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Mali
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Mali: Geschichte in Auszügen

Um 800 (3. bis 11. Jh.)

Der Staat Gana auf dem Höhepunkt seiner Macht, beherrscht Teile des heutigen Mali westlich und nordöstlich des Niger.

4. bis 14. Jh.

Nation der Kugha (bestehend aus mehreren Stadtstaaten entlang dem Niger) unter den Herrschern aus der Familie der Dia (besonders auch Gao).

Um 950

Mande Häuptlinge errichten den Kern des späteren Mali-Reiches.

10./11. Jh.

Nomaden und Händler bringen Islam ins Land.

1050

Allakoi Kaita kommt von einer Pilgerfahrt nach Mekka mit dem Titel "Sultan" nach Niani zurück.

11. Jh.

Das Volk der Tellem siedelt im Felsmassiv der Region Bandiagara.

Um 1100

Gründung von Timbuktu.

13. bis 15. Jh.

Mali, Westafrikanisches Großreich, das von den Malinke gegründet worden war.

1230

Truppen der Sosso unter Samanguru Konnte erobern Niani. Herrscherfamilie der Keita wird bis auf den Krüppel Sundiata ausgerottet.

1235

Ein Bündnis der Malinke-Gruppen unter Anführung von Sundiata besiegt die Sosso. Sundiata wird der "Löwe von Mali" (Mali Dajata) genannt.

1240

Unter Führerschaft von Sundiata annektiert Mali das alte Reich Gana.

1255

Das Reich Mali erstreckt sich über fast das ganze Territorium des heutigen Mali entlang dem Niger, mit Ausnahme des Wüstenstreifens entlang der heutigen Grenze nach Algier. Zum alten Mali gehören auch Teile der heutigen Nachbarstaaten.

1324

Kankou Moussa Herrscher des Mali-Reiches auf Wallfahrt nach Mekka. Soll von 60 000 Soldaten und Dienern begleitet gewesen sein.

1335

Gao wird durch Gefolgsleute von Kankou Moussa erobert.

1433/34

Tuaregs erobern Timbuktu.

15. Jh.

Dogon verdrängen bzw. assimilieren die Tellem in der Region von Bandiagara.

Ende 15. Jh.

Angriffe der Fulbe von Westen, der Tuareg von Norden, der Mossi von Süden und der Songhai (Gao) von Osten tragen zum Niedergang des Mali-Reiches bei. Der Handel verlagert sich hin zur Atlantikküste, weg von den Routen der Kamelkarawanen nach Norden durch die Wüste. An der Küste übernehmen die Portugiesen die Verbindungen nach Europa.

14. bis 16. Jh.

Songhai - Reich. (Hauptstadt Gao) Das kontinuierliche Austrocknen der Sahara löst eine Bewegung der Bevölkerung (Berber, Mauren, Tuareg) nach Süden aus.

1468

"Sonni" Ali Ber (nominell ein Muslim, doch ein Unterstützer afrikanischer Tradition) erobert Timbuktu von den Tuareg.

1492

"Sonni" Ali Ber stirbt, sein Sohn weigert sich Muslim zu werden. Der Anführer der Armee, Askia Muhammad, setzt ihn ab und führt überall den Islam ein.
Timbuktu wird wieder zu einem kulturellen Zentrum.

1591, 12. März

Schlacht von Tondibi . Das Heer des Sultans von Marokko schlägt die Reiterarmee der Songhai (10 bis 20 Tausend Reiter) in die Flucht.
Das Songhai - Reich wird erobert. Die geistige Elite Timbuktus wird von den Marokkanern verschleppt.

1680

Fulbe erobern Gao.

16. bis 19. Jh.

Reich Massina (Fulbe).
Staaten der Bambara um Segou.

1639

Beginn von Mißernten, 200 Jahre lang außerordentliche Trockenzeit.

1738-1759

Dürre und Hungersnot rottet die Hälfte der Bevölkerung Timbuktus aus.

1853

Der deutsche Forscher Heinrich Barth wohnt acht Monate in Timbuktu.

1857

Erster französischer Militärstützpunkt auf dem Gebiet des heutigen Mali in Médine, bei Kayes.

1862

Omar Seydu Tall, der Führer einer religiösen islamischen Partei aus dem Reich Fouta-Toro der Tukolor erobert Segou.

19.Jh.

Samory Touré leistet den Franzosen 16 Jahre lang Widerstand.

1881 - 1904

Bau der Eisenbahn von Kayes nach Bamako.

1895

Franzosen haben militärische Oberhand. Kayes wird Hauptstadt von Französisch Westafrika. Nur der Norden des heutigen Mali widersetzt sich noch der Kolonisation.

1907 - 1923

Bau der Eisenbahnlinie von Thiès (Senegal) nach Kayes.

1916

Frankreich hat seine Herrschaft bis in den Norden Malis ausgedehnt.

1946

Gründung des Rassemblement Démocratique Africain (RDA), malische Teil: Union Soudanaise (US).
Auch die Parti Progressiste Soudanais (PPS) wird gegründet.

1948

"Territorialversammlung" wird eingerichtet, eine Volksvertretung mit begrenzten Befugnissen.

1956

Mobido Keita (Nachkomme der alten Herrscherfamilie der Keita aus der Stammesgruppe der Kangara), Gründungsmitglied der RDA, wird Vorsitzender der US und Bürgermeister von Bamako.

1958

Im September stimmte 97% der Wähler für eine Selbstregierung, deren Präsident Koneé wurde.

1959, 17. Jan.

Mali-Föderation zwischen Senegal, Französisch Sudan, Ober-Volta und Dahomey ausgerufen.

1959, März

Erste Verfassunggebende Versammlung des Französisch-Sudan.

1959, 04. April

Mobido Keita zum Präsidenten der Mali-Föderation ernannt. Bruch mit der RDA.

1959

US und PPS schließen sich zur Einheitspartei zusammen.

1960, 20. Juni

Mali-Föderation wird unabhängig von Frankreich.

1960, Aug.

Union mit Senegal zerbricht nach nur zwei Monaten. Grenze zwischen Senegal und Mali geschlossen, Eisenbahnverkehr eingestellt.

1960, 22. Sept.

Gründung der eigenständigen Republik Mali. Mobido Keita wird Präsident.

1961

Föderation mit Guinea und Ghana nur von kurzer Dauer.

1962

Mali führt eine eigene Währung ein und verläßt die Westafrikanische Währungsunion.

1963

Eisenbahnverkehr mit Senegal wieder aufgenommen.

1964

Wirtschaftliche Krise, Mali muß erstmals Getreide importieren.

1966

Besuch des Bundespräsidenten Heinrich Lübke, Eröffnung des Heinrich-Barth-Hauses in Timbuktu.

1967

Mali kehrt in die CFA-Franc-Zone zurück.

1968, 19. Nov.

Putsch unter der Führung von Moussa Traoré, Militärdiktatur mit dem "Militärkomitee für die Nationale Befreiung" (CMLN).Mobido Keita im Wüstengefängnis von Kidal.

1973 / 74

Dürreperiode. Nomaden im Norden verlieren den Großteil des Viehbestandes. Menschen leben in Lagern. Auch der Süden des Landes vom Ausbleiben der Regenfälle betroffen. Schwierigkeiten beim Transport der Hilfsgüter.

1974

Autoritäre Verfassung, Gründung der Einheitspartei "Union Democratique du Peuple Malien" (UDPM).

1974, Nov. / Dez.

Bewaffnete Auseinandersetzungen im Grenzkonflikt mit Burkina Faso um einen 160 km langen und 30 km breiten Landstreifen, wo es Manganerz-Vorkommen gibt.

1977, 16. Mai

Mobido Keita im Gefängnis von Kidal gestorben.
Immer wieder Demonstrationen, Regierung geht dagegen mit Gewalt vor.

1979

Wahlen, Traoré siegt mit 99% der Stimmen.

1980

Schwere Unruhen, 100 Verhaftungen, 13 Studenten unter Folter gestorben. Schulen und Universitäten schließen (bis 1981).

1983, Mai

Annäherung an Frankreich.

1984/85

Dürreperiode, Viehbestand geht drastisch zurück.

1984

Rückkehr zur Westafrikanischen Währungsunion. 42,3 Millionen Dollar Kredit vom IWF für den Übergang.

1985, Juni

Präsident Traoré für sechs Jahre wiedergewählt mit 99,94% der Stimmen.

1985/86

Krieg zwischen Mali und Burkina Faso. (Wieder der Grenzkonflikt, der schon 1974 zu Auseinandersetzungen führte.)

1987

"Krieg gegen Korruption" wird erklärt.

1988, März

Bundespräsidenten Weizsäcker auf Staatsbesuch in Mali.

1988

Demonstrationen von Schülern, Studenten, Lehrern und Beamten.

1990-1996

Tuaregaufstand im Nordosten.

1991

Militärputsch durch Amadou Toumani Touré. Nationalkonferenz und Beginn der Demokratisierung.

1992

Neue demokratische Verfassung. ADEMA Partei siegt in Parlamentswahlen. Alpha Oumar Konaré wird Präsident.

1997 

Konaré wird wiedergewählt.

2002

Amadou Toumani Touré wird zum Präsidenten gewählt.

2007

Wiederwahl von Amadou Toumani Touré.