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Kongo Brazzaville  > Ereignisse

Kongo-Brazzaville: Ereignisse und Entwicklungen 1990-2000

 
1990, Juli

Ende der marxistisch – leninistischen Staatsideologie. Einführung des Mehrparteiensystems.

1991, 10. Juni

Die Abkehr vom bisherigen System wird mit Hilfe einer "Souveränen Nationalkonferenz" vollzogen, deren Präsident ist der Jesuitenbischof Ernest Kombo von Owanda ist. (Sozialistische "Volksrepublik Kongo" wird umgewandelt in "Republik Kongo").
Eine Übergangsregierung wird eingesetzt.

1992, 16. Aug.

Pascal Lissouba gewinnt die ersten freien Präsidentschaftswahlen.

1992, Sept.

Bildung einer neuen Regierung.

1992, 17. Nov.

Auflösung der Nationalversammlung.

1993, 02. Okt.

Lissouba-Anhänger gewinnen die Neuwahlen zur Nationalversammlung.

1994

Blutige Zusammenstöße zwischen den Milizen Lissoubas und des Oppositionsführers Kolélas und Sassou Nguesso.

1995, 28. Juni

Bildung einer neuen Regierung mit Teilnahme der Anhänger Kolélas.

1995, 24. Dez.

Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Opposition.

1997, 05. Juni

Eskalation seit Jahren schwelender Machtkämpfe zwischen Lissouba und Sassou Nguesso zum offenen Bürgerkrieg.

1997, 12. Sept.

Bildung einer neuen Regierung unter Premierminister Kolélas.

1997, 14. Okt.

Einnahme Brazzavilles durch Truppen Sassou Nguessos dank der militärischen Hilfe Angolas. Lissouba und Kolélas fliehen ins Ausland.

1997, 25. Okt.

Sassou wird als Präsident vereidigt. Er ruft das Volk zur Versöhnung auf und kündet die Bildung einer Regierung Nationaler Einheit an.

1998, 16. Jan.

Lissouba soll vor Gericht gestellt werden. Der ehemalige Präsident des Kongo wird des Völkermordes beschuldigt.

1998, Aug.

Erneute Kämpfe in Brazzaville.

1998, Dez.

Angolanische Soldaten verstärken die Regierungstruppen.

1999, Jan.

Kubanische Söldner verstärken die Truppen des Präsidenten.
Mindestens 20.000 Menschen flüchten aus den südlichen Teilen der Stadt Brazzaville in den Norden. Mehr als 10.000 flüchten über die Grenze in die Demokratische Republik Kongo. Die Lage der Flüchtlinge ist tragisch. Über ein Viertel der Bevölkerung im Süden von Brazzaville irrt seit rund einem Monat ohne Lebensmittel und Medikamente in den Wäldern der Pool-Region umher.

1999, März

Amnesty International wirft der Regierung und den oppositionellen Milizen schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

1999, Juni

Die Weltbank suspendiert einen Teil ihrer Hilfe.

1999, 31. Aug.

Ninja Kommandeure klagen die Regierung wegen täglicher Bombardierung der Zivilbevölkerung an. Nur nach Einstellung der Bombardierung sind sie bereit, ihre Waffen niederzulegen.

1999, 04. Sept.

Grenzvertrag zwischen Kongo Brazzaville, Demokratische Republik Kongo und Angola besonders mit Blick auf das Flüchtlingsproblem.

1999, 08. Sept.

Wegen geforderter Kostenreduzierung des IWF und der Weltbank wurden 34.413 Beamte entlassen.

1999, 21. Sept.

Die relative Ruhe im Land erlaubt eine vermehrte Rückkehr von Flüchtlingen, etwa 1000–2000 Personen täglich.

1999, 26. Sept.

60 Tote nach schweren Kämpfen um die Stadt Kindamba. 20.000–30.000 Einwohner flüchten in den Urwald.

1999, 28. Sept.

Laut Meldungen des Roten Kreuzes sind immer noch 100.000 Flüchtlinge im Land verschollen.

1999, 30. Sept.

Zwei Militärgerichte in Brazzaville und Pointe–Noire eingerichtet zur Untersuchung von Soldaten begangener Kriegsverbrechen.

1999, 03. Okt.

Flüchtlinge in Kinkala von Hungersnot bedroht. Berichte sprechen von einem Dutzend Tote pro Tag.

1999, 03. Okt.

Appell des Rates der Christlichen Kirchen Frankreichs bei der Europäischen Union, möglichst bald zwischen den Politikern im Kongo zu vermitteln.

1999, 04. Okt.

Die katholischen Bischöfe fordern einen Waffenstillstand.

1999, 14. Okt.

Frankreich verspricht Hilfe bei der Instandsetzung des Eisenbahnnetzes.

1999, 26. Okt.

Kuba wird in Brazzaville 6000 Häuser bauen.
Täglich fliehen etwa 1000 Menschen nach Brazzaville, um den Kämpfen zwischen Regierung und Rebellen zu entgehen.

1999, 19. Nov.

Die Regierung hat ein Friedensabkommen mit den Rebellen erreicht.

1999, 02. Dez.

Überschwemmungen in Brazzaville. 600 Familien obdachlos.

1999, 27. Dez.

In einer offiziellen Zeremonie bitten die Führer der Katholiken, Protestanten, Muslime und Bahai im Kongo den Mitbürgern um Vergebung für die Verfehlungen, die Angehörige ihrer Religion an der Bevölkerung im Bürgerkrieg begangen haben.

2000, 26. Febr.

Trotz des Waffenstillstandsabkommens vom November kommt gibt es immer noch Auseinandersetzungen. Präsident Nguesso ruft zum Dialog auf. Die beiden Führer der Opposition, Pascal Lissouba und Bernard Kolélas sind aber immer noch im Exil.

2000, 16. März

Die wirtschaftliche Lage wird sich nach den Erwartungen der Regierung wegen der stabilen Erdölpreis im kommenden Jahr verbessern.

2000, 05. April

Nach Umfragen von UNICEF und dem UN-Bevölkerungsfonds sind allein in Brazzaville 1745 Frauen während des Bürgerkriegs und auch nachher vergewaltigt worden. Betroffen waren besonders die Frauen, die vor den Kämpfen aus Brazzaville in Richtung Pool geflohen waren. Aber auch bei der Rückkehr wurden sie von Rebellen und auch von Soldaten der Armee mißbraucht. Viele Frauen (11%) leiden unter Depressionen, 10,1% wurden aggressiv, 15,7 % sind extrem nervös und 6,6% haben an Selbstmord gedacht. 31,86% der Frauen sind seitdem immer wieder Opfer öffentlichen Anpöbelungen, 18,8% wurden von ihren Partnern verstoßen.

2000, 06. April

Die Regierung stellt einen Dreistufenplan zu nationaler Versöhnung, einer neuen Verfassung und freien Wahlen vor.

2000, 09. April

Die erste Vollversammlung der katholischen Kirche seit 1994, bei der Bischöfe, Priester und Ordensleute aus dem ganz Kongo teilnahmen, beschäftigte sich u.a. mit Plänen für einen nationalen Katechismus, mit der Schaffung einer kirchlichen Radiostation und mit der Weiterbildung der Laien.

2000, 13. April

Zugunglück nördlich von Pointe Noire: 11 Tote und viele Verletzte.

2000, 28. April

Internationale Menschenrechtsorganisation (FIDH) veröffentlicht einen Untersuchungsbericht über die drei Bürgerkriege innerhalb von fünf Jahren.

2000, 02. Mai

Gerichtsverhandlung gegen den früheren Premierminister Bernard Kolelas eröffnet. Die Anklage: Folter und Mißhandlungen in einem privaten Gefängnis zwischen 1993 - 1997.

2000, 27. Juni

Nach langwierigen Reparaturarbeiten kann das Schienennetz der Eisenbahn kann wieder zur vollen Kapazität genutzt werden.1998 war es von Rebellen durch Bombenanschläge unterbrochen worden.

2000, 04. Juli

Fast 40000 Menschen haben aus nördlichen Gebieten der D.R. Kongo in Kongo-Brazzaville Zuflucht gesucht

2000, 11. Juli

Soldaten und Polizei lösen bei der Suche nach bewaffneten Räubern durch Gewehrfeuer im Zentrum von Brazzaville Panik unter der Bevölkerung aus.

2000, 15. Aug.

2001 soll eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung stattfinden.

2000, 15. Aug.

Der Bahnverkehr zwischen Pointe Noire und Brazzaville ist nach fast zwei Jahren Unterbrechung wieder aufgenommen worden.

2000, 10. Okt.

Kongo-Brazzaville ist nach Nigeria und Angola zum drittgrößten Erdölproduzenten Afrikas aufgestiegen. Durch höhere Erdölpreise steigt das Einkommen Kongos in diesem Jahr um 750 Mio. Dollar.

2000, 28. Okt.

Die Vertreterin Kongos bei der UNO, Mme. Olea sagte, für einen Frieden hänge viel davon ab, ob die ehemaligen Kämpfer ihre Waffen ablieferten. Sie rief die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung der Friedensbemühungen auf.

2000, 15. Nov.

Einen Entwurf für eine neue Verfassung wurde von der Regierung angenommen und als Rückkehr zur Demokratie gepriesen. Im kommenden Jahr soll eine Volksabstimmung dazu stattfinden.

2000, 20. Nov.

Mit mehr als 1,5 Milliarden DM wird der internationale Währungsfond die Wirtschaft des Landes in den nächsten drei Jahren stützen.

2000, 03. Dez.

Nach der Vereinbarung eines Waffenstillstandes kann der Dialog der verschiedenen Bürgerkriegsparteien wieder aufgenommen werden. Bei den Verhandlungen geht es besonders um die Eingliederung der früheren Milizen in die Armee und in staatliche Sicherheitskräfte.

2000, 13. Dez.

Wenn Esso keine neuen Ölreserven entdeckt, sollen die Tätigkeiten der Firma in Kongo-Brazzaville eingestellt werden.

2000, 31. Dez.

11 Städte der südlichen Region Niara sind immer noch nicht unter der Kontrolle der Regierung.