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Guinea
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Guinea:Geschichte in Auszügen

 

Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung des Gebietes des heutigen Guineas seit urgeschichtlicher Zeit hin. Nach bisherigen Forschungen haben sich vor weit mehr als einem Jahrtausend die Stämme Koniagui, Baga, Landouma und Nalou zusammengefunden, zu denen dann die Fulbe stießen. Sie gehörten zu den großen Königreichen Westafrikas.

3.-9. Jh.

Teil des Manding-Königreichs.

10.-13. Jh.

Teil des Königreichs Ghana.

13. Jh.

Fall des Königreichs Ghana.

13.-15. Jh.

Teil des Königreichs Mali.

1446

Der portugiesische Seefahrer Tristao Nunes landet an der Mündung des Flusses, der heute seinen Namen trägt( Rio Nunes).

Mitte des 15. Jh.

Versuch Frankreichs ins Landesinnere vorzudringen.

16. Jh.

Blütezeit des transatlantischen Sklavenhandels.

17. Jh.

Mohammedanische Fulbehirten von Futa Toro aus der Sahel lassen sich im Bergwall des Futa nieder.

1725

Gründung des Fulbestaates im Fouta Djalon. Die Fulbe praktizieren einen strengen und puristischen Islam. Um dem Volk den Islam näherzubringen, verwendet man zusätzlich zum Arabischen eine nicht heilige Sprache, das Ful oder oder Fulfulde, in religiösen Versen. Die Zentren des Futa haben schon nach kurzer Zeit eine starke Intellektuelle und religiöse Ausstrahlung.

1870

Guinea wird französisches Protektorat. Frankreich stößt auf den Widerstand der Malinké unter der Führung von Samory Touré, der im NO des Landes mehrere Gebiete zu staatsähnlichen Gebilden zusammengeführt hatte.

1888

Gefangennahme des Führers der Malinké, Samory Touré.

1891

Gründung der Kolonie Französisch-Guinea.

1899

Festlegung der bis heute gültigen Grenzen.

1902

Nach Gebietsauseinandersetzungen mit England wird das Land dem 1895 geschaffenen Französisch- Westafrika eingegliedert.

1913

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Conakry – Kankan beginnt der ökonomische Durchbruch. Die Nord-Süd Handelswege der traditionellen Händler werden zerschnitten und kolonialen Bedürfnissen unterworfen. Die Geldwirtschaft, in vorkolonialer Zeit ungebräuchlich, wird mehr und mehr eingeführt.

1944

Ergebnisse der Konferenz von Brazzaville deuten auf eine veränderte Beziehungen Frankreichs zu seinen Kolonien hin. Der Gedanke der Autonomie wird noch verworfen aber die Kolonien sollen mehr Rechte bekommen.

1947

Gründung der antikolonialen Parti Démocratique de Guinée (PDG) unter Ahmed Sékou Touré, die sich zunächst als Landessektion des Rassemblement Démocratique Africain (RAD) versteht.

1956

Sekou Touré erlangt einen Sitz in der französischen Nationalversammlung.

1957, März

Bei den Territorialwahlen erreicht das Land die Semi-Autonomie. Die PDG ist die stärkste politische Kraft. Touré übernimmt die Vizepräsidentschaft der Territorialversammlung. Die Abschaffung der traditionellen Häuptlinge findet allgemeinen Anklang und ermöglicht weitere Schritte zur völligen Loslösung von Frankreich.

1958, 28.Sept.

Die Volksabstimmung lehnt eine politische Gemeinschaft mit Frankreich entschieden ab und wählt die Unabhängigkeit.

1958, 02. Okt.

Ausrufung der Unabhängigkeit. Sékou Touré, Gründer der lokalen Partei der Demokratischen Afrikanischen Union, wird Präsident des neuen Staates. Frankreich zieht sofort jegliche finanzielle und administrative Unterstützung zurück. Die Hinwendung zur Sowjetunion entwickelt sich fast zwangsläufig. Der Bruch mit Frankreich beeinflußt stark die Außenpolitik der neuen Regierung. Durch die Situation des Kalten Krieges war es Touré möglich lange Zeit über die undemokratische Herrschaft der Einheitspartei PDG hinwegzutäuschen und im Ausland an Ansehen zu gewinnen.
Touré gewährt afrikanischen nationalistischen Bewegungen in Mali und anderen französischen Kolonien beträchtliche Unterstützung, unter anderem auch der PAIGC (Partido Africano da Indepencia Guinée e Cabo Verde). der afrikanischen Befreiungsbewegung gegen die portugiesische Herrschaft im benachbarten Guinea-Bissau. Es entsteht eine äußerst gespannte Beziehung zu Portugal.

1970, 22. Nov.

Portugiesische Truppen und Regierungsgegner greifen Conakry an. Es kommt landesweit zu zahlreichen Verhaftungen.

1971, Jan.

Die Nationalversammlung wird in ein Revolutionstribunal umgewandelt. Die Welle der Verhaftungen geht weiter. Folter und Tod drohen den wirklichen und vermeintlichen Gegnern. Des Regimes. Die Zahl derer, die ins Ausland fliehen nimmt täglich zu.

1975

Beitritt zur Lomé Konvention; Wiederaufnahme der 1965 bzw. 19971 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Frankreich und Deutschland.

1978, 27. Dez.

Offizielle Versöhnung mit Frankreich. Lange Periode der Mißverständnisse beendet.

1981

Staatspräsident Sekou Touré zu Besuch in Deutschland.

1982, 18. Sept.

Guineas Präsident zu Gast in Paris.

1984, 26. März

Tod des Präsidenten Sekou Touré.

1984, 03. April

Das Militär übernimmt die Macht unter der Führung von General Lansana Conté.; Einheitspartei PDG wird aufgelöst und die Verfassung suspendiert.

1985, 03. April

Jahrestag des Militärputsches. Das Land steht nach wie vor vor dem Trümmerhaufen, den 26 Jahre Diktatur und Pseudo - Sozialismus als Erbe hinterlassen haben. Obwohl die Militärregierung bei der Machtübernahme vor einem Jahr ein entschiedenes Bekenntnis zu einer liberalen Wirtschaft, zur Respektierung der Menschenrechte und zu grundlegenden Strukturreformen abgelegt hat, hat sie bisher wenig Konkretes geschaffen.

1985, 06. Juli

Gescheiterter Staatsstreich gegen Conté. Der Putschversuch wurde weniger von politischen Gegensätzen als von ethnischen und persönlichen Rivalitäten ausgelöst.

1985, 07. Juli

Der Anführer des Putschversuches, der ehemalige Premierminister Diarra Traoré, ist verhaftet.

1987, 07. Mai

Hinrichtung von 58 Anhängern des ehemaligen Präsidenten Sekou Touré, (u.a.8 Exminister).

1988, Jan.

Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst. Immer häufiger kommt es zu Unruhen in den größeren Städten.

1990-2003

Nach Ausbruch des Bürgerkriegs in den Nachbarländern Liberia und Sierra Leone Tausende von Flüchtlingen in Guinea (zeitweise bis zu 700.000)

1993, 19.Dez.

In der ersten demokratischen Präsidentschaftswahl wird General Lansana Conté als Präsident bestätigt.

1994, Jan.

Beginn der 3. Republik

1996, Febr.

Niederschlagung einer Militärrevolte

1998, 18.Dez..

Wiederwahl von Präsident Lansana Conté

2000, Sep. bis März 2001

Abwehr von Angriffen sierraleonischer und liberianischer Rebellen auf das guineische Staatsgebiet.

2001, Nov.

Umstrittenes Referendum zur Verfassungsänderung, mit dem die rechtlichen Voraussetzungen für einen Verbleib von Staatspräsident Lansana Conté im Amt über 2003 hinaus geschaffen werden.

2002, Febr.

Gipfeltreffen der Staatspräsidenten von Guinea, Liberia und Sierra Leone in Rabat, um Wege zur Beilegung des Regionalkonflikts zu erörtern.

2002, Juni

Die von wichtigen Oppositionsparteien boykottierten, nicht demokratisch verlaufenen Parlamentswahlen enden mit einem klaren Sieg der Präsidentenpartei PUP.

2003, Dez.

Wiederwahl von Präsident Lansana Conté, Wahlen wurden von den wichtigsten Oppositionsparteien boykottiert.

2004, Mai

Gipfeltreffen der Präsidenten der Mitgliedsstaaten der Mano-River-Union in Conakry

2004

Amtsantritt: Premierminister Cellou Dalein Diallo (bis April 2006 im Amt)

Mitte 2004

Unruhen hervorgerufen durch Elektrizitäts- und Wasserknappheit in Conakry und anderen großen Städten sowie durch einen Preisanstieg für Lebensmittel, Benzin und andere Produkte.

2006, Febr. und Juni

Generalstreik im ganzen Land wegen des wirtschaftlichen Niedergangs.

2007,10.Jan.-27.Febr.

Generalstreik mit mehreren hundert Toten.

2007, 01.März

Einsetzung von Premierminister Lansana Kouyaté, als Ergebnis der Streiks

2008, 12. Dez.

Tod von Präsident Lansana Conté. Das Militär übernimmt die Macht.

2009, 28. Nov.

Die Armee schlägt Demonstrationen blutig nieder.

2010, 7. Nov.

Nach Parlamentswahlen in Juni wird Alpha Condé bei einer Stichwahl mit 52,5% zum Präsidenten gewählt.

2011, 17. September

Präsident Condé bleibt bei einem Anschlag unverletzt.

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