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Kamerun  > Ereignisse

Kamerun: Ereignisse und Entwicklungen 1990-2000


1991

Der Widerstand gegen die Regierung wächst.

1992, 11.Okt.

Präsident Biya gewinnt die Wahlen mit 39 % der Stimmen.
Die Opposition, die seinen knappen Sieg nicht anerkennt, erwägt die Proklamation einer Gegenregierung. Das Regime greift zu Repressalien. Die Kraftprobe droht zum offenen Konflikt zu eskalieren.

1993, März

Die Regierung wirft der Opposition vor, das Land destabilisieren zu wollen und verbietet alle öffentlichen Versammlungen.
Die Opposition ruft zu landesweiten Demonstrationen gegen Präsident Biya auf.

1994, März

FCFA – Abwertung .
Abkommen mit IWF, Weltbank und Pariser Club; soziale und innenpolitische Spannungen.

1994, 03. März

Französische Intervention im Grenzstreit zwischen Kamerun und Nigeria. Es geht um die Bakassi-Halbinsel im Golf von Guinea, auf der größere Erdölreserven vermutet werden.

1995,14-16. Sept.

Papst Johannes Paul II besucht Kamerun.

1997, März

Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und der Polizei.

1997, Aug.

Menschenrechtler fordern ein neues Zivilrecht, das den bisher geltenden Code Napoleon ersetzen und Frauen größere Rechte einräumen soll.

1998, Okt.

Die Europäische Union gewährt Kamerun eine Hilfe in Höhe von US $81.7 Millionen.

1998, 29 Okt.

Außenminister 11 afrikanischer Staaten diskutieren in Yaounde über die Probleme in Zentralafrika.

1999, März

EU gewährt finanzielle Hilfe in Höhe von 72 Billionen CFA für den Bau der Autobahn, die Ngaoundere in Kamerun mit Moundou im Tschad verbinden soll.

1999, April

Umweltkatastrophe, Ausbruch des Vulkans Mt.Cameroun.

1999, Mai

Eine Delegation aus Nigeria und Kamerun bemüht sich um die friedliche Beilegung des Grenzkonfliktes zwischen den beiden Staaten.

1999, Okt.

Das Erdölprojekt Tschad / Kamerun sorgt für Diskussionen in der Öffentlichkeit.
Für die einen bedeutet dieses Projekt eine große Chance für die Entwicklung der betroffenen Länder und sehen darin eine Möglichkeit der Armutsbekämpfung, umweltbewußte Kritiker dagegen weisen auf die schädlichen ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen des Projektes hin und versuchen den Bau der Pipeline zu verzögern.
Die Weltbank wird im Dezember ihre Entscheidung für oder gegen eine Finanzierung des Projektes treffen.

1999, 11. Nov.

Shell und Elf ziehen sich aus dem Ölprojekt in Tschad zurück, dadurch ist das Projekt der Erdöl-Pipeline für den Augenblick nicht mehr gesichert.

1999, 1. Dez.

Präsident Gaddafi bietet libysche Investitionen an für die abziehenden Erdölfirmen Shell und Elf bei der Finanzierung der Ölprojekte in Tschad und dem Pipeline-Projekt.

2000, 11. Jan.

236 Gefangene werden von Präsident Biya begnadigt.

2000, 27. Jan.

Ein internationales Symposium in Raunte befaßte sich vom 24 - 26. Jan. mit Themen wie Demokratie, Pluralismus, nationale Identität und Globalisierung.

2000, 03. März

Eine 248 km lange Fernstraße soll die Zenralafrikanische Republik, den Tschad und den Norden Kameruns zugänglicher machen. Ein Teilstück der Straße wurde offiziell vom Premierminister Peter Mafany Musonge eröffnet. Baubeginn war Juni 1999, die Fertigstellung ist für August 2001 vorgesehen. Die Baukosten von 98 Millionen Euro trägt die EU.

2000, 18. März

Präsident Paul Biya hat seine Regierung umgebildet. Die neuen Minister werden von den Medien des Kamerun nicht mit lobenden Kommentaren begrüßt.

2000, 03. April

Der Premierminister unterzeichnete ein Dokument, das in Zukunft auch in Kamerun private Rundfunkanstalten zuläßt.

2000, 11. April

Benzinpreise steigen. Ökonomisten befürchten eine stärkere Inflation und eine Destabilisierung der Wirtschaft und mögliche soziale Spannungen.

2000, 25. April

Franz Beckenbauer hat mit einer Spende von DM 1000,- zur Fertigstellung des Marienheiligtums bei Raunte beigetragen.

2000, 03. Mai

Bei der Herstellung und Verbreitung von Schulbüchern wurde das bestehende Monopol aufgehoben und der Markt geöffnet.

2000, 09. Mai

2000 Flüchtling aus dem Tschad sollen repatriiert werden.

2000, 20. Mai

Erstmal hat die oppositionelle "Sozialdemokratische Front (SDF)" an den Feiern am Jahrestag der Unabhängigkeit teilgenommen. Die SDF tritt für ein Föderation innerhalb Kameruns ein mit vier Staaten, stellt sich aber gegen die Ideen des "Southern Cameroon Council", einer Bewegung die sich für die Abspaltung des englischsprachigen Teils einsetzt.

2000, 01. Juni

Neue heftige Lavaausbrüche am Vulkan Mont Cameroun.

2000, 07. Juni

Die Weltbank stimmt einem Kredit von 470 Millionen DM zu für den Bau der Öl-Pipeline von Doba (Tschad) nach Kribi der Hafenstadt an der Atlantikküste von Kamerun. Die Kosten für den Bau der Pipeline werden über 7 Milliarden DM betragen.

2000, 04. Juli

Der Erzbischof von Douala, Kardinal Tumi, prangert in einem kürzlich veröffentlichten Brief die Menschenrechtsverletzungen durch den Staat und besonders durch eine spezielle Sicherheitseinheit in Kamerun an. Er nennt die Zahl von 500 Personen, die illegalen Exekutionen zum Opfer gefallen sind: Männer und Frauen, junge Männer und Mädchen.

2000, 16. Aug.

Ein Kontingent von 245 kongolesischen Flüchtlingen aus dem Lager in Langui in Nord-Kamerun ist in die USA abreist. Es handelt sich dabei meist um Universitätsprofessoren, Ärzte usw.

2000, 06. Sept.

Im Rahmen eines finanziellen Restrukturierungsplanes will die Regierung eine Reform der allgemeinen Krankenversicherung und auch der Sozialversicherung von Beamten durchführen.

2000, 21. Sept.

An Hirnhautentzündung starb im Gefängnis von Baffoussam am 18. Sept. der englischsprachige Aktivist Matthew Titiahonjo Mboh. Eine Menschenrechtsgruppe beschuldigt die Behörden, Mboh jede medizinische Hilfe verweigert zu haben. Mboh setzte sich für die Eigenständigkeit des Englisch sprechenden Teils von Kamerun ein.

2000, 04. Okt.

Ein Zusammenstoß zwischen einem Nachschubschiff der amerikanischen Marine und einem Handelsschiff führte zum Ausfließen von 20000m³ Öl. Größere Umweltschäden konnten durch gemeinsame Anstrengungen von Ölfirmen und Handelsmarine abgewendet werden.

2000, 10. Okt.

In einem Hirtenbrief verurteilen die katholischen Bischöfe die Korruption, die alle Schichten der Gesellschaft infiziert habe.

2000, 10. Okt.

Im Rahmen der HIPIC Initiative wollen die Weltbank und die IMF Kamerun einen Schuldenerlaß gewähren. Die frei werdenden Gelder sollen im Bildungs- und Gesundheitsbereich eingesetzt werden.

2000, 12. Okt.

Ein Zeitungsinterview von Kardinal Tumi, Erzbischof von Duala, brachte als Reaktion vom Innenminister Koungou Edima Anschuldigungen von "Vaterlandsverrat" und die Drohung, die Religionsfreiheit zu beschränken. Der Kardinal hatte klare und harte Worte gefunden zur Situation der Wirtschaft, zur Transparenz bei Wahlen, zu ethnischen Rivalitäten und zur Haltung der Sicherheitskräfte im Land. Mehrere Zeitungen hatten auch Auszüge des Hirtenbriefes vom 9. Okt. veröffentlicht, der sich mit der Korruption befaßte.

2000, 16. Okt.

Schuldenerlaß über zwei Milliarden Dollar ist Kamerun angeboten worden.

2000, 17. Okt.

Arbeiten haben begonnen an dem Bau der Öl-Pipeline von Kribi nach Tschad. Die Arbeiten sollen drei Jahre dauern und kosten 3,7 Milliarden Dollar.

2000, 03. Nov.

Nach der Entdeckung eines Massengrabes mit 36 Leichen in der Nähe von Duala ist die paramilitärische Einheit zur Verbrechensbekämpfung unter Verdacht geraten, etwas damit zu tun zu haben.

2000, 09. Nov.

Zu Protesten rufen verschiedene Gruppen auf, nachdem zwei junge Männer in Duala von Soldaten kaltblütig erschossen worden waren.

2000, 16. Nov.

Kardinal Tumi feierte in Douala ein Requiem für Benoit Bassilekin, einem der Opfer der Spezialeinheiten und rief die Verantwortlichen auf, die Menschenrechte zu achten.

2000, 18. Nov.

Kardinal Tumi wird von einem Minister der Lüge und des Antipatriotismus bezichtigt, Vorwürfe, die der Kardinal in einem Interview zurückweist.

2000, 04. Dez.

Die Entdeckung eines Massengrabes mit 36 Leichen bei Duala erhöht die Befürchtungen um das Verschwinden von Menschen, die in den letzten acht Monaten von den Sicherheitskräften festgenommen worden waren.

2000, 10. Dez.

ACAT eine christliche Organisation gegen Folter beklagt den "ständigen normalen Gebrauch" von Folter in Kamerun. Die katholischen Bischöfe klagen in einem Hirtenbrief die Korruption im Lande an.