Burundi: Ereignisse und Entwicklungen 2001 03. Jan. 2001
Die beiden größten Rebellengruppen der Hutus sagen, sie hätten mit den Angriffen der letzten Tage nichts zu tun. 09. Jan. 2001 Unterernährung nimmt zu. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" bezeichnet 24% (14% kritisch) der Bevölkerung als unterernährt. Eine Malaria-Epidemie hat weite Teile des Landes erfasst. 10. Jan. 2001 Präsident Buyoya traf in Gabun erstmals mit dem Rebellenführer Jean-Bosco Ndayikengurukie zusammen. Buyoya stimmte dabei direkten Waffenstillstandsverhandlungen zu. 13. Jan. 2001 Rebellenführer Jean-Bosco Ndayikengurukie fordert in einem Interview die kriegführenden Parteien Burundis auf, sich in Libreville mit Präsident Buyoya zu treffen. Es sei gegenproduktiv, sich weiter auf das Abkommen von Arusha zu berufen, an das nicht einmal die Unterzeichner glaubten. 17. Jan. 2001 Das Überwachungskommitte der Unterzeichner des Friedensabkommens von Arusha hält sein erstes Treffen in Arusha. 24. Jan. 2001 Einen Kredit über 40 Mio. Dollar gewährte die Weltbank für den Wiederaufbau der Infrastruktur. 29. Jan. 2001 Bei den letzten Gesprächen in Arusha konnte weiterhin keine Einigung über einen Waffenstillstand oder über eine Übergangsregierung gefunden werden. Die Kandidatur von Buyoya wird von 13 der 19 beteiligten Parteien abgelehnt. 02. Feb. 2001 Ärzte ohne Grenzen warnen vor einer Hongersnot im Zentrum von Burundi. Jede Woche werden 30000 Malariafälle gemeldet. 07. Feb. 2001 Ligue Iteka, größte Menschenrechtsorganisation Burundis, beklagt die kontinuierlichen Verletzungen der Menschenrechte in Burundi und sieht in den Verantwortlichen des Staates die Hauptübeltäter. 13. Feb. 2001 Abwanderung von Akademikern stellt ein Problem für Burundi dar. Mehr als die Hälfte der 150 zur Ausbildung ins Ausland geschickten Universitätsassistenten sind im besser bezahlenden Ausland geblieben. Auch etwa 40 Professoren haben das Land verlassen. 14. Feb. 2001 Die Rebellenorganistaion CNDD (Conseil national pour la défende de la démocratie) verlangt Zusatzverhandlungen über die Art und Weise, wie man den Bürgerkrieg beenden will. Es sei nicht genug, nur zu unterschreiben, dass der Krieg beendet werden solle. Notwendig seien nicht zuerst Posten in den Institutionen, sondern Sicherheit und z.B. eine Armeereform. 20. Feb. 2001 Das Welternährungsprogramm ruft erneut zu internationaler Hilfe auf: Im Norden Burundis sind hundertausende Menschen unterernährt. Verschlimmert wird die Situation von einer anhaltenden Tockenheit. Einer unerklärlich hohe Zahl von Malariafällen ist mit den bisherigen Mitteln nicht mehr beizukommen. 23. Feb. 2001 Eine der beiden Hauptgruppen der Rebellen, Palipehutu FNL, hat ihren Anführer Kosan Kabura abgesetzt und durch Rwasa Agathon ersetzt. Kabura hatte Verhandlungen mit der Regierung zugestimmt. 27. Feb. 2001 Nelson Mandela droht, seine Rolle als Mediator aufzugeben, wenn die beteiligten Parteien sich nicht auf einen Übergangspräsidenten einigen. 28. Feb. 2001 Hunderte Menschen fliehen als in einer Vorstadt Bujumburas erneut tagelange Kämpfe ausbrechen. Die Armee verkündet, sie habe den Rebellenangriff zurückgeschlagen und die Vorstadt Kinama erobert. 02. März 2001 50000 Menschen sind nach Angaben der UN auf der Flucht nach erneuten Kämpfen zwischen Hutu-Rebellen und Regierungstruppen. 40 Menschen sollen bei den Kämpfen umgekommen sein. 05. März 2001 Die "Front für Demokratie in Burundi (FRODEBU)" hat die in Arusha vorgeschlagen Übergangsregelungen zurückgewiesen. 06. März 2001 Präsident Buyoya will seine Macht nicht an eine Übergangsregierung abgeben, solange kein Waffenstillstand in Kraft getreten ist. 07. März 2001 Fluglinien sagen Flüge nach Bujumbura ab. 12. März 2001 Armeesprecher verkünden, man habe mehr als 200 Hutu-rebellen getötet, 10 Soldaten seien umgekommen, die Lage in Bujumbura sei wieder unter der Kontrolle der Armee. 15. März 2001 Die Kirchen Burundis setzen sich für einen Waffenstillstand und einen friedlichen Übergang zu einer neuen Regierung ein. Der katholische Erzbischof Ntamwana weist aber darauf hin, dass eine Regelung der Probleme kaum möglisch sei, wenn noch Leute im Untergrund oder im Exil seien. 19. März 2001 FNL-Rebellen haben sich nach ihren Angriffen auf Kinama, Vorstadt von Bujumbura, in das ländliche Gebiet zurückgezogen. 22. März 2001 In Arusha sollen sich die Verhandlungsparteien einer Lösung der Probleme einer Übergangsregierung genähert haben. 22. März 2001 200 Leichen wurden in einem Massengrab bei Bujumbura gefunden. 27. März 2001 Von Unterernährung betroffen sind nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes in vielen Teilen des Landes etwa eine Million Menschen. 29. März 2001 Ein Treffen zwischen Rebellen und Regierung Burundis sollte in Gabun stattfinden, wurde aber in letzter Minute abgesagt. 30. März 2001 Sabotage führte in vielen Städten zu Stromausfällen. 02. April 2001 Rebellen greifen einen Lebensmittelkonvoi des Welternährungsprogrammes an. 03. April 2001 ai beklagt die Zunahme von Folter und ungesetzlichen Verhaftungen in Burundi. 10. April 2001 Kämpfe in Gishubi und Nyabiraba in der Nähe von Gitega zwischen FDD und Armee. 18. April 2001 Soldaten einer "Jeunesse patriotique" genannten Organisation besetzten den Radiosender in Bujumbura und erklärten die Regierung für abgesetzt. Reguläre Soldaten umstellten den Sender. Der Putsch ist fehlgeschlagen. 19. April 2001 Präsident Buyoya kehrt aus Gabun zurück. Dort führte er Gespräche mit dem kongolesischen Präsidenten Kabila und Jean-Bosco Ndayikengurukiyewere, dem Anführer der burundischen (Hutu-) Rebellenorganistation " Force pour la dèfense de la democratie" FDD. 21. April 2001 Zwei Mitglieder der Partei des früheren Präsidenten Baganza wurden verhaftet und der Teilnahme an dem fehlgeschlagenen Putsch von vor drei Tagen bezichtigt. 25. April 2001 Während in dem Gebiet von Tenga sich Armee und Rebellen Gefechte lieferten, gehen die Verhandlungen zwischen Regierung und den größten Rebellenorganisationen in Libreville (Gabun) weiter. 05. Mai 2001 Bischof Jean-Berchmans Nterere (59) von der Diözese Muyinga ist an einem Herzinfarkt gestorben. Er war der Vertreter der katholischen Kirche bei den Friedensverhandlungen von Arusha. 06. Mai 2001 Neue Steuern auf Luxusgüter wie Alkohol und Tabak sollen die Ausgaben für den Krieg gegen die Hutu-Rebellen mitfinanzieren. 08. Mai 2001 Burundi, Tansania und Uno-Flüchtlingskommission habene einen Vertrag über die Rückkehr von Flüchtlingen nach Burundi unterzeichnet. Tansania gewährt zur Zeit etwa 400000 burundischen Flüchlingen Zuflucht. 17. Mai 2001 Sechs Mitarbeiter einer niederländischen NRO, die am 11. Mai von Hutu-Rebellen der FDD entführt worden waren, wurden nach langen Verhandlungen freigelassen. 21. Mai 2001 Die FDD ist bereit ihre Aktionen einzustellen. Bedingung ist ein Verhandlungsprogramm mit der Regierung. Die Regierung möchte aber ohne festgelegte Bedingungen verhandeln. 23. Mai 2001 Eine Delegation des UN-Sicherheitsrates machte einen kurzen Besuch in Bujumbura. Der Leiter der Delegation Francis M. Levitte betonte, der Krieg in Burundi sei in allen von ihnen besuchten Hauptstädten ein Gesprächspunkt gewesen. Alle Teilnehmer am Arusha-Gipfel wurden aufgefordert, wenn sie Vorbehalte gegen die ausgehandelten Texte haben, mit konstuktiven Beitägen eine Lösung zu suchen. 04. Juni 2001 Rebellenführer Jean-Bosco Ndayikengurukiye der CNDE-FDD fordert einen neuen Versuch, den acht Jahre währenden Bürgerkrieg zu beenden. Er klagte, Mandela habe sie (die Hutu-Rebellen) systematisch von den Verhandlungen ausgeschlossen und hätte sie nur in letzter Minute zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes mit einbeziehen wollen. 11. Juni 2001 Schwester Claire Nduwakristu von den Dienerinnen Christi und ein Schuldirektor sind getötet worden als ihr Auto bei Rumonge aus dem Hinterhalt beschossen wurde, ein mitfahrender Soldat und der Fahrer wurden verletzt. 12. Juni 2001 Die von der Tutsi-Minderheit beherrschte Armee will freiwillige Zivilisten für den Widerstand gegen Rebellen bewaffnen. 12. Juni 2001 Wenigstens 600 Kinder, 75% davon Mädchen, haben illegal das Land in Richtung Europa verlassen, wo sie in der Prostitution eingesetzt werden. Betrieben wird dieser Kinderhandel von burundischen Hintermännern und auf ausländischer Seite besonders von Belgiern. Die Anfänge reichen zum Beginn des Bürgerkrieges 1993 zurück. 14. Juni 2001 Leonard Nyangoma, Präsident des Nationalen Rates für die Verteidigung der Demokratie, hält den vor zehn Monaten unterzeichneten Vertrag über Frieden und Versöhnung nicht für umsetzbar. Die Unterzeichner setzten sich nicht mit fundamentalen Fragen der Sicherheit und einer Reform der Armee auseinander, sondern diskutierten über neue Institutionen. Ohne Frieden in Kongo werde es auch in Burundi keinen Frieden geben betonte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Gespräche zwischen den Regierungen der beiden Länder haben begonnen. 28. Juni 2001 Die Straßen Burundis werden immer gefährlicher. Innerhalb von drei Tagen sind bei mehreren Überfällen 16 Menschen getötet worden. 07. Juli 2001 Bei mehreren Rebellenangriffen in Makamba, Mugeni, Jimbi, Kayogoro-Muyange, Gitega, Cibitoke, Kayanza und der ländlichen Umgebung von Bujumbura sollen nach Regierungsangaben eine Anzahl der Rebellen getötet worden sein. 11. Juli 2001 Präsident Buyoya gibt bekannt, dass Südafrika, Nigeria, Senegal und Ghana Truppen nach Burundi entsenden werden, um ein Friedensabkommen zu überwachen. Ein Sprecher der Hutu FLN-Rebellen sagte dazu, falls diese Leute kämen, um die Rebellen zu bekämpfen, wüßten sie sich zu wehren. 23. Juli 2001 Gemeinsamer Putschversuch von Studenten und meuternden Soldaten in Bujumbura gescheitert, mindestens zwei Personen kam bei den Kämpfen ums Leben. 27. Juli 2001 Vetreter der Rebellen und der Regierung kommen zu Friedensgesprächen in Pretoria/Südafrika zusammen. 31. Juli 2001 Nach der Unterzeichnung des Arusha-Abkommens durch 19 Vertreter verschiedener Parteien, hat Präsident Buyoya einer Übergansregierung zugestimmt, die bis zum 1. Nov. von den Unterzeichnern gebildet werden soll. Die Hutu-Rebellengruppen sind jedoch noch nicht in das Friedensabkommen eingebunden worden. 24. Aug. 2001 Radio Publique Africaine (RPA) ist die meist gehörten Radiostationen in Bujumbura. Es ist zu einem Symbol der Versöhnung von Hutu und Tutsi geworden und hat in seinem Leitungsteam sowohl ehemalige Hutu Rebellen wie auch Tutsi Soldaten integriert. 28. Aug. 2001 320 Soldaten werden wegen Teilnahme an einem Coupversuch aus der Armee entlassen. 12. Sept. 2001 Die Burundische Flotte sinkt ein Schiff mit 50 Rebellen auf dem See Tanganyika. 20. Sept. 2001 Schwere Kämpfe 10 km von Bujumbura. Die Rebellengruppe FDD denuniert die Präsenz ruandesischer Truppen in Burundi. 22. Sept. 2001 Ein Jahr nach den Arusha Abkommen ermahnen die Bischöfe Burundis zu Dialog und Demokratien. 11. Okt. 2001 Schwierige Verhandlungen in Südafrika, um eine Übergangsregierung zu Stande zu bringen. 1. Nov. 2001 Die Übergangsregierung wird in Gegenwart von Ex-Präsident Mandela und fünf Regierungschefs vereidigt. Amtierender Staatschef Buyoya wird als Präsident, der Generalsekretär der Hutu Partei Frodebu, Ndayizeye, als Vizepräsident eingeschworen. Das Kabinett setzt sich aus 12 Tutsi und 14 Hutu zusammen. 7. Dez. 2001 Bei einer Geberkonferenz in Genf erhält Burundi Zusagen für eine finanzielle Hilfe von $ 764 Mio. 7. Dez. 2001 Laut Presseberichten haben mindestens 100 Soldaten und 600 Rebellen während der letzten Offensive ihr Leben gelassen. 14. Dez. 2001 Wegen massiver Menschenrechtsverletzungen fordert Human Rights Watch die Auflösung der paramilitärischen Gruppe 'Gardiens de Paix' . 24. Dez. 2001 Ein Armeesprecher gibt bekannt, dass Regierungstruppen den Rebellenstützpunkt Tenga erobert und über 500 Rebellen getötet haben. |