Kongo-RDC: Ereignisse und Entwicklungen 2002 2002, 07. Jan. Belgien will $1.7 Mio. für Infrastrukturprojekte in Kinshasa zur Verfügung stellen. 2002, 15. Jan. Auf Einladung des belgischen Außenministers treffen sich 85 Repräsentaten der politischen Parteien und der Zivilgesellschaft in Brüssel, um einen Konsensus auszuarbeiten. 2002, 17. Jan. Lavaströme des Nyiragongo Vulkans 80% der Gebäude in der Grenzstadt Goma im Ostkongo zerstört. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht nach Ruanda. 2002, 20. Jan. Staatpräsident Josef Kabila will die sterblichen Überreste von Ex-Präsident Mobutu in den Kongo zurückführen. 2002, 20. Jan. Die mit Uganda alliierte Rebellengruppe MLC von Jean-Pierre Bemba hat sich der von Ruanda kontrollierten RCD-Goma angeschlossen und mehrere Städte erobert. 2002, 25. Jan. Radio Okapi, von der UN Mission MONUC ins Leben gerufen, beginnt Sendungen in Kinshasa, Kisangani und Goma. Weitere lokale Sender sind vorgesehen. 2002, 25. Jan. Eine religiöse Sekte unter einem Propheten namens Simon soll im Nordosten des Kongo über 100 Menschen umgebracht haben. 2002, 04. Feb. Vorbereitungsgespräche für den innerkongolesischen Dialog in Genf, der am 25.2. wieder aufgenommen werden soll. 2002, 13. Feb. Human Right Watch macht Uganda mitverantwortlich für die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Lendu und Hema um Bunia, bei denen 200 Menschen starben und 15 000 obdachlos wurden. Uganda hatte seine Truppen aus den Unruhegebieten abgezogen. . 2002, 27. Feb. 300 Vertreter von mehr als 20 kongolesischen Parteien, Rebellengruppen und der Zivilgesellschaft haben in Sun City, Südafrika, den inter-kongolesischen Dialog über die Zukunft des Landes wieder aufgenommen. Nach zwei Taqen wurden die Verhandlungen abgebrochen, da man sich nicht auf eine Teilnehmerliste einigen konnte. 2002, 15.März Die Regierungsdelegation verlassen den inter-kongolesischen Dialog, weil die RCD Rebellen im Osten Kongos eine neue Offensive begonnen hätten. 50.000 Menschen fliehen nach Sambia wegen Kämpfen um Pweto. Ruandische und RCD Truppen nehmen die Stadt Moliro am Tanganyika See ein. 2002, 15.März In Kinshasa stehen 120 Personen wegen Beihilfe zur der Ermordung des ehemaligen Präsidenten Laurence Kabila vor einem Militärgericht. 2002, 21.März Menschenrechtsgruppen klagen die ruandische Armee und die allierte RCD wegen systematischer Plünderungen , Vergewaltigungen und Mord an der Zivilbevölkerung an. 2002, 22.März RCD stimmt zu, sich aus den Orten Moliro und Pweto und die kongolesische Armee aus Yayama and Kakaya zurückzuziehen. 2002, 23.März Bei einem Besuch von Präsident Kabila in China verspricht Präsident Jiang Zemin engere Kooperation zwischen beiden Ländern. 2002, 24.März Am Palmsonntag wird eine Granate auf die Prozession der Kathedrale in Goma geworfen. Ein Priester und ein junges Mädchen werden getötet, sieben Personen werden verletzt. 2002, 01. April Die UN Schutztruppe MONUC berichtet von größeren Truppenbewegungen der ruandischen Armee im Kivu. Unter ihnen sollen sich auch Söldern aus Somalia und Eritrea befinden. Im Südkivu kämpfen Einheiten der RCD Rebellen gegen eine Meuterei unter dem Banyamulenge-Tutsi Führer Masunzu. 2002, 02. April Anhänger von Präsident Kabila haben den ungefähr 500 Partei im Kongo eine neue Partei hinzugefügt, die Volkpartei für Aufbau und Demokratie (PPRD). 2002, 03. April Die Präsidenten von Ruanda, Namibia und Simbabwe und Vertreter der Regierung Ugandas und Angolas treffen sich in Lusaka, um über den Rückzug ihrer Truppen aus dem Kongo zu verhandeln, der 1999 vereinbart worden war. 2002, 05. April Nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Jeremie verstärkt die ruandische Armee ihre Truppen in Kalemie durch eritreische Söldner für einen Angriff auf Lubumbashi. 2002, 09. April Soldaten der RCD-ML under Mbusa Nyamwisi richten ein Blutbad auf dem Marktplatz in der Region von Isiro an. 2002, 10. April Zwei Rebellengruppen haben einen von Thabo Mbeki vorgeschlagenen einer Machtteilung abgelehnt. Der inter-kongolesiche Dialog in Sun City droht zu scheitern. 2002, 11. April Die regionale Vereinigung der 14 Staaten des südlichen Afrika SADC hat gegen den Kongo administrative Sanktionen verhängt. Der Kongo hat weder seine Mitgliedsbeiträge bezahlt noch sich an gemeinsame Beschlüsse gehalten. 2002, 11. April Die Regierung von Josef Kabila und der MLC Rebellen von Jean Bemba schließen beim inter-kongolesischen Dialog ein Abkommen. Kabila bleibt Präsident, Bemba wird Premierminister. Die RCD-Goma lehnt das Abkommen ab und verbündet sich mit Etienne Tschisekedi und vier anderen politischen Parteien. 2002, 11. April Nach einem Bericht der MONUC sind die ruandischen Rebellen, die sich im Kongo aus der ehemaligen Armee und Milizen geformt haben, 10-12.000 stark und in zwei Gruppen gespalten.. 2002, 12. April RCD Truppen unter ruandischer Führung verhindern Demonstrationen und Gottesdienst in Bukavu. 2002, 14. April 4000-6000 ruandischen Soldaten kämpfen im Südkivu gegen rebellierende Banyamulenge Soldaten und Mayi-Mayi Milizen. Kämpfe zwischen Mayi-Mayi und RDC-Goma bei Shabundu und Kindu. 2002, 29. April Zum erstenmal nach vier Jahren Krieg startet ein Schiffskonvoi mit Hilfsgüter auf dem Kongofluß von Kinshasa in Richtung Kinsangani. 2002, 15. Mai Meuternde Soldaten der Rebellengruppe RCD übernahmen eine Radiostation in Kisangani und riefen die Bevölkerung zum Kampf gegen die Ruandischen Besatzungstruppen auf. Die Meuterei wurde niedergeschlagen. Lokale NGOs vermuten, dass der Coup von den Ruandischen Truppen vorgetäuscht wurde, um eine Entmilitarisierung der Stadt zu verhindern. 2002, 15. Mai Neue Unruhen zwischen Lendu und Hema in der Region um Bunia. Zusammenstöße zwischen Mai-Mai, Interahamwe und RCD Truppen um Bukavu. 2002, 15. Mai Eine Delegation des UN Sicherheitsrats empfiehlt, dass sich die ruandischen, ugandischen und burundischen Besatzungstruppen auf einen Sicherheitsgürtel entlang ihrer Grenzen zurückziehen. 2002, 21. Mai In Kisangani sind 50 Polizisten eines UN Trainingsprogramms verschwunden, vier wurden tot aufgefunden. Die Polizisten sollten nach der Entmilitarisierung der Stadt für die Sicherheit verantwortlich sein. 2002, 28. Mai Die Priester der Diözese Kalemie, Kongo, protestieren in einem Schreiben gegen häufige Bedrohungen seitens der RCD und der ruandischen Besatzungsarmee. 2002, 04. Juni Bei der Niederschlagung der Meuterei in Kisangani sind nach Angaben der Zivilgesellschaft über 200 Menschen hingerichtet worden. 2002, 05. Juni UN-Generalsekretär Kofi Annan beklagte die Drohungen den UN-Gesandten im Kongo, Amos Namanga Ngongi, und gegen Mitglieder der UN Schutztruppe MONUC von seiten der RCD-Goma Rebellen. 2002, 06. Juni Streit gibt es zwischen dem kongolesischen Bergbaukonzern Gécamines und dem internationalen Konsortium OGM über die Profite aus der Produktion von Germanium. Das äußerst seltene Metall wird in Finnland aus den Schutthalden des Kupferbergbaus in Lubumbashi gewonnen. 2002, 10. Juni Die Nachrichtenagentur MISNA berichtet von größeren Truppenbewegungen der ruandischen Armee in Richtung Butembo. Die UN Schutztruppe untersucht Berichte, nach denen bei Stammeskämpfen zwischen Hema und Lendu um Bunia 2000 Menschen umgekommen sind. 2002, 13. Juni Vodacom hat seinen Mobiltelefonservice in Kinshasa gestartet und hofft, in 10 Jahren 3 Millionen Kongolesen als Kunden zu gewinnen. 2002, 14. Juni Eine neue Rebellengruppe, die "La Communauté de la province Orientale réunie (CPOR)" will Kisangani von ausländischen Truppen zu befreien. 2002, 15. Juni Die Regierung Kabilas erhält insgesamt 1,2 Mrd. Dollar Kredite. Der Internationale Währungsfond (IMF) bewährt einen Kredit von 750 $ US-$, die Weltbank 450 Mio. 2002, 18. Juni Präsident Joseph Kabila hat der kanadischen Ölfirma "Heritage Öl" eine Konzession über mehr als 30.000 Quadratkilometer im Grenzgebiet zu Uganda gegeben, obwohl die Regierung dieses Gebiet nicht kontrolliert. 2002, 20. Juni Ein Bericht der Human Right Watch (HRW) dokumentiert den systematischen Gebrauch von sexueller Gewalt seitens aller kriegsführenden Parteien im Kongo. 2002, 27. Juni Führer der größten kongolesischen Oppositionspartei UDPS, Etienne Tshisekedi, arbeitet mit der von Ruanda kontrollierten Rebellenbewegung RCD-Goma zusammen und plant den Ost-Kongo zu besuchen. 2002, 05. Juli Der Versuch nach dem Separatabkommen zwischen Josef Kabila und Jean-Pierre Bemba eine gemeinsame Regierung zu bilden, sind gescheitert. 2002, 10. Juli Der internationale Gerichtshof in Den Haag beschloss, die Anklage des Kongo gegen Ruanda wegen Völkermord zu prüfen, aber nicht die militärischen Aktionen Ruanda im Kongo nicht verbieten. 2002, 17. Juli UN Menschenrechtskommissar Mary Robinson macht in einem Bericht an den UN Sicherheitsrat die kongolesische Rebellenfraktion RCD-Goma verantwortlich für den Mord an 180 Einwohnern von Kisangani. 80 waren Polizisten, der Rest Zivilisten. 2002, 23. Juli Vertreter der Regierungen Kongos und Ruandas haben sich bei Gesprächen in Durban, Südafrika, über die Entwaffnung ruandischen Ex-Milizen im Kongo und den Rückzug der ruandischen Armee geeinigt. Das Abkommen muss noch von den Präsidenten beider Länder unterzeichnet werden. 2002, 16. Aug. Die Regierungen Kongos und Ugandas haben in Luanda ein Abkommen über die Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnet. Uganda will seine Truppen aus dem Kongo abziehen. 2002, 28. Aug. Nach UN Berichten haben Uganda und Simbabwe begonnen, ihre Truppen aus dem Kongo abzuziehen. Ruanda hat seine 30.000 Soldaten noch nicht zurückgezogen. Jean-Pierre Bemba MLC erobern die Stadt Dungu. 2002, 05. Sept. Die UN Friedenstruppe im Kongo (MONUC) ist besorgt über den Vormarsch der ruandischen Armee und ihrer kongolesischen Verbündeten in Gebiete, aus denen sich die ugandische Armee zurückgezogen hat. 2002, 06. Sept. Uganda und Kongo unterzeichneten in Luanda, Angola, ein Friedensabkommen. Uganda zieht seine Truppen zurück, der Kongo wird gegen Uganda kämpfenden Rebellengruppen vorgehen. 2002, 13. Sept. Die Armee Simbabwes, des wichtigsten Verbündeten der Regierung der Republik Kongo, hat ihre Truppen aus der Diamantenstadt Mbuji Mayi abgezogen. 2002, 13. Sept. Nach Berichten von Hilfsorganisation sind in der Gegend von Ituri eine halbe Million Menschen vor den Stammeskriegen zwischen Hema und Lendu geflohen. Weiter nördlich kämpfen zwei von Uganda unterstützte Rebellengruppen. 2002, 16. Sept. Der ruandische Präsident Paul Kagame hat vor dem Sicherheitsrat der UN erklärt, seine Truppen aus dem Ostteil des Kongo zurückzuziehen. 2002, 16. Sept. Der Club von Paris hat dem Kongo eine substantiellen Schuldennachlass gewährt. 2002, 01. Okt. Ruandische Truppen haben sich aus Kindu, Kalima und Bukavu zurückgezogen. 2002, 01. Okt. Ein gemeinsame Kommission der Regierungen Ugandas und des Kongos berät über die Befriedung der Ituri Region. 2002, 07. Okt. Friedensappell der katholoschen Bischöfe der Kivu Provinz nach dem Abzug der ausländischen Truppen 2002, 09. Okt. Aus Kindu in der Provinz Maniema kommen Berichte über eine brutale Repression der Zivilbevölkerung durch die RCD seit dem Abzug der ruandischen Truppen. Mayi-Mayi Milizen belagern die Stadt. Kämpfe auch bei Uvira. 2002, 09. Okt. Bei Verhandlungen in Pretoria schließt die Regierung ein provisorisches Abkommen mit der RCD-Goma, das eine Machtteilung zwischen einem Präsidenten und vier Vize-Präsidenten vorsieht. 2002, 11. Okt. Die im Kongo operierenden Hutu Milizen der FDL (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) haben ihre Zusammenarbeit mit der UN-Truppe aufgekündigt. 2002, 15. Okt. Mayi-Mayi Rebellen erobern Uvira und greifen den Flughafen von Goma an. Die ugandische Armee schickt Truppen in den Kongo zurück. 2002, 20. Okt. Die Regierung des Kongo und der beiden Rebellenorganisationen RCD und MLC wollen neue Verhandlungen in Südafrika aufnehmen. RCD Truppen konnten Mai-Mai Rebellen aus Uvira vertreiben. 2002, 21. Okt. Ein UN-Pannel fordert vom Sicherheitsrat Sanktionen gegen Firmen und Individuen, die die Bodenschätze des Kongo plündern. Namentlich genannt werden die Führer der ruandischen und ugandische Armee, kongolesische und simbabwische Minister, 29 meist afrikanische Unternehmen, aber auch 85 multinationale Firmen. 2002, 30. Okt. Regierung und Rebellenbewegungen des Kongo haben bei Friedensverhandlungen in Südafrika eine prinzipielle Übereinkunft erzielt, die Macht zwischen Joseph Kabila als Interimpräsident und vier Vize-Präsidenten der Rebellenbewegungen zu teilen, bis Wahlen abgehalten werden. 2002, 06. Nov. Nach UN Angaben können im Ost-Kongo über 900.000 interne Flüchtlingen von Hilfsorganisationen nicht erreicht werden. 2002, 07. Nov. Der Bericht einer UN-Expertengruppe über die Plünderung des Kongo durch ausländische Akteure wurde im UN-Sicherheitsrat diskutiert. In dem Bericht werden Offiziere der ruandischen und ugandische Armee, kongolesische und simbabwische Minister, 29 meist afrikanische Unternehmen, aber auch 85 multinationale Firmen genannt 2002, 12. Nov. Präsident Kabila entäßt mehrere hohe Staatsbeamte, die nach einem UN-Bericht an der Plünderung des Landes beteiligt sind. 2002, 23. Nov. Bischof Valentin Masengo, der Diözese Kabinda hat den westlichen Regierungen vorgeworfen, mit ihrer Politik die Probleme des west-afrikanischen Landes zu vergrößern. 2002, 06. Dez. Ein von der Weltbank angeführtes Konsortium hat der hoch verschuldeten Demokratischen Republik Kongo Mittel von insgesamt 2,5 US-$ in Aussicht gestellt. Auf Grund des Abzugs ausländischer Streitkräfte und der Fortschritte in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht, soll der Kongo auch in das HPIC Programm des Internationalen Währungsfonds aufgenommen werden. 2002, 17. Dez. Die kongolesischen Kriegsparteien und die Opposition haben in Pretoria ein Friedensabkommen unterzeichnet. Präsident Kabila bleibt bis zu Wahlen in zwei Jahren im Amt, die großen Rebellenbewegungen stellen je einen Vize-Präsidenten und sieben Minister. 2002, 30. Dez. Drei Rebellenbewegung, MLC, RCD-National und RCD-ML, die um die Stadt Beni kämpfen, haben sich auf einen allgemeinen Rückzug geeinigt. |