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Burkina Faso
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BurkinaFaso  > Kirche

Verlautbarungen und Stellungnahmen der katholischen Kirche in Burkina Faso


1997, 31 Oktober

Als Schwierigkeit, auf die die Kirche immer wieder trifft bezeichnete Bischof Jean Baptist Somé in einem Fides Interview, daß der Glaube mit der Kolonialisierung aus Europa kam. Die Herausforderung sei also eine Inkulturation des Glaubens, der eine Form annehmen müsse, die dem Volk nahesteht und ihm nicht fremd ist. Der Bischof wies auf den Glauben vieler Europäer an eine anscheinende Zweiteilung des Menschen in Körper und Seele hin. So seien sie guten Willens, mit materiellen Mitteln die Entwicklung zu unterstützen. Sie zögen sich aber zurück, wenn es um die Bekämpfung der Unwissenheit in Glaubensfragen geht.
Bischof Somé zeigte sich überzeugt, daß das Volk von Burkina friedlich zusammenleben wolle als Familie von Katholiken, Protestanten, Muslimen und Animisten. Jeder müsse frei sein, nach dem eigenen Gewissen seine Religion zu wählen.. Das ermögliche auch eine Harmonie zwischen den verschiedenen Ethnien.

1999 Juni

In Rom wurde der Prozess zur Seligsprechung von Simon Alfred Diban Ki Zerbo eingeleitet, der als einer der ersten Katechisten seines Landes stark an der Ausbreitung des Christentums beigetragen hat. Menschen, die den Katechisten gekannt haben, sprechen von einem bescheidenen und tiefgläubigen Mann, der als Mann Gottes und der Seligpreisungen handelte und das Evangelium von der Liebe Gottes verkündete.
Geboren 1875, getauft 1900, arbeitete er mit den ersten Missionaren zusammen in Koupela und Ouagadougou. Er war 60 Jahre lang als Katechist aktiv. 1975 nahm er an einer Generalaudienz in Rom teil, wurde in Privataudienz von Papst Paul VI. empfangen und erhielt den Ritterorden des hl. Papstes Silvester. Er erlebte noch den Kurzbesuch Papst Johannes Paul II. in Ouagadougou und starb im Alter von 105 Jahren am 10. Mai 1980.

1999, 11. Juni.
Hirtenbrief zum Jahrestreffen der Bischöfe Burkinas:

Die Bischöfe bekunden, nicht an irgendein politisches System gebunden zu sein. Sie wollen mithelfen, die Wahrheit auszuüben und eine gerechte Lösung für die sozialen und moralischen Probleme zu finden und zum Frieden beizutragen. Sie beklagen Korruption, Gewalt und Vertrauensverlust in die Institutionen. Opfer sei letztlich das Volk, das den Schaden trage. Doch nur im Streben nach Gemeinwohl sehen die Bischöfe den Weg zu einer menschlicheren Gesellschaft. Zum Frieden in der Gesellschaft führen nur Wahrheit und Gerechtigkeit. Jeder ist in seinem Gewissen dazu aufgerufen und für die Christen sind sie der Weg zur Liebe. Die Bischöfe mahnen, daß der Weg der Gewalt sich immer als untauglich erwiesen hat. Sie wiederholen, was sie schon 1991 den Christen gesagt hatten: "Damit die Menschen dem Gemeinwohl dienen, müssen sie umkehren, d.h. ihr Herz fortwährend abwenden vom Egoismus, um es in den Dienst der Wahrheit und Gerechtigkeit zu stellen." Und weiter sagen sie: "Unser Beitrag heute mit dieser Botschaft an euch ist gegründet auf unserer Überzeugung, daß der Mensch zur Umkehr fähig ist und daß unser Land eine Nation werden kann, die ihres Namens würdig ist."