Guinea: Ereignisse und Entwicklungen 2001 2001, 09. Jan.
Über 250000 Flüchtlinge an den Grenzen zu Sierra Leone und Liberia sind von jeder humanitären Hilfe abgeschnitten. 2001, 14. Jan. Ankunft der ersten Truppeneinheiten von CEDEAO, die an den Grenzen nach Liberia und Sierra Leone eingesetzt werden sollen 2001, 23. Jan. Neue Kämpfe im Gebiet von Guékédou bedrohen auch die dort festsitzenden Flüchtlinge. 2001, 24. Jan. Größere Schiffe sollen eingesetzt werden, um mehr Flüchtlinge nach Freetown, Sierra Leone, zurückzubringen. 2001, 07. Feb. Mehr als 130 getötete Rebellen innerhalb einer Woche meldet die guinesische Armee im Grenzgebiet zwischen Sierra Leone, Liberia und Guinea. Die Sorge um 170000 Flüchtlinge in dem Gebiet wächst. 2001, 09. Feb. Alpha Condé, Mitglied der Opposition, ist in Isolationshaft. Er war im September 2000 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. 2001, 12. Feb. UN-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers besucht Guinea und führt Gespräche mit der Regierung. 2001, 16. Feb. Die Regierung Guineas hat neben den Parteien der anderen beiden Nachbarländer sich bereit erklärt, mit dem UNHCR in der Frage der Flüchtlinge im Grenzgebiet mit Liberia und Sierra Leone zusammenzuarbeiten . 2001, 17. Feb. Die Situation der fast 500000 Flüchtlinge in Guinea hat sich in den letzten Wochen verschlechtert, nach einer Offensive der RUF in Sierra Leone. Caritas Guinea hat um internationale Hilfe gebeten. 2001, 26. Feb. Erstmals seit Monaten konnten Lebensmitteltransporte mit elf Lastwagen zu den eingeschlossen Flüchtlingen gelangen. 2001, 28. Feb. Guinesische Armee greift Zivilisten und Rebellen in Sierra Leone scheinbar wahllos an. 2001, 02. März Ein Munitionslager explodierte in der Kaserne Alpha Yaya Diallo. 42 Personen kamen ums Leben. 2001, 09. März Neue Auseinandersetzungen mit Rebellen in Nongoa an der Grenze mit Sierra Leone und Liberia. 2001, 14. März 9000 Flüchtlinge in Lagern um Nongoa sind erneut auf der Flucht nach einem Rebellenangriff. 2001, 22. März Ein Dutzend leere Flüchtlingslager fanden überraschte Vertreter des UN-Flüchtlingshilfswerkes in Süd-Guinea vor, wo im letzten Monat noch 140000 Menschen aus Sierra Leone lebten Wohin die Leute verschwunden seien, konnte die Behörde nicht sagen. 2001, 30. März Keine fremden Truppen (der CEDEAO) an der Grenze nach Sierra Leone oder Liberia will Präsident Conté dulden. Er habe genug eigene Soldaten und sei nicht auf andere angewiesen. 2001, 04. April Amnesty International fordert eine starke Präsenz ausländischer Kräfte um Hunderttausende Flüchtlinge zu schützen, Flüchtlinge sollten nicht in eine Situation gebracht werden, wo sie nur zwischen dem Tod in Guinea und dem Tod in Sierra Leone wählen könnten. 2001, 11. April Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO) fordert, die UNO solle Hilfe leisten bei der Entsendung von ECOMOG-Truppen entlang der Grenze zwischen Guinea, Sierra Leone und Liberia. 2001, 25. April Drei wegen Raub zum Tode verurteilte Jugendliche sind hingerichtet worden. 2001, 02. Mai UNHCR evakuiert 50000 Flüchtlinge aus den Kampfgebieten an der südlichen Grenze. 2001, 18. Mai Oppositionspolitiker Alpha Condé, in 2000 in einem umstrittenen Gerichtsverfahren zu fünf Jahren Haft verurteilt, ist vom Präsidenten begnadigt worden. 2001, 25. Mai Die Evakuierung einiger 12000 Flüchtlinge aus Bec (nahe der Grenze zu Liberia) ist fast völlig beendet. Es bleiben noch 2000 in isolierten Dörfern. 2001, 04. Juni UNHCR hatte immer von über 466000 Flüchtlingen in Guinea gesprochen, doch 200000 davon scheinen entweder nicht zu existieren oder verloren zu sein. 2001, 03. Juli Nur wenn Präsident Lasana Conte zurücktrete seien die Rebellen zu Gesprächen bereit, teilte deren Kommandeur N'Faly Kaba mit. Unter dem jetzigen Präsidenten sei keine Entwicklung des Landes und keine Demokratisierung zu erwarten. Human Rights Watch beklagt die konstante Belästigung von Flüchtlingen aus Liberia und Sierra Leone durch Zivilisten und Ordnungskräften in Guinea. 2001, 21. Sept. Starke Regenfälle machen 30,000 Menschen obdachlos. 2001, 04. Okt. Präsident Lansana Conté will durch ein Referendum am 11. Nov. die Konstitution ändern, um eine dritte Amtszeit zu ermöglichen. Die Opposition übt scharfe Kritik. 2001, 12. Nov. Ein Referendum entscheidet für eine Verfassungsänderung, die dem Präsidenten eine unbeschränkte Amtszeit ermöglicht. Die Opposition ruft zum Boykott auf. |