Kamerun: Ereignisse und Entwicklungen 2004 Erster Platz im Korruptionsindex
Auf der Korruptionsliste von Transparence International hält Kamerun den ersten Platz vor Nigeria und Kenia. Die Mehrzahl der Befragten in Kamerun gaben an, Bestechungsgelder zu zahlen. Die Weltbank schätzt, dass jährlich weltweit eine Billion Dollar in Korruptionsgelder gezahlt werden. (NAD 09.12.2004) Präsident Biya wiedergewählt Präsident Paul Biya ist nach offiziellen Angaben mit 75% der Stimmen wiedergewählt worden, sein Hauptgegner John Fru Ndi erhielt 17%. Die meisten internationalen Wahlbeobachter erklärten die Wahl für fair, während kirchliche Beobachter Unregelmäßigkeiten bei der Registrierung der Wähler beklagten. (NAD 16.10.2004) Kirche kritisiert Wahlen Der Vorsitzende der kirchlichen Wahlbeobachter hat Unregelmäßigkeiten bei den Präsidentschaftswahl, vor allem bei der Erstellung der Wählerlisten, hervorgehoben. Wahlbeobachter der Francophonie hatten die Wahlen als regulär bezeichnet. (NAD 14.10.2004) Schwache Beteiligung bei Präsidentschaftswahlen Die Wiederwahl des Amtsinhabers Paul Biya, der den Kamerun seit 22 Jahren regiert, für eine fünfte Amtszeit gilt als sicher. Die Oppositionsparteien konnten sich nicht auf einen Gegenkandidat. Eine unabhängige Wahlkommission gibt es nicht und viele Wähler wurden nicht registriert. Die Wahlbeteiligung war schwach. (NAD 12.10.2004) Opposition zerstritten Eine Koalition von Oppositionsparteien konnte sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidat gegen Präsident Paul Biya bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Monat einigen. (NAD 16.09.2004) UN vermittelt erfolgreich im Grenzstreit UN-Generalsekretär Kofi Annan traf sich in Genf mit den Präsidenten von Nigeria und Kamerun, um bei der Bestimmung der Land und Seegrenzen beider Staaten zu vermitteln. Beide Präsidenten zeigten sich zufrieden mit den Verhandlungen und verlasen eine gemeinsame 9-Punkte Pressemitteilung. Der Internationale Gerichtshof hatte im Oktober 2002 ein Grenzentscheidung getroffen. (NAD 04.01.2004) Unabhängige Radio und Fernsehsender geschlossen Laut 'Reporter Sans Frontiers' (RSF) hat die Regierung des Kamerun im Südwesten des Landes 12 unabhängige Radio- und Fernsehstationen geschlossen. Im Oktober sollen Präsidentschaftswahlen abgehalten werden. (NAD 07.01.2004) |