Kenia: Ereignisse und Entwicklungen 2001 2001, 03. Jan. Die Untersuchungskommission zum Mord an P. John Kaiser im August ist noch zu keinem Ergebnis gekommen. 2001, 10. Jan. Die Opposition bringt ein Gesetz ein, das die Macht des Präsidenten einschränken soll. 2001, 12. Jan. Trotz des Abklingens der Ebola-Epidemie in Uganda ist, nach Angaben der Reierung, Kenia darauf bedacht, den Grenzverkehr zu kontollieren. 2001, 16. Jan Nach einem Überfall äthipischern Militionäre auf einen Polizeiposten in Uran nehmen die Spannungen an der Grenze zwischen Äthiopien und Kenia zu. 2001, 17. Jan. Zwei Mädchen , die sich zwei Jahre versteckt hatten, um der Beschneidung zu entgehen, sind gerettet worden. Die Verfolger der Mädchen wurden verhaftet. 2001, 22. Jan. Mehr als 25% des Waldes sind in Kenia mit dem Einverständnis der Regierung abgeholzt worden. 2001, 25. Jan. Gemeinsame Anstrengungen, eine Überfischung des Viktoriasees zu verhindern, wollen Behörden der anliegenden Länder unternehmen. 2001, 25. Jan. Deportiert wurden sechs Sudanesen, die mit dem muslimischen Extremisten Osama bin Laden in Verbindung gebracht werden. 2001, 27. Jan. Fortschritte bei den Verhandlungen über Verfassungsänderungen hat es in der zuständigen Kommission gegeben. 2001, 29. Jan. Der Direktor der Anti-Korruptions-Behörde hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. 2001, 02. Feb. Bei einer kirchlichen Seminarveranstaltung, an der 300 kirchliche Führungspersönlichkeiten teilnahmen, wurden die Kirchen aufgefordert, ihre Einstellung zu Aidskranken und HIV-positiven zu überprüfen. Oft würde die Krankheit als Sündenstrafe gesehen und die Kranken zu Parias gestempelt. Dadurch würden Kranke eher angeregt ihre Infektion zu verstecken und Hilfe käme meist zu spät. 2001, 05. Feb. Der Prozess zu den Bombenattentaten 1998 auf die US Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salaam hat in New York begonnen. 2001, 14. Feb. Erstmals seit der Unabhängigkeit gab es einen Rückgang des Wirtschaftswachstums. 2001, 20. Feb. Einige Angestellte der Vereinten Nationen wurden abgezogen. Bei Untersuchungen von Bestechungsvorwürfen gegen Personal der Flüchtlingshilfe hatte es Todesdrohungen gegen unbeteiligte Beamte gegeben. 2001, 22. Feb. Auch wenn es gegen kenianische Patentrecht verstoßen sollte, will P. Angelo D'Agostino SJ das Angebot der indischen Firma Cipla annehmen, um so billige AIDS-Medikamente für 60 Aids-Waisen zu erhalten, die von ihm betreut werden. 2001, 07. März Gegen die Pläne der Regierung, 160000 acres eines unter Naturschutz stehenden Waldlandes an Siedler zu übergeben, hat es wütende Proteste gegeben. 2001, 08. März Prostestiert haben Frauenorganisationen gegen die Bemerkung des Präsidenten arap Moi, sie würden nie mehr erreichen können, weil sie zu wenig Hirn hätten. 2001, 10 März Hundertausende fliehen wegen der anhaltenden Dürre aus dem Distrikt Mandera (Nord-Kenia) in die Nachbarprovinzen auf der Suche nach Nahrung und Wasser und auch nach Futter für ihr Vieh. 2001, 20. März Gesetze gegen Korruption sollen im Parlament auf Drängen des IMF vorranging besprochen werden, da sonst die Kredite gesperrt werden. 2001, 26. März Ein Feuer in einem Schlafsaal, in dem 68 Kinder umkamen, ist nach Ansicht der Polizei vorsätzlich gelegt worden. Verdächtigt werden ehemalige Schüler, deren Prüfungsergebnisse wegen Betrug für ungültig erklärt worden waren. 2001, 27. März Richard Leackey, Chef des "dream teams", das Kenia aus den wirtschaftlichen Problemen führen sollte, ist von seinem Posten zurückgetreten. 2001, 27. März Die katholische Kirche hat die Regierung um die Veröffentlichung der Ergebnisse einer Untersuchung der Stammeskämpfe von 1992 - 1997 gebeten. 2001, 02. April Zunehmende Unsicherheit an der Grenze zu Somalia veranlasste die Regierung mit der Verfolgung der somalischen Milizen zu drohen. 2001, 10. April Zwei Teenager sollen schuld sein an dem Brand einer Schule am 26. März. Sie wurden des Mordes angeklagt. 2001, 13. April Nach dem Tod eines Polizei-Rekruten wurde ein neuer Ebola-ausbruch befürchtet. Untersuchungen ergaben allerdings, dass er an Typhy gestorben war. 2001, 18. April Fast viereinhalb Millionen Kenianer sind von Hungersnot bedroht. Viele Teile Kenias erleiden die schlimmste Trockenheit seit Jahren. Ernten gibt es nicht, Nutzvieh stirbt. 2001, 19. April FBI-Untersuchungen des Todes von P. Kaiser (Mill-Hill) sprechen von einem möglichen Selbstmord. 2001, 26. April Kenia wird ein Gesetz verabschieden, das die Einfuhr preisgünstig hergestellter AIDS-Medikamente erlaubt. 700 Kenianer sterben täglich an AIDS. 2001, 26. April Richard Leakey, bis Ende März zuständig für die Beamten des Landes, ist wegen Machtmissbrauch und Behinderung der Justiz angeklagt. 2001, 27. April Die katholischen Bischöfe Kenias bezeichnen die Untersuchung des Todes von P. Kaiser durch den FBI als nicht bindend in Kenia und als nicht endgültig. Sie verlangen eine gerichtliche Untersuchung mit der Möglichkeit, die Zeugen zu befragen. 2001, 01. Mai Die Vollverammlung der prebyterianischen Kirche Ostafrikas hat kein Vertrauen mehr zur Regierung Kenias. Die Regierung habe jegliche Kontrolle über die Wirtschaft verloren. 2001, 10. Mai 10000 somalische Flüchtlinge wurden angewiesen, Kenia zu verlassen, wenn sie nicht in die offiziellen Flüchtlingslager einziehen wollen. 2001, 15. Mai Hunderte Menschen flüchteten, nachdem vier Personen bei ethnischen Auseinandersetzungen im Südwesten des Landes getötet worden waren. 2001, 20. Mai Kenia ist der Hauptumschlagplatz für harte Drogen für Europa und Amerika. 2001, 21. Mai Der Generalrat der Mill Hill Missionare hat eine neue Untersuchung des Todes von P. Anthony Kaiser gefordert. Die Analyse des FBI sei kein Ersatz für eine vernünftige Untersuchung. Schon die kenianische Bischofskonferenz hatte den Generalstaatsanwalt aufgefordert, eine Untersuchung nach kenianischem Recht zu veranlassen, da das Papier des FBI zu viele Fehler enthalte. P. Kaiser war im letzten August erschossen neben seinem Wagen aufgefunden worden. Der FBI war in seiner Analyse zu dem Schluss gekommen, es sei Selbstmord gewesen. P. Kaiser war ein vehementer Kritiker der ungerechten politischen Verhältnissen in Kenia gewesen. 2001, 24. Mai Kenias Zuckerindustrie wird von der effektiveren Zuckerproduktion in Ländern wie Sudan, Sambia, Simbabwe und Malawi bedroht. Dort produziert die mangelhafteste Fabrik günstiger als die beste in Kenia. 2001, 30. Mai Nairobis Erzbischof John Njenga fordert die Regierung zu einer erneuten Untersuchung des Todes von P. Kaiser auf. Nationale und intrnationale Experten hätten die offizielle These des Selbstmordes widerlegt. 2001, 05. Juni Großes Aufsehen erregte der Konvoi von Militärjeeps, gepanzerten Fahrzeugen und Soldaten des ugandischen Präsidenten Museveni bei einer Konferenz über Dürre und Entwicklung in Nairobi. 2001, 11. Juni In einer neuen Koalitionsregierung übernimmt der Führer der Opposition Raila Odinga das Energieministerium. 2001, 12. Juni Ein Gesetz, das der Regierung er laubt billige Aids-Medikamente einzuführen, ist vom Parlament einstimmig verabschiedet worden. 2001, 15. Juni Professor Yash Ghai, Vorsitzender der Kommission zur Überarbeitung der Verfassung, hat die beiden bestehenden Verfassungsausschüsse der Parlamentarier und der Zivilinstitutionen zum Zusammenschluss bewogen. 2001, 21. Juni Parlamentsmitglieder protestieren, nachdem bekannt wurde, die Regierung habe ein Medikamenten-Geschenk der Firma Boehringer-Ingelheim abgelehnt, das die Übertragung von Aids von einer infizierten Mutter auf ihr ungeborenes Baby verhindern könnte. Der Zorn der Abgeordneten richtete sich besonders gegen die Medizinervereinigung Kenias, die der Regierung zur Ablehnung geraten hatte, weil es nicht viel nütze, Babys zu schützen, deren Mütter sowieso sterben würden. 2001, 02. Juli Beginn einer Konferenz in Nairobi zur Lebensmittelsicherheit im Horn von Afrika. 2001, 09. Aug. Ein Verfassungszusatz gegen Korruption hat nicht die nötige Zweidrittelmehrheit im Parlament erhalten. Kenia wird damit weiter von Auslandshilfe abgeschnitten sein. 2001, 15. Aug. Ein Antrag zur Änderung der Konstitution, um eine Kenianische Antikorruptionsaktion zu legalisieren ist vom Parlament abgelehnt worden. Damit sind US $ 317 Millionen ausländischer Geber in Frage gestellt. 2001, 15. Aug. Anthony Ndilinge, Mitglied des Parlamentes in der Regierungspartei für den Osten Kenias, wurde ermordet aufgefunden. 2001, 20.Aug. Die katholische Kirche Kenias veranstaltet Gedenkfeiern für deb amerikanischen Mill Hill Missionar, John Kaiser, der vor einem Jahr in noch immer ungeklärten Umständen zu Tode gekommen ist. Die Bischöfe betonen ihre Überzeugung, daß die vom FBI vorgetrachte Sebstmordthese nicht glaubwürdig ist und fordern eine unabhängige Untersuchung des Falls. 2001, 30. Aug. Die Kenianische Regierung will 300 Schulen aus der Trägerschaft der traditionellen Kirchen nehmen und einer Pfingstkirche übergeben. Die Kirchen beschuldigen die Regierung, mit dieser Entscheidung den Unterricht über demokratische Bürgerrechte in den Schulen stoppen zu wollen. Die katholische Kirche hatte mit der Ausbildung von Animatoren über die Reform der Konstitution begonnen. 2001, 15. Okt. Das UN Kommittee für Kinderrechte kritisiert die Kenianischen Polizei wegen Brutalität gegen Strassenkinder. 2001, 22. Okt. Präsident Moi bestätigt öffentlich seinen Rückzug aus der Politik am Ende seiner Amtszeit. 2001, 11. Nov. Die katholischen Bischöfe Kenia beschuldigen die Regierung Korruption zu fördern. 2001, 14. Nov. Schwere Regen machen tausende Flüchtlinge im Lager von Kakuma obdachlos. 2001, 12. Dez. Kämpfe in Tana River Distrikt zwischen Orma Nomaden and Pokoma Bauern hinterlassen 38 Tote. Bei Gewalttätigkeiten zwischen Hausbesitzern und Mietern im Nairobis Kibera Slum kommen mehrere Menschen ums Leben. 2001, 11. Dez. In der nordkenianischen Stadt Mandera werden eine katholische Kirche und eine technische Schule bei gewaltsamen Protesten gegen die Verhaftung eines mutmaßlichen Terroristen zerstört. 2001, 12. Dez. Zum Unabhängigkeitstag erklärt Präsident Moi weibliche Genitalverstümmlung als gesetzwidrig und strafbar. |