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Kongo - RDC  > Ereignisse

Kongo-RDC: Ereignisse und Entwicklungen 1990-2000

1990

April:

Mobutu verkündet ein Ende des Einparteienstaates. Beginn einer allgemeinen politischen Aktivität.

3. Mai:

Mobutu teilt mit, daß es legal noch keine politischen Parteien gebe, bis die Verfassung geändert sei. Außerdem sollte seine Position unangefochten bleiben.

11. Mai:

Truppen stürmen das Universitätsgelände in Lubumbashi, Provinz Shaba. Über 100 Studenten werden getötet, viele andere fliehen. Zu Demonstrationen der Studenten war es gekommen, um die Pläne Mobutus zurückzuweisen; Studenten fordern seinen Rücktritt. Elitetruppen sollten die Kundgebungen unterdrücken.

1992

Einberufung einer Nationalkonferenz, Erzbischof Monsengwo Pasinya, Vorsitzender.
Die Opposition verlangt eine Verfassungsreform und Wiedereinführung der Demokratie.
Stammesfehden in der Saba-Provinz, 2000 Tote
Inflation steigt bis zu 16500%
Regierung Beschlagnahmt Vermögen der Industrie um den wirtschaftlichen Zusammenbruch zu verhindern. Die Währung, der "Zaire" wird praktisch wertlos.

1993

Soldaten plündern, weil sie in wertlosem Geld bezahlt worden sind. Über 1000 Tote.
In der Folgezeit verschiedene Ministerpräsidenten. Unsichere Lage, Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse.

1994

Massive Flüchtlingsbewegung aus Ruanda, darunter Tausende Soldaten und Millionäre der vertriebenen ruandischen Hutu-Regierung, die für die ethnischen Konflikte und Massaker in Ruanda verantwortlich waren. Starke Spannungen entstehen im Osten des Kongo.

1995

Neue Proteste, nach der Ankündigung, die Übergangsregierung würde zwei Jahre im Amt bleiben.

1996

Spannungen und Stammesfehden: Hutu Milizen beginnen "ethnische Säuberungen" in der Gegen von Masasi. Tutsis, die seit Generationen dort gelebt haben, werden getötet oder vertrieben. Die Behörden der Provinz Kivu forderten diese Tutsis/Banyamulenge auf, das Land zu verlassen.
September: Banyamulenge greifen kongolesische Armee und Hutu-Milizen an, unterstützt von der Ruandischen Armee.
Unter der Leitung von Laurent Desire Kabila greift die "Allianz der Demokratischen Kräfte für die Befreiung des Kongo" (AFDL), ein Zusammenschluß verschiedener Ethnien und Oppositionsgruppen, in die Kämpfe ein, um Mobutu zu stürzen.

1997

Auch Einheiten aus Angola Ruanda und Uganda unterstützen die Rebellenbewegung. Kabilas Truppen stoßen überraschend schnell vor, überall als Befreier willkommen geheißen. Logistische Unterstützung durch USA.

März:

Berichte von systematischen Massenmorden an Flüchtlingen aus Ruanda.

4. Mai:

Vermittlungsversuch vom südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela.

1997

16. Mai:

Mobutu geht ins Exil.

17. Mai:

Laurent Desiré Kabila übernimmt die Macht, Parlament in Kinshasa aufgelöst.

29. Mai:

Kabila wird vereidigt als neuer Präsident und verspricht Wahlen spätestens im April 1999.

Juni:

Berichte über Völkermord an ruandischen Hutus. An die 100000 Flüchtlinge sollen von Truppen Kabilas ermordet worden sein. Die Regierung verweigert sich einer Untersuchung der Vorwürfe durch die UNO.

August:

Standrechtliche Erschießungen von Plünderern.
Die katholische Bischofskonferenz warnt vor rechtlich unhaltbaren Zuständen und mahnt die Achtung der Menschenwürde an. In einem offenen Brief rufen die Bischöfe die Katholiken auf, eine stärkere Rolle im Leben der Gesellschaft zu übernehmen, sie wollen Demokratie gefördert sehen.
Die neue Regierung ähnelt bald immer mehr einer Diktatur. Besonders die Bevölkerung im Osten des Kongo wendet sich von Kabila ab.

1998

Kabila versucht, die ausländischen Militärs in seinen Streitkräften zu entlassen.

August:

Putsch von Teilen der Armee, die Städte Bukavu, Goma, Kisangani und Uvira im Osten scheinen in der Hand der Rebellen zu sein. Regierung des Kongo spricht von einem Angriffskrieg Ruandas.
Die Bevölkerung des Ostkongo steht den neuen Rebellen feindselig gegenüber. Es wird von Massakern in einige Dörfern berichtet. Anti-Ruandische Stimmung wächst auch in Kinshasa. Kämpfe westlich von Kinshasa. Dorthin waren Rebellen per Flugzeug eingedrungen, um den Inga Staudamm zu besetzten, der Kinshasa mit Elektrizität versorgt.
Angola, Namibia und Simbabwe greifen mit Truppen auf Seiten Kabilas in die Kämpfe im Kongo ein. Rebellen werden aus dem Westen vertrieben.

September:

Rebellen kämpfen erfolgreicher im Osten. Rebellenführer Wamba dia Wamba nennt als erstes Ziel die Eroberung der Gebiete mit reichen Bodenschätzen.
Bei Friedensverhandlungen in Simbabwe spricht sich Ruanda gegen eine UN-Friedenstruppe im Kongo aus. Rebellen wollen direkte Verhandlungen mit Kabila.

Oktober:

Kindu, der Hauptsitz der Armee des Kongo wird von den Rebellen erobert. Mit Kabila verbündete Länder beginnen eine neue Offensive.

Dezember:

Rebellen bekunden ihre Bereitschaft zu einem Waffenstillstand.

1999

Januar:

Zum Jahresbeginn kündigt Kabila Neuwahlen spätestens für April 1999 an. Berichte von größeren Waffenlieferungen an Kinshasa. Friedensgespräche in Lusaka, Sambia, scheitern.

Februar:

Kabila entläßt die alte Regierung und kündigt Neubildung an.

März:

In Südafrika treffen sich eine Anzahl Oppositionsführer, um eine gemeinsame Strategie gegen die Regierung Kabilas festzulegen.

April:

Die Regierung versucht, den Diamantenhandel unter Kontrolle zu bekommen und den Devisenhandel einzuschränken.

1999, Mai

Libyen müht sich, als Vermittler im Kongokonflikt zu wirken. Ein Waffenstillstand zwischen Kongo und Uganda wurde ausgehandelt. Kabila will auch mit der Opposition sprechen.
Ugandas Außenminister dementiert Berichte, es habe Gefechte in Kisangani zwischen ugandischen Einheiten, die Wamba dia Wamba unterstützen, und anderen Rebellenverbänden gegeben.
Ende des Monats erklärt Ruanda einen einseitigen Waffenstillstand.

1999, Juni

Ein Sprecher der Ruandischen Regierung erklärt, Ruanda, Uganda und Tansania würden versuchen, die drei Rebellengruppierungen des Kongo zur Einheit zu bewegen. Am 14. - 18 Juni sollen in Lusaka Friedensverhandlungen stattfinden.

1999, 10.-14. Juni

Eine Delegation der Sant' Egidio Gemeinschaft aus Rom nimmt Gespräche in Kinshasa auf.

1999, 18.Juni

Präsident Chiluba von Sambia verkündet am Ende der Gespräche von Pretoria einen Waffenstillstand, der am 26.06.99 in Lusaka unterzeichnet werden soll. Doch die Gespräche in Lusaka kommen nicht voran.

1999, 04. Juli

In einem Appell machen katholische Missionsorganisationen auf die schwierige Lage im Osten von Kongo aufmerksam.

1999, 11. Juli

RCD und MLC unterzeichnen den ausgehandelten Waffenstillstandsvertrag nicht. Sie wollen den Krieg weiterführen. Die sechs beteiligten Regierungen unterzeichnen.

1999, 05. Aug.

Sudanesische Bomber sollen Angriffe gegen Rebellen im Kongo geflogen haben.

1999, 15. Aug.

Kämpfe zwischen Ruandischen und Ugandischen Truppen in Kisangani.

1999, 31. Aug.

Die größeren Rebellengruppen haben im Beisein von UN-Vertretern und von Vertretern der Regierungen Ruandas und Ugandas in Lusaka (Sambia) das Friedensabkommen unterzeichnet. Ab morgen soll nun ein Waffenstillstand eintreten. Das Abkommen regelt auch den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Kongo.

1999, 01. Sept.

Aufständische verlangen Gleichbehandlung beim Waffenstillstandsabkommen. Der Arzt Ilunga sowie der Geschichtsprofessor Wamba dia Wamba unterzeichneten, sprechen sich aber jeweils gegen die andere Fraktion aus, die nicht für alle Aufständischen sprechen könne.

1999, 20. Sept.

Der Erzbischof von Kananga (West Kasai) verurteilt die systematischen Plünderungen in Kasai.

1999, 22. Sept.

Die Regierung lädt religiöse Führer zu einer Informationsveranstaltung über die steigenden politischen Spannungen ein.

1999, 05. Okt.

Kabila ordnet die Freilassung von 3000 Soldaten an, die wegen versuchter Fahnenflucht einsaßen.

1999, 24. Nov.

Ein mißlungener Überraschungsangriff der mit der Regierung Kabilas verbündeten Mai-Mai endet mit dem Tod von über 200 Kämpfern.

1999, 25. Nov.

Kämpfe bei Ikela, wo Regierungstruppen Rebellen angreifen, die mehrere Tausend namibische und simbabwische Soldaten eingekesselt haben.

1999, 03. Dez.

RCD-Rebellen verlieren Bokungu an Regierungstruppen, erhalten es aber wieder zurück, nachdem sie simbabwischen Truppen dafür Verpflegung liefern.

1999, 20. Dez.

Die drei Rebellengruppen RCD, RCD-LM und die MLC wollen ihre Standpunkte abstimmen, um in den kommenden Gesprächen mit Präsident Kabila mit einer Stimme zu sprechen.

1999, 21. Dez.

Kämpfe zwischen den Lendu und Hema in Ituri.

1999, 24. Dez

In seiner Weihnachtsbotschaft spricht sich der Erzbischof von Bukavu Mgr. Emmanuel Kataliko gegen die Invasion einer fremden Macht aus, die mit Hilfe "unserer kongolesischen Brüder und mit den Ressourcen unseres Landes Krieg führt. Es sind Ressourcen, die für Entwicklung, für die Ausbildung unserer Kinder, für die Heilung der Kranken und für ein menschlicheres Leben genutzt werden sollten. Sie werden eingesetzt, um zu töten."

2000, 06. Jan

Friedensvertrag für Kongo ist unterzeichnet worden.

2000, 12. Febr.

Rebellen der RCD (die von Ruanda unterstützt werden) erklären Bischof Emmanuel Kataliko zur "persona non grata". Der Bischof wurde bei seiner Rückkehr via Nairobi von der Bischofskonferenz in Kinshasa in Goma aus dem Flugzeug geholt. Die Rebellen werfen dem Bischof "Aufruf zum Rassenhass" vor.

2000, 14. Febr.

Die Katholiken der Erzdiözese Bukavu organisieren Proteste, katholische Schulen und Kirchen werden geschlossen. Unterstützung kommt von den anderen christlichen Kirchen. Der Vatikan fordert die Rückkehr des Erzbischofs in seine Diözese.

2000, 18. Febr.

Uganda verstärkt seine Truppen in Kongo, um Auseinandersetzungen zwischen Hema und Lendu zu unterbinden.

2000, 20. Febr.

Vor zwei Tagen hatte Radio Goma gemeldet, Erzbischof Kataliko könne in seine Diözese zurückkehren. Der Bischof ist jedoch immer noch in seinem "Exil" in Butembo (Nord-Kivu). Die Protestaktionen im Kongo gehen weiter.

2000, 24. Febr.

Die UNO will 500 Beobachter und 5500 Soldaten zu ihrem Schutz in den Kongo entsenden.

2000, 16. März

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und der UNO sind allein in Nord- und Süd-Kivu fast eine halbe Million Menschen vertrieben worden oder auf der Flucht. Die Kämpfe intensivieren sich zwischen Rebellen (sie werden unterstützt von Truppen aus Ruanda und Burundi) und lokalen Milizen, die sich gegen die Besatzer wehren.

2000, 18. März

In einem Übereinkommen zwischen den Rebellenführern der RCD mit Bischof Nabu, dem Präsidenten der kongolesischen Bischofskonferenz und dem Generalvikar der Erzdiözese Bukavu wird die Rückkehr von Erzbischof Kataliko garantiert, im Gegenzug sollen die katholischen Schulen wieder geöffnet werden.

2000, 23. März

Der Friedensvermittler der UNO, Ketumile Masire, reist verärgert über Reisebeschränkungen und andere Restriktionen aus Kongo ab.

2000, 27. März

Neue Spannungen in Kisangani zwischen Truppen aus Ruanda und Uganda. Radio Ruanda sagt, Uganda wolle dem Rebellenführer Ernest Wamba dia Wamba die Rückkehr nach Kisangani ermöglichen.

2000, 09. April

Präsident Kabila und Führer der mit ihm verbündeten Nachbarstaaten treffen sich in Kinshasa. Dabei ging es auch um einen Waffenstillstand, der am 14. in Kraft treten soll.

2000, 12. April

Der UN-Sicherheitsrat wird eine Delegation nach Kongo entsenden, um Möglichkeiten zu erörtern, wie das Lusaka-Friedensabkommen umgesetzt werden kann.
Eine 5500 Mann starke UN-Beobachter Mission soll die Einhaltung des Abkommens überwachen. Es wird jedoch etwa drei Monate dauern, bis die Truppe entsandt werden kann.

2000, 21. April

Absturz einer Antonow-8 in der Nähe der sambischen Grenze. 21 Personen, darunter fünf ruandische Offiziere, kommen dabei ums Leben.

2000, 22. April

In einem offenen Brief an Bischof Faustin Ngabu, den Vorsitzenden der kongolesischen Bischofskonferenz in Goma, beschwert sich die Organisation katholischer Mütter von Bukavu über die Untätigkeit und das Schweigen des Bischofs zur Situation von Mgr. Kataliko.

2000, 28. April

Die katholische Kirche in Bukavu beschuldigt die Rebellen der RCD-Goma, sich nicht an Abmachungen zu halten und weiter die Rückkehr von Mgr. Kataliko zu verhindern.

2000, 30. April

Beginn eines Gipfeltreffens in Algier über die Situation des Friedensprozesses in Kongo.

2000, 01. Mai

Nach Angaben von Salim Ahmed Salim, Generalsekretär der OAU, hat das Treffen in Algier neue Bewegung in den Friedensprozess gebracht.

2000, 02. Mai

Beginn von Untersuchungen einer Kommission des belgischen Parlamentes zum Tod von Patrice Lumumba vor 40 Jahren.

2000, 05. Mai

Die Bischofskonferenz von Kivu verurteilt das erzwungene Exil von Bischof Kataliko.

2000, 09. Mai

Seit dem 05. Mai haben sich Truppen aus Ruanda und Uganda in Kisangani Gefechte geliefert. Es geht um die Kontrolle der Stadt.

2000, 15. Mai

Mehr als 300 Personen wurden von RCD-Goma Rebellen in Katagota, 60 km südlich von Bukavu (Kivu), erschossen. Die Aktion war eine Vergeltung für einen Hinterhalt in dem die Mai-Mai vier Leute der RCD-Goma getötet hatte. Die meisten Zivilisten waren schon vor dem Massaker geflohen.

2000, 16. Mai

Human Rights Watch beschuldigt in einem Bericht die Ruandische Armee und ihre kongolesischen Verbündeten, Massaker und Vergewaltigungen begangen zu haben. Auch ihre Gegner, Hutu und Mai-Mai-Gruppen, werden der Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung beschuldigt.

2000, 17. Mai

Der Vermittler Ketumile Masire kommt nach Goma für Gespräche mit den Rebellen. Er will eine Nationale Friedenskonferenz vorbereiten, die im Juni stattfinden soll.

2000, 18. Mai

In der Diözese Bukavu wird des Bischofs Kataliko gedacht, der heute vor drei Jahren Bischof von Bukavu wurde. Er ist immer noch im Exil in Butembo. In Bukavu selber herrscht eine gespannte Atmosphäre. Während die Christen Gedenkgottesdienste und Prozessionen halten, hat das verstärkte Ruandische Militär und die Polizei den Befehl, Demonstrationen zu unterbinden. 60000 Personen haben eine Petition für die Rückkehr des Bischofs unterschrieben und den Führern der Rebellen überreicht.

2000, 23. Mai

Die Präsidenten von Ruanda (Kagame) und Uganda (Museveni) beschießen, daß sie ihre Truppen ab 25. Mai aus Kisangani auf 100 km Entfernung zurückziehen werden. Die Rebellen der RCD-Goma sagen, sie seien von dem Abkommen nicht betroffen und werden in Kisangani bleiben.

2000, 24. Mai

Vor der Küste von Kongo sind neue Ölvorkommen entdeckt worden.

2000, 25. Mai

Die Mission der UNO im Kongo beschuldigt die Rebellen der MLC, den Friedensprozess zu behindern und den Waffenstillstand zu brechen.

2000, 29. Mai

Die Bischöfe wenden sich in einer Botschaft an die UNO, OAU, die EU und den internationalen Gerichtshof gegen die Einmischung Ruandas, Uganda und Burundis in die inneren Angelegenheiten der RD Kongo. Die EU wird aufgefordert die Waffenverkäufe einzustellen. Der Internationale Gerichtshof wird aufgefordert, dem Völkermord ein Ende zu bereiten.

2000, 31. Mai

Das Priesterseminar in der Nähe von Bukavu (Region Kivu) wird von Bewaffneten umstellt und ein Seminarist erschossen. Die Gebäude werden geplündert. Von der Bevölkerung wird dies als weitere Aktion gegen die Katholiken gesehen, die auf eine Rückkehr ihres Bischofs Kataliko bestehen.

2000, 01. Juni

In einem Kommuniqué beschuldigt eine Versammlung der Beratern der Diözese Bukavu die Truppen von Ruanda und Uganda, ihr gemeinsames Ziel sei die Zerstörung der Institutionen der Kirche. Der Erzbischof wird gehindert in seine Diözese zurückzukehren und die Gesundheitseinrichtungen der Diözese würden von den Truppen gezielt angegriffen.

2000, 04. Juni

Präsident Kabila von der DR Kongo trifft in Kenia den Präsidenten von Ruanda, Kagame. Es war das erste Treffen seit dem Beginn des jetzigen Kongokrieges am 02. Aug. 1998. Angeregt wurde dieses Treffen vom kenianischen Präsidenten Arap Moi.

2000, 06. Juni

In Lubumbashi (im Süden von Kongo, nahe der Grenze zu Sambia) treffen sich Präsident Chiluba von Sambia und der kongolesische Präsident Kabila zu Gesprächen über den Friedensprozess.

2000, 11. Juni

Die anhaltenden Kämpfe zwischen ruandischen und ugandischen Truppen in und um Kisangani haben mehr als 250 Tote unter der Zivilbevölkerung gefordert. Die 600000 Einwohner sind ohne Strom und Wasser.

2000, 14. Juni

Die Regierung Ruandas betont, daß ihre Truppen den Kongo nicht verlassen werden, bis ihre Sicherheitsforderungen erfüllt seien.

2000, 15. Juni

Letzte Meldungen sprechen von bis zu 500 Toten und 2000 Verwundeten in Kisangani.

2000, 19. Juni

Freudentänze in den Straßen von Kisangani, nachdem sich die letzten ruandischen Soldaten aus der Stadt zurückgezogen hatten.

2000, 21. Juni

In Folge des Krieges in Ost-Kongo sind nach Schätzungen des IRC, einer Flüchtling-Hilfsorganisation, etwa 2 Millionen Menschen umgekommen.

2000, 21. Juni

Das Büro des Friedensvermittlers der OAU Dr. Masire ist in Kinshasa von den Behörden geschlossen worden. Präsident Kabila beschuldigt Dr. Masire, die Opposition in Kongo zu favorisieren.

2000, 26. Juni

Vor dem internationalen Gerichtshof in den Haag beginnen Anhörungen zu der Klage Kongos gegen Burundi, Ruanda und Uganda.

2000, 30. Juni

40. Jahrestag der Unabhängigkeit Kongos von Belgien. Im Bürgerkrieg der letzten beiden Jahre sind in dem Land im Durchschnitt pro Tag 2600 Menschen umgekommen.

2000, 03. Juli

Präsident Kabila hat die Liste des Innenministers mit 240 Vertretern für das Übergangsparlament angenommen. Er selber kann noch 60 weitere Vertreter ernennen.

2000, 05. Juli

Die UNO bestätigt den Rückzug ugandischer Truppen aus Kisangani, der Abzug der ruandischen Truppen war am 21 Juni erfolgt.

2000, 06. Juli

Die UN suchen 28 Mio. Dollar als Hilfe für Arbeitsprogramme für ehemalige Rebellen in Kongo.

2000, 12. Juli

Bei den Kämpfen in Kisangani haben mindestens 619 Zivilisten und 141 Soldaten ihr Leben verloren.

2000, 31. Juli

45000 Flüchtlinge aus der D.R. Kongo fliehen in das Nachbarland Kongo-Brazzaville. Ursache ist eine Offensive der Regierungstruppen Kabilas gegen von Uganda unterstützte Rebellen.

2000, 07. Aug.

Präsident Kabila wird das Übergangsparlament in Kinshasa nicht einberufen, es passe nicht in die augenblickliche politische Lage.

2000, 08. Aug.

Ruanda wird seine Truppen in Kongo von seinen bisher gehaltenen Positionen etwa 200 km zurückziehen.

2000, 11. Aug.

Regierungssoldaten erleiden schwere Niederlage im Nordwesten Kongos nahe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik. Laut Rebellenführer Bemba wurden 800 Soldaten der Kabila-Armee am Ubangi-Fluß getötet. Hunderte seien in das Nachbarland geflohen.

2000, 15. Aug.

Kongo-Friedensgespräche in Lusaka Sambia werden ohne Ergebnis beendet. Präsident Kabila soll sich einer Einigung widersetzt und den ehemaligen Präsidenten Botsuanas Ketumile Masire als Vermittler abgelehnt haben.

2000, 17. Aug.

Sowohl den ehemaligen südafrikanischen Präsidenten de Klerk als Vermittler zwischen den Kriegsparteien in Kongo vorgeschlagen. Auch eine Reihe Namen anderer früherer Staatschefs wurden genannt, so z.B. Kaunda, der frühere Präsident Sambias.

2000, 21. Aug.

Das Übergangsparlament ist von Präsident Kabila nach Lubumbashi einberufen worden.

2000, 23. Aug.

Präsident Kabila wird sich nicht an das Lusaka-Abkommen halten, da es die Souveränität der DR Kongo nicht anerkenne.

2000, 24. Aug.

Die Regierung Kabilas stimmt dem Einsatz von UN-Beobachtern zu.

2000, 26. Aug.

Kongolesische Kämpfer, meist Mayi-Mayi, und ugandische Streitkräfte liefern sich Gefechte in Nord Kivu, bei dem mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Ursache dafür ist anscheinend die Entlassung Mbusa Nyamwisi des Stellvertreters von Wamba-dia Wamba dem Führer der RDC-ML. Dieser hatte sich der Unterstützung der Mayi-Mayi versichert, die Kinshasa unterstützen.

2000, 28. Aug.

Bischof Nestor Ngoy Katahwa von Manono wird seit dem 29. Juli in Kinshasa festgehalten. Er wird beschuldigt, die Rebellen in seiner Diözese willkommen geheißen und unterstützt zu haben. Bischof Katahwa hatte in Kinshasa an der Bischofskonferenz teilgenommen. Die Behörden sagen, der Bischof sei "schuldig", ein Vetter von Emile Ilunga, dem Führer der RCD-Goma, zu sein.

2000, 02. Sept.

Kabila ändert sein Kabinett und ernennt neben anderen zwei ehemalige Mobutu-Leute zu Ministern.

2000, 03. Sept.

Die von Ruanda bzw. Uganda unterstützten beiden miteinander verfeindeten Rebellengruppen CRD und CLM halten Gespräche und betonen, sie werden das Lusaka Abkommen einhalten.

2000, 05. Sept.

Ein Vertrag zwischen Kongo und Israel gesteht Israel das Monopol der Vermarktung kongolesischer Diamanten zu und soll so den Diamantenschmuggel eindämmen. Im Gegenzug soll Israel Soldaten des Kongo ausbilden, geplant sind auch Waffenkäufe.

2000, 11. Sept.

MLC-Führer Jean-Pierre Bemba sagt, seine Truppen hätten die Stadt Dongo nahe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik von Regierungstruppen wiedererobert. Kinshasa beschuldigt Uganda und Ruanda, in den Kämpfen in der Region verwickelt zu sein.

2000, 12. Sept.

Ein Reisebus wurde in der Region Kivu von Banyamulenge-Soldaten angegriffen und 14 Personen getötet. Die Aktion war ein Racheakt für den Tod eines Banyamulenge-Soldaten, der aus dem Hinterhalt erschossen worden war.

2000, 14. Sept.

Unter dem Jubel der Christen und der Bevölkerung von Bukavu konnte der Erzbischof Emmanuel Kataliko in sein Bistum zurückkehren, nachdem ihn die Rebellen der CRD seit dem 12. Februar in Butembo im Exil gehalten hatten.

2000, 17. Sept.

30 - 40 000 Menschen hatten sich vor der Kathedrale in Bukavu versammelt um die Sonntagsmesse mit Erzbischof Kataliko zu feiern.

2000, 20. Sept.

Trotz des Bürgerkrieges arbeiten die belgische Firma George Forrest und die amerikanische staatliche Firma Gecamines in Lubumbashi weiter an der Kobaltgewinnung aus den Rückständern des ehemaligen Kupferabbaus.

2000, 25. Sept.

Schikanen und Unterdrückung der Bevölkerung seitens der ugandischen Truppen nehmen zu und beeinträchtigen die Sicherheitslage in Nord-Kivu, neue ethnische Kämpfe zwischen Hema und Lendu werden aus Ituri gemeldet und der kontinuierliche Widerstand der Regierung in Kinshasa gegen UN-Beobachter lassen bei Kofi Annan Zweifel an dem Einsatz der UN-Beobachter aufkommen. Er schlägt neue Beratungen im Sicherheitsrat im November vor.

2000, 27. Sept.

Fünf Jahre von Steuern und Zöllen befreit ist die neue private "Hewa Bora Airways". Teilhaber der Gesellschaft sind zumeist Präsident Kabila nahestehende Personen.

2000, 04. Okt.

Erzbischof Kataliko starb in der vergangenen Nacht in einem Krankenhaus bei Rom. Er hatte sich unwohl gefühlt und starb wenige Stunden später, ohne dass die Ärzte ihm helfen konnten. Er war nach Rom gekommen, um an einer Konferenz von SECAM teilzunehmen.

2000, 05. Okt.

Unruhen in Bukavu nach der Nachricht vom Tode des Erzbischofs Kataliko, der am Vortag nach einem Herzinfarkt in Rom gestorben war..

2000, 08. Okt.

Mehr als 300 000 trauernde Gläubige waren zur Begrüßung ihres toten Erzbischofs Kataliko in Bukavu gekommen. Sie säumten 34 km entlang des Weges, als der Leichnam nach Bukavu gebracht wurde, wo er in der Kathedrale aufgebahrt wurde.

2000, 08. Okt.

52 ruandische Soldaten sollen in Kämpfen mit Loyalisten in Nord-Kivu getötet worden sein.

2000, 09. Okt.

Bei Gesprächen in Windhoek wird der geringe Fortschritt in der Umsetzung des Lusaka-Abkommens beklagt.

2000, 10. Okt.

Die Rebellen des MLC unter Führung von J.P. Bemba bedrohen die strategisch wichtige Stadt Mbandaka. Die mit Kabila verbündeten Länder Simbabwe, Angola und Namibia drohen Bemba mit militärischer Intervention, wenn er die Angriffe nicht stoppt.

2000, 10. Okt.

Die Beerdigung von Erzbischof Kataliko in Bukavu fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in würdiger Weise statt, obwohl am Vorabend die Behörden von Bukavu in provokanter Weise 13 Vertreter verschiedener Menschenrechtsorganisation verhaftet und verprügelt und das Büro der katholischen Organisation Jeremie verwüstet hatten.

2000, 16. Okt.

Ein Aufflammen der Kämpfe wird von verschiedenen Fronten berichtet. Südafrikas Präsident Mbeki versucht auf dem Gipfelgespräch in Mosambik das Lusaka-Abkommen wiederzubeleben und Präsident Kabila hat der Stationierung von UN-Friedenstruppen in den von der Regierung kontrollierten Gebieten zugestimmt. Die Truppen des MLC von J.P. Bemba bedrohen weiterhin die strategisch wichtige Stadt Mbandaka. Bemba sieht im Lusaka-Abkommen keine Verpflichtung für die Rebellen. Regierungsstreitkräfte in Mbandaka und Imense werden verstärkt.

2000, 17. Okt.

Kongo hat Einspruch in Den Haag erhoben gegen den Haftbefehl für seinen Außenminister Abdoulaya Yerodia Ndombasi. Dieser war von Flüchtlingen der Anstiftung zum Rassenhaß beschuldigt worden.

2000, 21. Okt.

Roberto Garreton, Sonderbeauftragter für Menschenrechte der UN, beschuldigt alle Kriegsparteien, das Land zu zerstören und die Menschen ihrer Rechte zu berauben.

2000, 22. Okt.

Rebellen beschuldigen die Regierung Kabilas, erneut eine Offensive im Südosten begonnen zu haben.

2000, 26. Okt.

Laut UNICEF ist jedes dritte Kind in Kivu Halb- oder Vollwaise. In Katanga leben 42,9% der Kinder auf der Straße. In einigen anderen Gebieten soll die Lage noch schlimmer sein.

2000, 28. Okt.

Kongolesische Rebellen und ihre ruandischen Verbündeten versuchten die Stadt Pepa von Regierungstruppen zurückzugewinnen.

2000, 29. Okt.

Eine neue Leitung haben die mit Ruanda verbündeten Rebellen in dem 35 jährigen Adolphe Onusumba Yemba. Er will die Menschen im Kongo überzeugen, daß er eine gute Alternative zu Präsident Kabila ist.

2000, 30. Okt.

Mehrere Missionen sind im Osten Kongos von Rebellen und ruandischen Kommandos angegriffen und teilweise zerstört worden. Mehrere Personen wurden getötet, ein Pfarrer schwer verletzt, eine Person wurde entführt.

2000, 06. Nov.

Weitere Fraktionskämpfe bei den von Uganda unterstützten Rebellenbewegung Ernest Wamba dia Wamba sollte durch Anhänger eines von ihm entlassenen Stellvertreters gestürzt werden.

2000, 07. Nov.

Burundische Rebellen sollen in der Region Uvira einige Banyamulenge-Dörfer angegriffen haben.

2000, 08. Nov.

Afrikanische Staaten, die verschiedene Parteien im Kongokrieg unterstützen, haben in Libyen ein Abkommen getroffen, danach sollen ihre Truppen durch Friedenstruppen der OAU ersetzen werden.

2000, 14. Nov.

In Bunia herrscht seit zwei Wochen Chaos. Grund sind die Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Rebellengruppen der RCD-ML.

2000, 15. Nov.

Eine Kommission der Uno beschuldigt sowohl Ruanda als auch Uganda der Plünderung von Diamanten, Erzen und Tropenholz in Ost-Kongo. Ruanda bestreite die Vorwürfe.

2000, 16. Nov.

Wegen der andauernden Kämpfe in verschiedenen Provinzen stieg die Flüchtlingszahl innerhalb Kongos. 630 000 neue Flüchtlinge bringen die Zahl auf 1,6 Mio.

2000, 18. Nov.

Bombardierungen der kongolesischen Luftwaffe im Osten des Landes führen zu neuen Fluchtwellen. Kabila scheint erste Schritte zu einer Rückeroberung der von Rebellen kontrollierten Gebiete zu machen. Von Simbabwe aus treffen Verstärkungen von Truppen, Fahrzeugen und militärischem Gerät ein, Simbabwe hat außerdem an Kabila 15 Kampfboote geliefert.

2000, 24. Nov.

Demokratische Oppositionelle der DR Kongo fordern auf einer Konferenz in Brüssel die Durchsetzung der UNO-Beschlüsse, verlangen ein Waffenembargo gegen alle am Krieg beteiligten Parteien und schlagen eine diplomatische Isolierung der beteiligten Staaten und deren Vertreter vor.

2000, 29. Nov.

16 Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Kongokrieges betroffen durch Menschenrechtsverletzungen sowie negative wirtschaftliche Auswirkungen.

2000, 29. Nov.

Ein Großteil der Bevölkerung Butembos ist auf der Flucht nach Kämpfen zwischen Mai-Mai und RCD-ML-Rebellen.

2000, 30. Nov.

Eine Delegation von Mitgliedern des Europäischen Parlamentes hat in Kongo Unzufriedenheit mit dem Lusaka-Abkommen nicht nur bei Präsident Kabila festgestellt. Alarmierend sei die Armut in Kongo. Die schlimme Lage der Menschen sei einfach unvorstellbar.

2000, 04. Dez.

Neue Kämpfe im südlichen Kongo verursachen innerhalb von zwei Tagen die Flucht von 10000 Einwohner nach Sambia. Im Norden sind die Einwohner über die Präsenz von neuen Truppen an der Ugandischen Grenze zu Kongo beunruhigt, die sich offensichtlich auf einen Einmarsch vorbereiten.

2000, 06. Dez.

In Harare, Simbabwe, diskutieren die Verteidigungsminister der am Krieg beteiligten Länder Möglichkeiten eines Rückzugs ihrer Truppen aus Kongo.

2000, 11. Dez.

Ein Forum zur Demokratisierung des Kongo nutzt Präsident Kabila, die anwesenden Vertreter aus Gesellschaft, Politik und Kirche zu Vorschlägen aufzufordern für einen internen Dialog in Kongo.

2000, 12. Dez.

Rebellen weisen die Vorschläge Kabilas zurück, sie würden nur den im Vertrag von Lusaka vorgesehenen Dialog behindern.

2000, 15. Dez.

113 private Zeitungen sind am Erscheinen gehindert worden (90% davon sollen allerdings "Phantomzeitungen" sein). Einige Chef-Redakteure sind verhaftet.

2000, 17. Dez.

Strategische Orte in der Nähe der Grenze zu Sambia und zu Tansania werden von Rebellen der RCD (unterstützt von Ruanda) angegriffen, um den Nachschub der Regierungskräften zu unterbinden.
Ruandische Regierungsstellen reagieren ablehnend auf Vorschläge, UN-Truppen an der Grenze mit Kongo zu stationieren.
Im Nordosten finden wieder Kämpfe zwischen den Stämmen der Hema und Lendu statt.

2000, 21. Dez.

Gespräche zur Beendigung des Kongokrieges beginnen in Libreville, Gabun. Die Regierung Kabilas und die drei größten Rebellengruppen nehmen nicht teil.