Madagaskar: Geschichte in Auszügen Wenige Pygmäen leben auf der Insel 3. - 7. Jh. Seefahrer aus Indonesien und Malaysien erobern und besiedeln die Insel, die malagassische Sprache entwickelt sich, danach auch Zuwanderungen von Indien, aber auch in geringem Maß aus Afrika. Aus Asien wird der Reisanbau von den Einwanderern eingeführt. 12. Jh. Einwanderung von Arabern. Sie bringen im Laufe der Jahrhunderte Bantu-Sklaven vom afrikanischen Festland zur Arbeit in den Plantagen. Königreiche und Sippenverbände entwickeln sich. 1500, 10. Aug. Portugiese Diego Diaz landet auf seinem Weg nach Indien auf Madagaskar. 16. Jh. Erste Königreiche der Sakalavens (Westküste) und der Betsileos (Ostküste). 1527 Erste Franzosen kommen auf die Insel. 17. Jh. Beginn des Königreichs Imerina der Merinas. 1642 Franzosen errichten Fort Dauphin. Erhalten ein Handelsmonopol für 15 Jahre. Es bestehen vier einheimische Königreiche. 1674 Ein Teil der Besatzung von Fort Dauphin wird von Einheimischen umgebracht, der Rest wird evakuiert. 1700 Holländer und Engländer versuchen auf Madagaskar Fuß zu fassen. 1774 Polnischer Graf Benyowski, wird "Großer Häuptling" der Malagassen. Er versucht die Insel zu einer französischen Kolonie zu machen. 1785 bis 1810 Die Königreiche werden vereint unter Andrianampoinimerina. 1810 bis 1828 Radama I. Schließt ein Abkommen mit Sir Robert Farquhar, Gouverneur der Insel Mauritius um Waffen zur Bekämpfung des Sklavenhandels zu erhalten. Die Bibel wird von protestantischen Missionaren ins Malagassische übersetzt, eine malagassische Schrift entwickelt. 1818 Ankunft protestantischer Missionare. 1828 bis 1861 Regierungszeit der Königin Ranavalona I. 1835 Königin Ranavalona führt ein antichristliches Regime, alle Missionare müssen das Land verlassen. 1857 Alle Europäer müssen das Land verlassen. 1868 bis 1883 Regierungszeit der Königin Ranavalona II. Freundschaftsvertrag mit Frankreich. 1869 Königin Ranavalona II. bekehrt sich zum protestantischen Glauben. 1879 Deutsches Kaiserreich nimmt konsularische Beziehungen auf. 1883, 15. Mai In Berlin wird ein deutsch-madagassischer Freundschafts- und Handelsvertrag unterzeichnet. 1883 Kriegswirren, Tamatave wird von den Franzosen bombardiert und besetzt. Alle Missionare müssen das Land verlassen. 1885 Vertrag mit Frankreich, Madagaskar wird zum französischen Schutzgebiet erklärt. 1895, 30. Sep. Madagaskar wird von Großbritannien als französisches Protektorat anerkannt. 1896 Landung französischer Truppen. Absetzung und Exil der Königin Ranavalona III. Madagaskar wird französische Kolonie. 1913 Gründung einer geheimen Widerstandsorganisation VVS (Vy Vato Sakelika = Eisen Stein Verzweigung). 1915 - 1917 Widerstand der Merina, bewaffnete Aufstände der Bauern im Süden. 1924 Errichtung von "Räten" . 1942 Südafrikanische Truppen besetzen die Insel, übergeben sie an die Sympathisanten De Gaulles. 1946 Madagaskar wird überseeisches Gebiet der französischen Union. 1947, 29. März Beginn eines Aufstandes, entfacht durch den Nationalismus der Demokratischen Bewegung für die Erneuerung Madagaskars. Mehr als elftausend Tote im Verlauf des Aufstandes. 1956, 28. Dez. Gründung der "Parti Social Démocrate" PSD in Majunga. 1958, 14. Okt. Ausrufung der "Republik Madagaskar" innerhalb der französischen Gemeinschaft. 1960, 26. Juni Unabhängigkeit von Frankreich. Präsident Philibert Tsirananas. Der Handel bleibt immer noch in den Händen von etwa 70000 Franzosen. 1965 Bei allgemeinen Wahlen gewinnt die PSD 98% der Stimmen. 1966 Staatsbesuch des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland Heinrich Lübke. 1970, 06. Sep. Präsident Philibert Tsirananas regierende Partei PSD gewinnt 104 von 107 Sitzen in der Nationalversammlung. 1970 Dialog mit Südafrika begonnen. 1971 Bewaffnete Aufstände im Süden, Reaktion der verschuldeten Bauern gegen übermäßige Steuern und korrupte Beamten. 1972, 24. April Generalstreik der Universitäten und Gymnasien. 400 Studenten verhaftet. 1972, 13. Mai 50000 Demonstranten besetzen das Zentrum von Antananarivo. 1972, 18. Mai Präsident Tsiranana händigt die Macht über an General Ramanantsoa, Oberbefehlshaber der Armee. Sozialistische Partei Madagaskars gegründet. 1972 Franzosen ziehen alle ihre Truppen von Madagaskar zurück. 1972, Dez. Unruhen in der Hafenstadt Tamatave. 1973, 22. Mai Eigene Währung wird "unabhängig", Austritt aus der Franc-Zone. In der Folge eine Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Inflation und Devisenmangel. 1975, 05. Feb. Ramanantsoa tritt zurück. Ratsimandrava wird neuer Präsident, kurz darauf (11. Feb.) wird er ermordet. Militärisches Direktorium von 18. Mitgliedern unter General Gilles Andriamahzo ersetzt den Präsidenten. Beschränkung von Freiheiten, Diktatur der Militärs. 1975, 15. Juni Direktorium wird abgesetzt und durch einen Obersten Revolutionsrat ersetzt. Vorsitzender wird Didier Ratsiraka. Alle Banken, Versicherungsgesellschaften und Minen verstaatlicht. 1975, 21. Dez. Referendum erkennt mit 94,7 % der Stimmen eine neue Verfassung an und festigt die Position von Ratsiraka. 1976, 19. März AREMA (Avantgarde de la révolution de Malagasy) gegründet. (Später umbenannt in "Association pour la Renaissance de Madagascar). Als "Nationale Front" arbeitet sie mit mehreren anderen, kleinen Parteien zusammen. 1976 Verstärkte Kontakte zu sozialistischen Ländern des Ostens. Madagaskar wird "sozialistisch". Oppositionelle arbeiten im Untergrund oder gehen ins Exil. Zur Sicherung seiner Macht stützt sich der Präsident auf die 1500 Mann starke, von Nordkoreanern ausgebildete Präsidentengarde. Das Land leidet unter einer Wirtschaftsmisere. 1982 Didier Ratsiraka als Präsident wiedergewählt mit 80,2% der Stimmen. 1984, Dez.Aufstand arbeitsloser Jugendlicher, mindestens 40 Tote. 1989, März Präsident Ratsiraka mit 62,7% der Stimmen wiedergewählt. 1989, Juni Erste freien Parlamentswahlen seit 1972. 80,1% der stimmen für die AREMA. 1992
Neue Verfassung der Republik Madagaskar
1993Albert Zafy gewinnt Präsidentschaftswahlen 1996Parlament beschließt Amtsenthebung von Zafy. Didier Ratsiraka gewinnt Präsidentschaftswahlen. 1998Neue Verfassung. Regierungspartei AREMA gewinnt Wahlen. 2001Marc Ravalomanana gewinnt Präsidentschaftswahlen gegen Ratsiraka. 2002Nach langen blutigen Auseinandersetzungen wird Rabalomanana als Präsident vereidigt. Ratsiraka geht ins Exil nach Frankreich.
|