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Lesotho  > Land

Lesotho: Geschichte in Auszügen

Die ersten Einwohner des heutigen Lesotho waren die Buschmänner. Ihre Felsenmalereien sind noch heute zu sehen. Zwischen dem 10- und 16.Jh. ließen sich Sothos und Nguni in diesem Gebiet nieder. Beide Gruppen waren in verschiedenen Clans zersplittert und in zahlreichen kleinen "chiefdoms" organisiert. Sie vereinten sich mit dem Koena-Clan, der schon lange vor christlicher Zeitrechnung hier lebte. Im 18.Jah. drangen Zulu und Matabele vom Norden her ins Land ein und vertrieben sie ins Gebirge.

1820

Der Häuptling des Koena-Clans und spätere König Moshoeshoe I. vereint die eigenständigen Sotho-Gruppen zur Basuto-Nation. Durch das Besetzen zentraler Positionen mit Angehörigen des eigenen Clans gründet Moshoeshoe die Häuptlingsoligarchie der " Sons of Moshoeshoe", die bis heute Bestandteil der nationalen Elite ist.

1822

Ankunft der ersten christlichen Missionare

1830

Durch sein militärisches Geschick verteidigt Moshoeshoe I. erfolgreich die Unabhängigkeit der Basotho-Nation gegen Zulus und Ndebele

1842

Gefahr droht durch burische Voortrekker, die den Basotho das fruchtbare Weideland streitig machen. Moshoeshoe I. fragt England um Schutz

1868

Basutoland wird britisches Protektorat

1869- 1891

Paramount Chief Letsie zum Nachfolger von Moshoeshoe I. ernannt. 
Erste Funde von Diamanten im südafrikanischen Kimberley. Die Stadt wächst rasch an und mit ihr die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Arbeitskräften. Die Zahl der Wanderarbeiter steigt drastisch an.

1871

Das Basutoland wird von der Kap-Provinz Südafrika annektiert

1872

Hüttensteuer kann fortan nicht mehr in Ware bezahlt werden, sondern nur in Geld.

1884

Als Protektorat wieder direkt der britischen Krone unterstellt.

1891 -1905

Paramount Chief Lerotholi

1894

Beginn des staatlichen Gesundheitsdienstes

1903

Gründung des Basutoland Council. Ein auf dem traditionellen Recht basierendes Gesetzwerk wird verabschiedet, das zum Teil bis heute noch Gültigkeit hat.

1905- 1913

Paramont Chief Letsie II.

1910

Gründung des Nationalrat Basotholand. Großbritannien verhindert die Eingliederung Lesothos in die Südafrikanische Union

1922

Die anhaltende Dürre im Land ruft eine schwere Wirtschaftskrise hervor

1938

Durch die Einführung repräsentativer Institutionen verlieren die Chiefs an politischem Gewicht.

1950

Die Einrichtung von Vertretungsorganen leitet durch die Formierung von politischen Parteien das Ende der Kolonisation ein.

1952

Gründung des Basutoland African Congress (BAC) durch Ntsu Mokhehle und Mitglieder der protestantischen Elite, 1959 in Basutoland Congress Party (BCP) umgewandelt.

1958

Chief Lebua Jonathan gründet die konservative Basutoland National Party (BNP)

1965

Erste freie Wahlen. Es gewinnen die vom westlichen Ausland und den christlichen Missionen unterstützte und südafrikafreundliche Basutoland National Partei (BNP) unter Häuptling Leabua Jonathan.

1966

Das Königreich Lesotho erhält seine Unabhängigkeit.

1967

Erste Machtkonflikte zwischen der Regierung und König Moshoeshoe II. Jonathan baut sein Machtpositionen durch Notstandsgesetze und Einbindung oppositioneller Kräfte sowie Korruption aus.

1970, Jan.

Eine Niederlage der BNP bei den kommenden Wahlen zeichnet sich ab. Jonathan annulliert die Wahl, suspendiert die Verfassung und verhaftet die BCP-Führer.

1973, Juli

Das von Jonathan eingesetzte Interim-Parlament wird von Mokhehle und dem größten Teil der BCP boykottiert.

1974

Einem Putschversuch von BCP-Getreuen folgt eine brutale Unterdrückungswelle durch die Polizei und die paramilitärische Police Mobile Unit (PMU). Mokhehle flieht in Ausland. Die Partei spaltet sich in eine Exil- und eine Inlandsgruppe.

1979

Beginn der bewaffneten Guerilla-Aktionen der LLA (Lesotho Liberation Army, militärischer Flügel der BCP). Die Zusammenstöße mit Regierungstruppen führen zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Land. Die Auseinandersetzungen verändern die anfangs guten Beziehungen der Regierung Jonathans zu Südafrika. Die Kritik an der Apartheid wird immer deutlicher.

1980

Die Jonathan-Regierung gewährt dem African National Congress (ANC) Unterschlupf in Lesotho.

1982, Dez.

Bei einem Überfall der südafrikanischen Armee auf Häuser von ANC-Flüchtlingen in Maseru werden 42 Menschen getötet.

1986, 20.Jan.

Mit einer Wirtschaftsblockade bringt Südafrika die Regierung von Leabua Jonathan zu Fall. Lebensmittel und Treibstoff werden äußerst knapp. Es kommt zu einem Putsch der paramilitärischen Streitkräfte (LPF) unter Generalmajor Justin Metsing Lekhanya an der Spitze.

1986, März

Offizielle Erklärung der Militärregierung, die Unterstützung des African National Congress zu beenden.

1986, Okt.

Nach fast dreißigjähriger Diskussion unterzeichnet Lesotho und Südafrika den Vertrag über Afrikas größtes Wasserprojekt. Im Rahmen des "Lesotho-Hochland-Wasserprojekt" sollen über einen Zeitraum von 30 Jahren in Lesotho fünf große Staudämme, Hunderte von Kilomentern Autostraßen und Wassertunneln sowie zwei Wasserkraftwerke gebaut werden. Ziele des Projektes sind, das südafrikanische Industriegebiet um Johannesburg mit Wasser zu versorgen und gleichzeitig Lesotho unabhängig von Stromimporten zu machen. Für diese Zufuhr von Wasser zahlt Pretoria Lesotho jedes Jahr etwa 55 Mio.US-$, was rund 25% der gesamten Exporteinkünfte des Landes und 14 % seiner Staatseinnahmen entspricht. Dabei helfen Weltbank, Europäische Union, andere Geber und kommerzielle Kredite. Wenn das Hochland-Wasserprojekt im Jahr 2020 fertiggestellt ist, soll mehr als ein Drittel des gesamten Staatshaushaltes durch Strom- und Wasser einnahmen finanziert werden.

1988

Der Militärputsch von 1986 hat zu Stärkung der traditionelle Herrschaft beigetragen. Die Ambitionen des Königs führten mit der Zeit zu Machtkonflikten mit dem Militärrat.

1989

Mokhehles kehrt aus dem Exil zurück

1990 März - 1992 Juli

König Moshoeshoe im Exil. Nachfolger wird sein Sohn Mohato Bereng Seeiso.

1990, 12. Nov.

Mohato Bereng Seeiso wird als König Lesie III.vereidigt.

1991, 30. Apr.

Sturz der Militärregierung Lekhanja. Machtübernahme durch General Elias Tutsoana Ramaema.

1991, Mai

Zulassung politischer Aktivitäten von Parteien.

1992

Im Juli kehrt Moshoeshoe II unter Auflage des Thronverzichts und politischer Enthaltsamkeit nach Lesotho zurück.

1993

Verabschiedung einer neuen Verfassung und Parlamentswahlen im März

1998

Im Januar wird die erste Phase eines gigantischen Vorhabens zur Wasserversorgung Südafrikas (Lesotho Highlands Water Project - LHWP) durch den König eingeweiht. Straßenkrawalle und Revolte in der Armee führen zu Intervention südafrikanischer und botsuanischer Truppen

1999

Am 3. Dezember wird im Rahmen der IPA ein sogenanntes "Memorandum of Agreement" zwischen Regierung und Parteien (Opposition) unterzeichnet.

2000

Im Mai 2000 Abzug der letzten militärischen Kräfte Südafrikas und Botswanas.

2002

Parlamentsneuwahlen bestätigen Regierung mit absoluter Mehrheit (77 von 120 Sitzen). Auf Grund von 40 per Verhältniswahlrecht vergebenen Sitzen werden auch Oppositionsparteien angemessen repräsentiert. Wahlergebnis findet in weiten Bevölkerungskreisen Akzeptanz.

2005

Im April finden erstmals in der Geschichte des Landes Wahlen auf lokaler Ebene statt

2007

Parlamentswahlen bestätigen Regierung mit absoluter Mehrheit (Allianz LCD/NIP gewinnt 83 von 120 Sitzen)