleiben, insofern sie einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Sie dürfen weiterhin zollfrei Schenkungen aus dem Ausland für das Volk annehmen. Die Errichtung neuer Gebäude für religiöse Organisationen wird untersagt, Kirchen dürfen nur noch mit Genehmigung des Staatspräsidenten errichtet werden. Steuerbefreiung wird aufgehoben. Eine Staatskommission soll religiöse Bildung, Literatur und Presse überwachen. April 1978 Offensive von Regierungstruppen und kubanischen Einheiten gegen UNITA. 70000 getötete Zivilisten, Flüchtlingsströme in die Nachbarländer 20.09.1979 Jose Eduardo dos Santos neuer Vorsitzender der MPLA und damit Staatspräsident, als Nachfolger von Dr. Agostinho Neto, der am 11.09.1979 in Moskau an Krebs gestorben war. 1980 Dekret zur Registrierung und Überwachung der Kirchen. 1981 "Operation Smokeshell": Südafrika marschiert mit 15000 Soldaten in die Provinz Cunene ein: Ziel war die Verfolgung namibischer Rebellen. Dez. 1988 Dreiparteienabkommen zwischen Angola, Südafrika und Kuba. Südafrikanische und Kubanische Truppen ziehen sich aus Angola zurück. Dez. 1990III. ordentlicher Parteikongress der MPLA. Beschluss zur Einführung des Mehrparteiensystems 31. 05. 1991 Bürgerkriegsparteien stimmen einem Waffenstillstand, der Schaffung von gemeinsamen Streitkräften und der Abhaltung freier Wahlen unter internationaler Beobachtung zu. 29./30. 09. 1992Parlaments- und Präsidentschaftswahlen: Regierungspartei MPLA erreicht 129 von 220 Sitzen (UNITA 70), Präsident dos Santos erreicht im ersten Wahlgang 49,47% der Stimmen, UNITA- Präsidentschaftskandidat Jonas Savimbi 40%. Oktober 1992Bürgerkrieg entbrennt mit neuer Heftigkeit 1993Regierungstruppen gewinnen zunehmend an Stärke, im November Beginn von Friedensverhandlungen unter der Schirmherrschaft der VN und in Anwesenheit von Vertretern der drei Beobachternationen Portugal, Russland und USA. September 1993Waffen- und Ölembargo der VN gegen die UNITA; Drohung mit weiteren Sanktionen, um UNITA zu Kompromissbereitschaft in Verhandlungen zu bringen. 20.11.1994Unterzeichnung des Protokolls von Lusaka und Waffenstillstand (22.11.) 11.04.1997Bildung der Regierung der Einheit und nationalen Versöhnung (GURN) aus MPLA, UNITA und mehreren kleineren im Parlament vertretenen Parteien 1997Bildung gemeinsamer Streitkräfte wird abgeschlossen: Von den ursprünglich 26.300 UNITA-Soldaten werden ca. 11.000 integriert, der Rest wird demobilisiert werden. Ende 1998Militärischer Konflikt intensiviert sich erneut mit dem Angriff der Regierungsarmee auf UNITA-Stellungen. 22.02.2002Tod von UNITA-Führer Savimbi 04.04.2002Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen zwischen militärischer UNITA und Regierungsstreitkräften 06.12.2002Regierung und UNITA einigen sich auf Kernelemente einer zukünftigen Verfassung. Ende 2002Intensivierung des militärischen Vorgehens der angolanischen Streitkräfte gegen separatistische Gruppen in der Exklave Cabinda. 27.06.2003Auf dem UNITA-Kongress wird deren langjähriger Vertreter in London und Paris, Isaias Samakuva, mit 76% der Stimmen der ca. 1500 Delegierten als neuer Parteiführer gewählt. Juni 2003UNHCR beginnt mit der Rückführung und Reintegration von externen Flüchtlingen. 11.11.2005Angola feiert den 30. Jahrestag seiner Unabhängigkeit 28.12.2007Staatspräsident dos Santos kündigt Parlamentswahlen für den 5./6. September 2008 an.
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