Kongo-RDC: Geschichte in Auszügen um 1220 Küstenkönigreiche am Kongo. 14. Jh. ca. 1420 erstes Königreich der Luba. 1484 Diego Cao am Zaire. Erste katholische Mission im Königreich Kongo, König Nzinga Nkuwu wird getauft. (Das Königreich Kongo hatte seine Hauptstadt in M'banza Kongo, der nördlichen Provinz Kongo des heutigen Angola). 16. Jh. Luba Königreich von Katanga (heute Shaba-Provinz). Kongolo und seine Krieger unterwerfen kleinere Königreiche und errichten einen Staat mit zentralisierter Verwaltung. 1693 Kongo kommt unter portugiesische Abhängigkeit. 18. Jh. Kuba Föderation, ein Zusammenschluß mehrerer Königreiche. 1840 -1870 Dr. Livingstone erforscht den Kongo. 1876 König Leopold II von Belgien gründet den Internationalen Afrikanischen Verein (Später der Internationale Verein des Kongo), der die Reisen des Journalisten und Forschers Stanley finanzierte. Stanley konnte mehr als 400 Häuptlinge zu einer Unterschrift unter ein Schutzabkommen bewegen. Damit und mit den belgischen Handelsposten wurde die wirtschaftliche Nutzung und Ausbeutung des Kongo planmäßig vorangetrieben. 1884 Konferenz von Berlin: Der "Freistaat Kongo" wurde zum persönlichen Besitz des belgischen Königs erklärt. Mit der Katanga Gesellschaft verhindert König Leopold die weitere Ausdehnung des britischen Kolonialisten Cecil Rhodes. 1908 Der Kongo wird zur belgischen Kolonie erklärt. Militär wird eingesetzt zur Verhinderung von Streiks und um die Kupferindustrie in Katanga zu schützen. 1945 Uran für die erste Atombombe Amerikas wurde aus dem Kongo geliefert 1957 Erste politische Parteien werden erlaubt. Neben vielen regionalen Parteien war die Kongolesische Nationalbewegung die einzige größere überregionale Partei. Ihr Führer Patrice Lumumba forderte die Unabhängigkeit und stellte sich gegen separatistische Ideen. 1954 Von der Polizei wird eine friedliche Demonstration unterdrückt, es folgen blutige Auseinandersetzungen. Versuch König Baudouins, die Demonstranten zu beschwichtigen. Er verspricht baldige Unabhängigkeit. Dies wird von den Europäern mit Ablehnung und stärkerer Unterdrückung der Bevölkerung beantwortet. 1959 Am 30.Juni Unabhängigkeit. Joseph Kasavubu wird Präsident, Patrice Lumumba Ministerpräsident. Der Ministerpräsident von Katanga, Moise Tschombé, verkündet die staatliche Unabhängigkeit seiner Provinz. Belgien schickt Spezialeinheiten, die UN senden Friedenstruppen. 1961 Staatsstreich durch Präsident Kasavubu. Lumumba wird abgesetzt, an belgische Söldner in Katanga ausgeliefert, und dort umgebracht. Bürgerkrieg. 1963 Tschombé wird Ministerpräsident. Mit Hilfe von Söldnern, belgischen Spezialeinheiten und amerikanischer Militärhilfe wird die nationalistische Opposition zurückgedrängt. 1965 Tschombé wird durch Kasavubu (Militäroberbefehlshaber) zum Rücktritt gezwungen. 1965, 24. November Kasavubu wird durch Joseph Desiré Mobutu entmachtet, dieser wird von internationalen Gesellschaften als Garant ihrer Investitionen angesehen. 1972 Programm der "Authenticité Africaine": Europäisch klingende Namen werden in afrikanische Namen umgewandelt. 1975 Verstaatlichung, "Zairisierung", der Kupferindustrie. Mobutu unterstützt die FLNA in Angola und Abspaltungsbewegungen der zu Angola gehörenden Kabinda Enklave, Zusammenarbeit mit Südafrika gegen Angolanische Nationalisten. 1977 Parlamentswahlen. 1978 Die "Kongolesische Befreiungsarmee" versucht größere Angriffe, mit Hilfe vom Ausland (Belgische und französische Spezialtruppen, marokkanische und ägyptische Truppen und US Militärhilfe) wird der Aufstand unterdrückt. 1979 Amnestie für alle Flüchtlinge. 1980 Der IMF startet besondere Hilfe für die schwache Wirtschaft des Landes, Auslandschulden werden neu verhandelt, Maßnahmen gegen Korruption verlangt. In den ersten Jahren scheint die Hilfe zu wirken. Schließlich verschlechtert sich die Situation aber durch die rigorosen Maßnahmen des IMF. 1981 Der Premierminister Nguza Karl I Bond bittet in Belgien um politisches Asyl. 1984, 29. Juli: Präsident Mobutu wird für weitere sieben Jahre gewählt mit einem Stimmenanteil von 99,16%. 1984, Juli Als Gegengewicht zur Arabischen Liga versucht Mobutu, eine "Liga schwarzafrikanischer Staaten" zu gründen. Dies wird von anderen afrikanischen Staaten aber abgelehnt. 1985, Februar Ein Sicherheitsabkommen mit Angola wird unterzeichnet. Dies soll die Beziehungen zwischen den Staaten verbessern, die vorher jeweils Rebellen des anderen Landes unterstützt hatten. 1989 Mobutu vermittelt einen Waffenstillstand in Angola in einem Treffen zwischen dem angolanischen Präsidenten José Eduardo Dos Santos und Dr. Jonas Savimbi, dem Anführer der Rebellenbewegung UNITA. ab 1990Der demokratische Aufbruch in Mittel- und Osteuropa und seine Auswirkungen in Afrika führen zu politischem Umbruch. 1990, 24. Apr.Präsident Mobutu verkündet Abkehr vom Einparteienstaat. 1991/92Souveräne Nationalkonferenz (CNS) soll politische Weichen für die sogenannte "III. Republik" stellen. Der von der Konferenz zum Premierminister ernannte Oppositionelle Etienne Tshisekedi (UDPS) wird jedoch von Mobutu per Dekret für abgesetzt erklärt. 1994, AprilVerabschiedung einer Übergangsverfassung durch das Übergangsparlament HCR-PT. 1994, JuniOppositionspolitiker Kengo wa Dondo zum Premierminister gewählt. 1996Süd-Kivu: Aufstand der Banyamulenge-Tutsi gegen die Zentralregierung in Kinshasa; durch Uganda, Ruanda, Burundi und Angola unterstützt, erobert die sich später AFDL (Alliance des Forces Démocratiques pour la Libération du Congo/Zaire) nennende Rebellenbewegung binnen acht Monaten weite Teile des Staatsgebietes. 1997, 17. MaiEinnahme von Kinshasa; AFDL-Führer Laurent Désiré Kabila proklamiert sich zum neuen Staatspräsidenten; Umbenennung des Landes in Demokratische Republik Kongo; Mobutu stirbt wenig später im marokkanischen Exil. Die Nach-Mobutu-Ära
1998,02.Aug.
Beginn der Rebellion, maßgeblich unterstützt durch Ruanda und Uganda. Beginn des Zweiten Kongo-Kriegs mit bewaffneten Interventionen zahlreicher afrikanischer Staaten. 1999Waffenstillstandsabkommen von Lusaka 1999, 30.Nov.Die Vereinten Nationen beschließen mit Resolution 1291 des Sicherheitsrats die Einrichtung der Mission MONUC, der mit ca. 17.500 zivilen und militärischen Angehörigen größten friedenserhaltenden Mission der Vereinten Nationen. 2001, 16.Jan.Präsident Laurent-Désiré Kabila wird bei einem Attentat getötet; die Nachfolge tritt sein Sohn Joseph Kabila an (Vereidigung am 26.01.01) 2002, 31.Jul.Präsident Joseph Kabila und der ruandische Präsident Paul Kagame unterzeichnen in Pretoria ein Abkommen über den Rückzug der ruandischen Truppen aus dem Kongo sowie die Entwaffnung und Demobilisierung ruandischer Hutu-Milizen auf kongolesischem Gebiet. 2002, 06.Sept.In Luanda, Angola, unterzeichnen der kongolesische Präsident Kabila und der ugandische Präsident Yoweri Museveni ein Abkommen, das die Beziehungen der beiden Länder normalisieren soll und in dem sich Uganda zum Abzug seiner Truppen aus dem Kongo verpflichtet. 2003, 04.Apr.Präsident Joseph Kabila verkündet die neue Übergangsverfassung. 2003, 30.MaiDer Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschließt die Bildung einer „Interim Emergency Multinational Force) zur Stabilisierung der Region Ituri. 2003, 11.Jun.Der Rat der Europäischen Union stimmt der Entsendung einer 1.500 Mann starken multinationalen Einsatztruppe („Operation Artemis“) im Rahmen des IEMF-Mandats der Vereinten Nationen zu. 2003, 17.JuliVereidigung der vier Vizepräsidenten Ruberwa, Z’Ahidi Ngoma, Yerodia und Bemba 2004, JuniNachdem die Stadt Bukavu in die Hände abtrünniger Soldaten fällt, brechen in Kinshasa Unruhen aus, die sich in erster Linie gegen die VN-Mission MONUC richten. 2005, 18.Dez..Verfassungsreferendum und Annahme der neuen Verfassung 2006, 27.Apr.Der Rat der E U beschließt den Rahmen für einen Militäreinsatz (EUFOR) zur Unterstützung von MONUC während der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der D.R. Kongo. 2006, 30.Jul.1. Runde der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. 2006, 29.Okt.2. Runde (Stichwahl) der Präsidentschaftswahlen. Joseph Kabila siegt mit 58 % der gültigen Stimmen über Jean-Pierre Bemba (Verkündung des Wahlergebnisses am 15.11.) 2006, 06.Dez.Vereidigung und Amtseinführung des Staatspräsidenten Joseph Kabila 2006, 30.Dez.Wahl von Antoine Gizenga zum Premierminister 2007, 24.Febr.Abschluss der Regierungsbildung (60 Staatsminister, Minister und Vize-Minister) und Annahme des Regierungsprogramms durch die Nationalversammlung. 2007, Aug.Die tutsistämmige Rebellenmiliz von General Laurent Nkunda und reguläre Regierungstruppen (FARDC) intensivieren ihre Kampfhandlungen in der Provinz Nord-Kivu; die humanitäre und menschenrechtliche Lage der Zivilbevölkerung verschlechtert sich weiter, (u.a. massiver Einsatz von sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder und Rekrutierung von Kindersoldaten). 2007Das bis 15.10. befristete Ultimatum an General Nkunda, seine Milizionäre an die regulären Streitkräfte FARDC zu überstellen, wird um bis zu drei Wochen verlängert. 2008, Jan.Friedenskonferenz in Goma |