Kamerun: Ereignisse und Entwicklungen 2001 2001, 03. Jan.
Eine Entgasungsanlage am Nios-See richten französische Wissenschaftler ein. Dadurch soll ein kontrolliertes Entweichen tödlicher Gase eine Katastrophe wie im August 1986 verhindern, als 1700 Menschen bei einer Gas-Eruption ums Leben kamen. 2001, 05. Jan. Unkontrolliertes Abholzen des Regenwaldes (besonders durch französische und malaysische Firmen), illegale Holzfällerei und Wilderei will die Regierung mit einer neue Flotte von Flugzeugen und Hubschraubern bekämpfen. 2001, 17. Jan. Der tödliche Anschlag auf den Präsidenten des Kongo, Kabila, überschattet das Franco-Afrikanische Gipfeltreffen in Yaounde. Einige von den 30 erwarteten Staatsoberhäuptern haben ihre Teilnahme abgesagt oder sind wieder abgereist. 2001, 02. Feb. Mit einem Besuch beim Staatspräsidenten und einer Pressekonferenz in Duala am Vortag haben sich die französischen Freimaurer der Großen Loge und französischsprachige Freimaurer Äquatorialafrikas vorgestellt und ihre Gesetzestreue betont. 2001, 14. Feb. Kardinal Tumi hat angemahnt, dass auch bei der Bekämpfung von Bandenwesen und Kriminalität in Duala die Menschenrechte zu wahren seien. 2001, 02. März Amnesty International fordert von der Regierung verstärkte Nachforschungen nach den neun Jugendlichen, die seit dem 27. Februar in Duala verschwunden sind, nachdem sie von Sicherheitskräften verhaftet worden waren. Zur Bekämpfung der Kriminalität setzt die Regierung in Duala weiter auf Festnahmen und Folter. Anscheinend wird der Tod der Verhafteten in Kauf genommen. 2001, 07. März Für verstärkte Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Umwelt will die Regierung entlang der Öl-Pipeline aus dem Tschad sorgen. Auch für die Bewohner der Region sollen Maßnahmen zum Schutz traditoneller Lebensweisen getrofen werden. 2001, 08. März Grenzprobleme mit der Zentralafrikanischen Republik werden von einem UN-Team untersucht. 2001, 20. März Die Bischöfe Kameruns verurteilen erneut die radikalen Methoden der Sicherheitskräfte. Bisher hat die Regierung nicht auf die Forderung reagiert, den Fall der verschwundenen Jugendlichen in Duala aufzuklären. 2001, 20. März Beginn eines Seminars, das vom Päpstlichen Rat für interreligiören Dialog in Yaounde durchgeführt wird. Bischöfe aus verschiedenen Ländern nehmen teil. 2001, 25. März Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen zwei verschiedenen Richtungen der prebyterianischen Kirche führten zu Verletzungen und zur Verhaftung von 21 Personen, darunter fünf Pastoren. 2001, 28. März Anti HIV-Medikamente sind im Preis um bis zu 70% gefallen. 2001, 03. April Eine Kommission zur Untersuchung des Verschwindens der neuen Jugendlichen im Februar haben politische Aktivisten, Menschenrechtsvertreter und Vertreter der katholischen Kirche eingerichtet. 2001, 04. April Polizei verhindert Protestversammlung der Familien der verschwundenen Jugendlichen. 2001, 06. April Mehrere Personen sind im Rahmen der Ermittlungen zu dem Verschwinden einiger Jugendlicher (im Februar) verhaftet worden. 2001, 09. April Eine Demonstration gegen eine Militäreinheit, die in gesetzwidrigen Tötungen von verdächtigen Kriminellen verwickelt ist, wurde von der Polizei aufgelöst. 2001, 21. April ACAT - Aktion der Christen gegen Folter - verlangt von der Regierung eine Untersuchung der Aktionen der Spezialeinheit des Militärs und der Militärtribunale, vor der die betroffenen Familien von Beschuldigten und Opfern nicht als Rechtsperson anerkannt werden. 2001, 28. April Die Bischofskonferenz Kameruns verurteilt den Mord (am 27. April) an dem Priester Appolinaire Ndi in Yaoundé. 2001, 17. Mai Ein polischer Missionar der Oblaten (OMI) ist in Nordkamerun an seinem Schreibtisch von unbekannten erschossen worden. Der Grund für den Mord ist unbekannt, es war nichts gestohlen worden, der Priester hatte sci auch in keiner Weise politisch engagiert. 2001, 22. Mai Der Gouverneur von Duala, Emmanuel Ebang Otong, ist entlassen und durch Gounokou Haounaye ersetzt worden. Grund war die Auseinandersetzung über Menschenrechtsverletzungen durch eine Spezialeinheit in Duala. Präsident Paul Biya musste zugeben, dass es in Kamerun an öffentlicher Sicherheit mangelt. 2001, 29. Mai Religionen gegen Stammesdenken: Vertreter der Katholiken, Protestanten und Muslims wollen gemeinsam gegen Stammesdenken und Korruption vorgehen. CIPRE (Centre pour la promotion des la creation) eine christliche Organisation, organisierte Kundgebungen in Kirchen und Moscheen in den großen Städten des Landes. 2001, 21. Juni Acht Polizisten werden in Zusammenhang mit dem Verschwinden von neun Jugendlichen im Februar vor ein Militärgericht gestellt. 2001, 24. Juni Das Parlament spricht sich gegen Pläne des Verkehrsministers aus, das Container-Terminal im Hafen von Duala zu privatisieren. 2001, 26. Juni Die katholische Bischofskonferenz hat sich mit der Frage der Menschenrechte im Lande befasst. Die Sicherheitslage im Lande sei von den Ordnungskräften wegen Bestechlichkeit nicht gewährleistet. 2001, 16. Sept. 700 Delegierte aus politischen Parteien, Zivilgesellschaft und traditionellen Gruppen werden im Oktober ein Forum der Nationalen Versöhnung abhalten. 2001, 07. Okt. Der berühmte Schriftsteller Mongo Beti stirbt mit 59 Jahren in Douala. 2001, 04. Okt. Der Präsident der unabhängigen Wahlkommission (ONUL) trifft sich mit allen Parteien. Die katholische Kirche organisiert ihre eigenen Wahlbeobachter. 2001, 13. Dez. Das nationale Versöhnungsforum wird abgeschlossen. Der ehemalige Premierminister Alassane Dramane Ouattara erhält die Staatsbürgerschaft. |