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Kongo - RDC  > Ereignisse

Kongo-RDC: Ereignisse und Entwicklungen 2001

2001, 01. Jan.

In einem oekumenischen Aufruf zum Frieden verurteilen der katholische Bischof Paluku Sikuli und der protestantische Pastor Mauka Mathé Bulalo alle willkürliche Verhaftungen und das Anwenden von Folter.

2001, 09. Jan.

Eine Delegation des amerikanischen Kongresses besuchte das von Rebellen kontrollierte Gebiet. Ein Treffen mit Vertretern der katholischen Kirche wurde nach der Begrüßung vor dem Bischofshaus von Sicherheitskräften der Rebellen und der ruandischen Armee verhindert. Auf Proteste wurde geantwortet, der amerikanische Kongress habe in Kongo nichts zu sagen.

2001, 10. Jan.

Der am 28. Dez. 2000 verhaftete Weihbischof Cyprien Mbuka von Boma ist freigelassen worden. Ihm war der Besitz von Kommunikationsmitteln vorgeworfen worden, mit denen er bei seinen Predigten Menschen zum Aufruhr aufrufe. Kardinal Frederic Etsou, Erzbischof von Kinshasa, hatte gegen die Verhaftung protestiert.

2001, 11. Jan.

Sowohl im Norden wie auch im Süden von Kongo sind Regierungstruppen zusammengezogen worden, die Städte zurückerobern sollen, die sie im letzten Jahr an die Rebellen verloren hatten. Täglich fliegen Cargo-Flugzeugen Soldaten und Ausrüstung von Angola aus nach Lubumbashi, von dort aus soll besonders die Rückeroberung von Pweto betrieben werden.

2001, 13. Jan.

Bei einem Bombenangriff auf Pweto sind sechs Zivilisten getötet und mehrere verletzt worden.

2001, 16. Jan.

Nach zweiwöchigen Kämpfen zwischen verschiedenen Fraktionen (u. a. auch zwischen Hema und Lendu) in der Provinz Ituri sind bisher 3500 Personen nach Uganda geflohen. Im Grenzfluss (zw. Kongo und Uganda) Semliki wurden verstümmelte Leichen angeschwemmt.

2001, 16. Jan.

Präsident Laurent Kabila ist von einem seiner Leibwächter bei einem Mordanschlag schwer verletzt worden. Die Lage in Kinshasa blieb ruhig, das Militär kontrollierte die Straßen.

2001, 17. Jan.

Präsident Kabila ist tot. Auf dem Flug nach Simbabwe, wo er operiert werden sollte, erlag er seinen Verletzungen.

2001, 18. Jan.

Die Leiter des "Mouvement de la libération du Congo, MLC" Jean-Pierre Bemba, des "Rassemblement congolais pour la democratie - Mouvement de liberation, RCD-ML" Mnusa Nyamwisi und John Tibasiima Ateenyi un der Leiter des "Rassemblement congolais pour la democratie - Nationale, RCD-Nationale", Roger Lumbala haben ein Dokument über einen Zusammenschluss unterzeichnet und die "Front de libération congolais, FLC" unterzeichnet. Ernest Wamba dia Wamba hatte nicht unterzeichnet. Er bezeichnete den Zusammenschluss als von Uganda aufgezwungen.

2001, 18. Jan.

Generalmajor Joseph Kabila - der Sohn Laurent Kabilas - hat als Interimspräsident die Macht in Kinshasa übernommen und die Vertreter der ausländischen Botschaften empfangen.

2001, 19. Jan.

Die Leiche Laurent Kabila soll von Simbabwe in seiner Heimatstadt geflogen, dort aufgebahrt und in der kommenden Woche in Kinshasa mit einem Staatsbegräbnis beerdigt werden.

2001, 19. Jan.

Beim Angriff der Lendu auf den Flugplatz von Bunia sind 59 Personen getötet worden, die ugandische Armee hatte den Angriff mit schwerem Geschütz erwidert.

2001, 23. Jan.

Sowohl Lendu als auch Hema richten Massaker bei den Gegnern an bei denen wenigstens 200 Personen umgekommen sind. 10000 Hema sollen in Richtung Kisangani auf der Flucht sein, etwa 5000 suchen mittlerweile auch in Uganda Zuflucht.

2001, 23. Jan.

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen ausländischer Truppen aus Simbabwe und Angola und im Beisein der Präsidenten seiner ehemaligen Alliierten Angola, Namibia und Simbabwe findet das Staatsbegräbnis für Präsident Laurent Kabila statt.

2001, 24. Jan.

Die katholische Bischofskonferenz mahnt, die Einheit des Kongo zu wahren.

2001, 26. Jan.

Joseph Kabila (29) wird vor dem provisorischen Parlament als neuer Präsident der RD Kongo eingeschworen.

2001, 28. Jan.

Ein Sprecher der RCD-Rebellen (von Ruanda unterstützt) kritisiert den Friedensplan von Präsident Joseph Kabila, ein Sprecher Ruandas äußerte sich hingegen positiv.

2001, 31. Jan.

Präsident Kabila trifft sich mit Frankreichs Präsident Chirac. Am Vortag hatte er mit dem südafrikanischen Präsidenten Beratungen geführt. Er ist jetzt auf dem Weg zu Gesprächen in die USA.

2001, 01. Feb.

Treffen zwischen Präsident Kabila und Ruandas Präsident Kagame in Washington.
Kongo zieht seine Klage der bewaffneter Aggression vor dem internationalen Gerichtshof gegen Ruanda und Burundi zurück.

2001, 02. Feb.

Kabila trifft den Generalsekretär der UNO Kofi Annan.

2001, 03. Feb.

Kabila bei der belgischen Regierung. Premier Verhofstadt drängt auf erneute Anstrengungen zum Frieden.

2001, 04. Feb.

Belgische Regierung fordert große Friedensinitiative von der UNO für die Region der großen Seen.

2001, 05. Feb.

In Shabunda, Süd-Kivu, sind 15000 Menschen auf der Flucht nach Kämpfen zwischen Rebellen der RCD-Goma und Milizen der Mai-Mai.

2001, 06. Feb.

Ruhe scheint in Bunia wiederhergestellt zu sein nach den Kämpfen zwischen Hema und Lendu. Nach den Kämpfen waren 400 Tote zu beklagen, viele Dörfer waren in Brand gesteckt worden, 5000 Menschen sind geflohen.

2001, 08. Feb.

Falls UNO-Friedenssoldaten die Stellungen einnehmen, ist Ruanda bereit, Teile seiner Streitkräfte aus Kongo abzuziehen.

2001, 09. Feb.

"Cap Anamur" hilft Rückkehrern in den Kongo mit finanzieller Unterstützung beim Kauf von Arbeitsgeräten und Nahrungsmitteln.

2001, 11. Feb.

Kämpfe mit etwa 5000 Hutu-Rebellen meldet die RCD-Goma aus Shabunda, 270km westlich von Bukavu).

2001, 15. Feb.

Erste Reihe erneuter Kongo-Friedensgespräche in Lusaka beendet, an denen auch der neue Präsident Joseph Kabila teilnahm. Ugandas Präsident Museveni (wegen des Wahlkampfes) und Ruandas Präsident Kagame (aus Protest gegen die Politik Lusakas gegenüber Hutu-Rebellen) waren als einzige Kriegsparteien nicht anwesend. Die Teilnehmer stimmten dem Einsatz der UNO-Beobachter im Kongo zu. Präsident Kabila will den früheren Präsidenten Botsuanas Ketumile Masire als Unterhändler anerkennen.

2001, 19. Feb.

Nach anfänglich negativen Äußerungen der ruandischen Regierung über das Gipfeltreffen in Luanda hat Ruandas Präsident Kagame seine volle Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Konferenz betont. Ruanda würde auch weiterhin an dem Friedensprozess in Kongo mitarbeiten.

2001, 21. Feb.

Ruanda will ein Zeichen seines guten Willens setzen und seine Truppen 200km von den bisherigen Positionen zurückziehen.

2001, 25. Feb.

Ein Ausbruch des Vulkans Nyamuragira in der Nähe von Goma wird immer stärker.

2001, 26. Feb.

Die EU will nach den letzten positiven Anzeichen aus dem Kongo ihre Entwicklungszusammenarbeit (unterbrochen 1992) wieder aufnehmen. Präsident J. Kabila will wirtschaftliche Reformen durchführen.

2001, 28. Feb.

Ruandische Truppen haben begonnen sich von ihren Positionen in der Region von Pweto zurückzuziehen. Auch Uganda hat mit einem Abzug aus Buta begonnen.

2001, 01. März

Ein geplantes Treffen mit unbewaffneten Oppositionsgruppen hat Präsident Josef Kabila abgesagt, nachdem von dort ablehnende Äußerungen gekommen waren.

2001, 02. März

700 Vertreter von örtlichen Kirchen und kirchlichen Organisationen und 350 europäischen Delegierten haben in Butembo ein "Internationales Symposium für den Frieden in Afrika" abgehalten. Gefordert wurde der Abzug der ausländischen Armeen und von den Rebellenorganisationen mehr Patriotismus. Das Symposium endete mit einem Aufruf zum Frieden und zu gemeinsamen Anstrengungen für ein menschenwürdiges Leben in Afrika.

2001, 05. März

Die Bischöfe rufen in einer Botschaft an die Katholiken und an alle Menschen guten Willens zum innerkongolesischen Dialog auf. Die Menschen im Kongo verlangen das Ende des Krieges, stellten die Bischöfe fest.

2001, 06. März

Die D.R. Kongo erhält von der EU etwa 70 Mio. DM für humanitäre Hilfe vor allem für heimkehrende Flüchtlinge aus Angola und Kongo-Brazzaville, aber auch für unterernährte Kinder und Familien.

2001, 08. März

Während Sir Quetumile Masire, der frühere Präsident Botsuanas, sich um innerkongolesische Gespräche für Mitte März bemüht, beschuldigen sich die am Krieg beteiligten Parteien, neue Angriffe gestartet zu haben.

2001, 09. März

Präsident J. Kabila tauscht Sicherheits- und Militärpersonen an Schlüsselstellungen aus.

2001, 10. März

70 Tote beim Einsturz eines Stollens in einem Bergwerk 50 km von Goma im Gebiet, das von der RCD gehalten wird.

2001, 15. März

Als Zeichen des guten Willens sieht ein Sprecher der Ruandische Armeen den Rückzug auf Positionen 200 km östlich der bisher gehaltenen Stellungen.

2001, 17. März

Die EU will die Zusammenarbeit mit Kongo wiederaufnehmen und hebt die Blockade der EU-Mittel von 240 Mio. DM auf.

2001, 18. März

Bei einem Treffen mit Präsident J. Kabila hat der Moderator der innerkongolesischen Verhandlungen Masire betont, dass das Ergebnis des Dialogs eine neue politische Ordnung im Kongo sein müsse.

2001, 22. März

Cholera ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in Goma (Region Kivu) ausgebrochen, Berichte sprechen von 400 bis 700 Fällen.

2001, 26. März

Kabila besucht Simbabwe.

2001, 29. März

UNO-Truppen beginnen ihren Einsatz. Erste Truppen aus Uruguay in Kalemie.

2001, 02. April

Roberto Garreton, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, legte in Genf seinen Bericht zur Menschenrechtssituation in Kongo vor. U.a. sind im Zentralgefängnis von Kinshasa 58 Menschen inhaftiert, die keinen rechtlichen Beistand erhalten hätten.

2001, 04. April

Präsident Kabila hat sein Kabinett entlassen, alle Minister nur noch provisorisch im Amt bis zu einer Neuregelung.

2001, 05. April

Besuch Präsident Kabilas in Deutschland. Kabila versprach, sich um den Frieden zu mühen. Er forderte die deutsche Industrie zu verstärkten Investitionen in Kongo auf.

2001, 09. April

Emile Mota, der einzige bekannte Zeuge des Mordes von Präsident L. D. Kabila, wird in Makala-Gefängnis von Kinshasa in Einzelhaft gehalten.

2001, 09. April

Frau McKinney, Mitglied des US-Kongress drückte in einem Brief an Präsident Busch ihre Besorgnis aus über die Verwicklung der USA in den Kongo-Krieg.

2001, 14. April

Präsident Kabila stellt eine neue Regierung vor.

2001, 15. April

Einem Flugzeug mit 120 Blauhelm-Soldaten wurde die Landung in Kisangani von der Rebellenführung der RCD (von Ruanda unterstützt) verweigert

2001, 16. April

Plünderung der Bodenschätze Kongos auf massive Art wirft die UNO Ruanda, Uganda und Burundi vor. Auch Simbabwe, Angola und Namibia, die Unterstützer der Zentralregierung, werden beschuldigt, Vorteile aus dem Kongokonflikt zu ziehen. Sanktionen sollen in Betracht gezogen werden. Burundi, Uganda und Ruanda weisen die Beschuldigungen zurück.

2001, 18. April

Mgr. Charles Kambale Mbogha, Bischof von Isiro-Niangara, ein Assomptionist, ist zum neuen Erzbischof von Bukavu ernannt worden.

2001, 18. April

Die RCD hat ihre Bedenken gegen den Einsatz von UN-Soldaten nach Gesprächen mit Diplomaten in Goma aufgegeben.

2001, 23. April

Etienne Tshisekedi, einer der führenden Oppositionspolitiker Kongos, ist nach 16 Monaten Abwesenheit nach Kinshasa zurückgekehrt. Er will an dem inner-kongolesischen Dialog teilnehmen.

2001, 26. April

Getötet wurden sechs Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes in einem Hinterhalt auf dem Weg von Bunia nach Djugu und ihr Fahrzeug in Brand gesetzt. Die Gegend wird von Rebellen kontrolliert, die von Uganda unterstützt werden, sie ist aber auch der Schauplatz der Hema - Lendu Auseinandersetzungen.

2001, 27. April

Eine erste Abteilung UNO-Soldaten aus Senegal ist in Mbandaka eingetroffen.

2001, 29. April

Von Uganda unterstützte Rebellen blockieren weiterhin den Einsatz von UNO-Beobachtern.

2001, 02. Mai

Zehn Fußballanhänger wurden getötet und mehr als 50 verletzt, als sich nach einem Fußballspiel in Lubumbashi Gruppen rivalisierender Fans bekämpften.

2001, 02. Mai

ICR (International Rescue Committee) eine US-Hilfsorganisation schätzt die Zahl der Todesopfer im Kongokrieg auf über 2,5 Millionen.

2001, 04. Mai

Eine voll beladene Fähre kentert beim Ablegen auf dem Kivu-See bei Goma. Hunderte Menschen sind unter Deck und ertrinken.

2001, 04. Mai

Ruanda, Uganda und Burundi haben den Bericht der UNO, der sie der Plünderung der Bodenschätze im Kongo beschuldigt, als voreingenommen zurückgewiesen. Vor dem Sicherheitsrat betonten sie, dass die Ergebnisse des Berichtes auf Hörensagen und Lügen beruhe.

2001, 04. Mai

Die EU gibt Hilfsgelder für den Kongo frei. 120 Mio. Euro waren seit 1992 eingefroren.

2001, 07. Mai

Undurchsichtig bleiben die Machtverhältnisse bei verschiedenen Rebellenorganisationen in Kisangani und Bunia. Wamba dia Wamba soll als Präsident der RCD-K abgesetzt worden sein. Seine Rebellenbewegung hatte im Januar beschlossen sich mit den Rebellen unter Jean-Pierre Bemba zusammenzuschließen, aber Wamba hatte den Plan abgelehnt.

2001, 08. Mai

Uganda gibt den Beginn des Abzuges seiner 10000 Soldaten bekannt.

2001, 10. Mai

Kämpfe zwischen Mai-Mai und Rebellen im Nord-Kivu. Die Mai-Mai drohen mit neuen Angriffen gegen die ruandischen Truppen, die nach ihren Aussagen nicht zurückgezogen werden sondern vielmehr durch frische Truppen ersetzt werden.

2001, 12. Mai

Rebellen der von J.B. Bemba geführten FLC beschuldigen die Armee der Regierung in Kinshasa, gemeinsam mit simbabwischen Soldaten am 08. Mai bei Lusomo einen Angriff gestartet zu haben.

2001, 14. Mai

Die Versorgungssituation im Norden Katangas wird kritisch, betroffen sind besonders Frauen, Kinder und alte Menschen.

2001, 15. Mai

Mai-Mai haben in der Nähe von Mangina 26 Geiseln genommen (1 aus Schweden, 1 aus Kenia und 24 aus Thailand). Rebellenführer Bemba verhandelt mit den Mai-Mai.

2001, 17. Mai

Präsident Joseph Kabila hat die Beschränkungen der politischen Tätigkeit für alle Parteien aufgehoben.

2001, 22. Mai

Eine Uno-Delegation ist in Sambia um die Unterzeichner der Lusaka-Deklaration zu treffen. Ziel der Begegnung ist ein Zeitplan für den Abzug ausländischer Truppen aus Kongo.

2001, 23. Mai

Die Ermordung Laurent Kabilas soll von RCD-Rebellen organisiert worden sein, der Leibwächter habe nicht allein das Attentat ausgeführt, auch 11 Libanesen seien involviert, hieß es auf einer Pressekonferenz der Regierung.

2001, 27. Mai

Kongo wertet die Währung ab und setzt den Preis für Benzin herauf. Der neue Wechselkurs beträgt 315 Kongolesische Franc (vorher 50) für einen Dollar.

2001, 29. Mai

Die größte Rebellengruppe im Osten Kongos, die von Ruanda unterstützte RCD-Goma rekrutiert auch weiterhin Kinder. Trotz ihrer Zusage haben sie auch nie Kindersoldaten demobilisiert. Sie rekrutieren jetzt nicht mehr in den Städten sondern in entlegenen Orten, wo ihre Aktivitäten nicht so leicht dokumentiert werden können.

2001, 31. Mai

Die Friedensbemühungen in Kongo scheinen nach drei Jahren vor dem Scheitern zu stehen. M. Onusumba, der Chef der RCD-Goma beschuldigt Präsident Kabila, Milizen auszurüsten, die im Rücken der Rebellen operieren und damit den Waffenstillstand zu brechen. Die Regierung in Kinshasa hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

2001. 04. Juni

Eine Rebellenorganisation MLF des Rebellenführers Jean-Pierre Bemba hat ihre Truppen aus dem Kampfgebiet im Nordwesten zurückgezogen.

2001, 07. Juni

Die Opposition beschuldigt Belgien, voreilig die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Regierung Kongos zu betreiben, noch bevor die innerkongolesischen Gespräche irgendein Ergebnis gebracht hätten. Von Belgien wird Zurückhaltung gefordert. Durch die Anerkennung der augenblicklichen politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Situation würde sonst die Spaltung des Kongo festgeschrieben.

2001, 09. Juni

Durch die Verdoppelung der Turbinen am Staudamm von Inga will Kongo mehr Elektrizität für den Export erzeugen. Der Ausbau würde 10 Jahre dauern und 10 Milliarden Dollar kosten, ist aber ohne Frieden nicht zu bewerkstellgen. Siemens will 1 Mio. Dollar in die Verbesserung der bestehenden Turbinen und Überlandleitungen investieren.

2001, 11. Juni

Präsident J. Kabila besucht die Provinz Bandundu in der Nähe von Kinshasa. Von den 11 Provinzen Kongos stehen vier unter der Herrschaft der Rebellen, in vier anderen sind sie teilweise präsent.

2001, 13. Juni

Die von Ruanda unterstützte Rebellenbewegung RCD soll nach dem Zugeständnis der Vereinten Nationen auch weiterhin die Verwaltung von Kisangani behalten.

2001, 14. Juni

Kindersoldaten sollen auf Befehl von Präsident Kabila aus der Regierungsarmee entlassen werden. Nach Angaben von Unicef sind seit 1998 8000 bis 12000 Kinder als Soldaten von den verschiedenen Parteien in den Kämpfen in Kongo eingesetzt worden

2001, 19. Juni

Mit der Begründung seitens der Regierung Ruandas, die Grenze zu Ruanda sei bedroht, könne der Tod von Tausenden Zivilisten in Kongo nicht gerechtfertigt werden, betont Amnesty International.

2001, 19. Juni

Ein Boot der UNO hat nach zwölf Tagen von Mbandaka aus über den Kongo Fluss Kisangani erreicht. Es ist das erste Schiff seit dem Beginn des Krieges vor drei Jahren.

2001, 23. Juni

Ein Abkommen zwischen dem Gouverneur von Süd-Kivu und dem Präfekten von Cynangugu (Ruanda) erlaubt Bussen und Taxis im gesamten Gebiet zu operieren, Zollschranken wurden aufgehoben.

2001, 26. Juni

Swissair und Sabena haben nach Protesten von Missionsorden den Transport von Coltan (das besonders in der Region von Goma gefördert wird) aus dem Kongo eingestellt. Coltan wird für moderne Waffensysteme und Mobiltelefone gebraucht.

2001, 04. Juli

Ein Treffen in Dar esSalaam zwischen Kabila und Museveni (Uganda) soll den Fredensprozess im Kongo voran bringen.

2001, 07. Juli

Die katholische Bischofskonferenz fordert in einer Botschaft alle Angreifer und Besetzer auf, das Land zu verlassen und verlangt von den Politikern, die Interessen des Landes vor die eigenen zu stellen.

2001, 16. Juli

Das Vorbereitungstreffen in Gaborone (Botswana) für den innerkongolesischen Dialog ist auf den 20. August verschoben worden.

2001, 20. Juli

Der niederländische Außenminster van Aartsen kritisierte die Haltung der EU gegenüber Kongo: Voschläge, über Kongo ein Waffenembargo zu verhängen, seien von der EU nicht unterstützt worden.

2001, 02. Aug.

Erneute Kämpfe zwischen Rebellenguppen. Die von Ruanda unterstützte RCD eroberte Lokandu, aus dem sie zwei Tage zuvor von Mayi-Mayi Kämpfern vertrieben worden waren.

2001, 16. Aug.

Mgr. Dominique Kimpinde, Bischof von Kalemie fordert alle ausländischen Truppen auf, Kongo zu verlassen. Er beschuldigt Ruanda, den östlichen Teil Kongos annektieren zu wollen. Die UN-Truppen bemühten sich nicht, den Prozess der Pünderungen zu stoppen.

2001, 17. Aug.

Auf dem Marktplatz von Kinshasa kam es zu Unruhen, als ein Strassenkind von einem Polizisten erschossen wurde. Eine Gruppe von aufgebrachten Strassenkindern plünderte daraufhin den Markt, überfiel die Polizeistation und tötete den Polizeichef. 80 Kinder wurden verhaftet.

2001, 20. Aug.

Delegierte der Regierung, dreier Rebellenfaktionen, der nicht bewaffneten Opposition und der Bürgergesellschaft haben in Gaborone (Botswana) Vorbereitungsbespräche zum interkongolesischen Dialog begonnen. Ein Hauptstreitpunkt ist der Rückzug ausländischer Truppen, die auf beiden Seiten kämpfen.

2001, 22. Aug.

Der umstrittene Führer des Rassemblement congolais pour la democratie-Mouvement de liberation (RCD-ML), Ernest Wamba dia Wamba, unterrzeichnete ein Übereinkommen mit der anderen, von Uganda getragen Rebellengruppe, dem Front pour la liberation du Congo (FLC).

2001, 3. Sept.

UN Generalsekretär Anan Kofi zeigt sich bei seinem Besuch im Kongo zuversichtlich über den die Fortschritte im Friedensprozess und begrüsste den Rückzug der Namibischen Truppen aus dem Kongo.
Das Vorbereitungstreffen für einen interkongolesischen Dialog hat sich geeinigt, die Hauptkonferenz am 15.10.2001 in Addis Abeba zu beginnen. Der Friedensvermittler, ehemaliger Botwsana Prädisent Masire reist nach Brüssel und New York, um die Finanzierung der Konferenz zu sichern

2001, 20. Sept.

Internationale Menschenrechtsorganisationen protestieren gegen das Todesurteil von acht eines Putchversuchs Angeklagten durch ein kongolesiches Militärgericht.
Die Rebellengruppe RCD-Goma greift dem interkongolesischen Dialog im Oktober vor und setzt im von Ruanda besetzten Kivu Provinzparliamente ein.

2001, 22. Sept.

Diverse Rebellengruppen im Kivu treffen sich in Bukavu zu einem Versöhnungstreffen. Mayi-Mayi Rebellen erobern eine Stadt am Tangayika See und fordern die Teilnahme am inter-kongolesischen Dialog.

2001, 26. Sept.

Präsident Kabila trifft sich mit dem Präsidenten von Ruanda in Malawi und mit den Rebellenführern in Nigeria, um über die Durchführung der Lusaka Abkommen zu verhandeln.

2001, 22. Okt.

Nur wenige Tage dauert das Treffen der kongolesischen Konfliktparteien in Addis Abeba. Wichtige Führer kamen erst gar nicht. Vertreter der RCD-Goma und der Kinshasa Regierung verliessen die Sitzung. Ein neuer Versuch soll in Südafrika gemacht werden.

2001, 01. Nov.

Präsident Kabila sucht Unterstützung auf einer Tournee in den USA und Europa.

2001, 04. Nov.

Die Rebellengruppen RCD-Goma und MLF beschliessen eine gemeinsame Truppe aufzustellen, um ruandesische und kongolesische Widerstandsgruppen im Kivu auszuschalten.

2001, 03. Dez.

Der abgebrochene inter-kongolesische Dialog soll Ende Januar in Sun City, Pilanesberg, Südafrika wieder aufgenommen werden.

2001, 07. Dez.

Die belgische Regierung will die Wasserkraftwerke von Kinshasa, Kisangani et Kananga wieder in Stand setzen.

2001, 13. Dez.

Mindestens 40 der 600 Studenten, die bei Demonstrationen gegen erhöhte Universitätsgebühren protestierten, sind von der Polizei gefoltert worden.