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Marokko: Geschichte in Auszügen

Zeugnisse, die auf menschliche Existenz in Marokko verweisen, gehen bis zu vierhunderttausend Jahre zurück.

8000 - 2000 v. Chr.

Berber besiedeln Nordafrika.

1100 - 146 v. Chr.

Handelsleute aus Phönizien und Karthago lassen sich nieder.

Um 40 n. Chr.

Aufstand der Berber gegen die Latinisierung und Christianisierung.

285 n. Chr.

Nach der Zerstörung Karthagos unter römischer Herrschaft.

429 - 477

Invasion der Vandalen.

533 - 682

Nordmarokko wird Teil des Byzantinischen Reiches.

683

Araber erobern das Land. Beginn einer gewaltsamen Ausdehnung des arabisch-islamischen Einflusses.

703 - 711

Unterwerfung durch den arabischen Eroberer Moussa Ibn Noxeir. Marokko wird Teil des Omajaden-Kalifates von Damaskus. Der Herrrschaftsbereich dehnt sich aus bis ins heutige Spanien.

786

Die Dynastie wechselt zu den Abbasiden nach Bagdad. Der aus dem Osten vertriebene Schiit Idris gründet das marokkanische Reich, das bis heute bei den Marokkanern als eigentliches Gründungsdatum ihres Reiches gilt.

808

Gründung der ersten rein muslimische Stadt Fez. Sie entwickelt sich schon bald zum geistigen und religiösen Zentrums Marokkos.

10/11Jahrh.

Entstehung unabhängiger Berberbereiche. Blutige Auseinandersetzungen zwischen Omajaden und Fatimiden.

1055 - 1147

Marokko wird Teil des Berbereichs der Almoraviden.

1079

Erstmals in seiner Geschichte steht das Land unter einheitlicher Herrschaft.

1130 - 1269

Berber – Dynastie der Almohaden mit der Hauptstadt Rabat.

1269 - 1465

Berber – Dynastie der Meriniden.

1415

Ceuta wird von Portugal erobert.

1465 - 1548

Berber – Dynastie der Beni Quattas.
Bemerkenswert ist, dass das Land außerhalb der Souveränität des türkischen Sultans bleibt.

1471 - 1661

Unter portugiesischer Herrschaft.

1492

Rückeroberung Spaniens. Die anschließende Vertreibung von arabisch-islamischen Mauren und Juden nach Marokko, brachte dort einen kulturellen Aufschwung.

1496

Spanien nimmt Melilla in Besitz.

1520 - 1660

Arabische Dynastie der Saadier. Mit der Ausdehnung des Herrschaftsbereichs nach Süden beginnt die Versklavung von Schwarzafrikanern.

1580

Spanien übernimmt die Gebietshoheit in Ceuta.

1660

Machtübernahme der noch heute herrschen Dynastie der Alaoiten. Diese alawitisch-scherifische Dynastie führt ihren Ursprung auf den Propheten zurück. Erste Handelsbeziehungen mit Frankreich.

19. Jh.

Wandel des Verhältnisses zwischen Sultan und religiöser Elite bis zu deren politischen Unterordnung. Der Islam wird allmählich politisch instrumentalisiert. Der Sultan/König wird zunehmend in die kolonialökonomischen Interessen der rivalisierenden europäischen Kolonialmächte eingebunden.

1844

Niederlage im Krieg gegen Frankreich bei Oujda.

1859/1860

Niederlage im Krieg gegen Spanien.

1885

Weizen und Viehhandel wird liberalisiert. Die Abhängigkeit des Sultans von französischen Krediten nimmt zu.

1903/1904

Besetzung Ostmarokkos durch Frankreich.

1910

Nordmarokko wird spanische Protektorat.

1912, März

Durch den Vertrag von Fez wird im Süden das französische Protektorat errichtet. Frankreich übernimmt die Außenpolitik und Verteidigung, Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die weltliche und religiöse Souveränität des Sultans wird nicht angegriffen.

1977, 18. Nov.

Inthronisierung von König Mohammed V.

1930

Erlaß des Berber-Dahirs, einer Verordnung des Sultans auf Betreiben Frankreichs, der die Beberstämme direkt der Protektoratsmacht unterstellte. Die Anordnung ist ein Bruch des Vertrages von Fez und demonstrierte eindeutig die Machtlosigkeit des Sultans gegenüber Frankreich.

1934

Gründung des Comité d‘Action Marocaine, eine nationalistische Bewegung gegen den Kolonialismus.

1936 – 1939

Die spanischen Gebiete Nordafrikas werden in den spanischen Krieg einbezogen.

1940 – 1942

Einbeziehung der französischen Gebiete Marokkos in das von Hitler-Deutschland abhängige Vichy-Regime.

1942/43

Alliierter Truppen beseitigen den Vichy-Einfluss.

1943

Gründung der antikolonialen Istiqlal-Partei.

1947

Das Bündnis von Sultan Mohammed V. mit der nationalistischen Bewegung führt zur offenen Konfrontation mit Frankreich.

1952/53

Eskalation des Unabhängigkeitskampfes der Istiqlal gegen Frankreich.

1953 – 1955

Absetzung und Verbannung des Sultans - zusammen mit dem Kronprinzen Hassan – nach Madagaskar.

1956, 02. März

Anerkennung der Unabhängigkeit Marokkos durch Frankreich.

1956, 07. Apr.

Spanien erkennt die Unabhängigkeit Marokkos an.

1956, Okt.

Eingliederung der internationalen Zone von Tanger ( Ceuta und Melilla bleiben Spanisch.

1956, 18. Nov.

Unabhängigkeitserklärung Marokkos unter Sultan Mohammed V.

1957, 16. Aug.

Sultan Mohammed V. nimmt den Königstittel an.

1958, Okt.

Marokko tritt der Arabischen Liga bei.

1961, 26. Feb.

Nach dem Tod MohammedsV. Besteigt sein Sohn als Hassan II. den Thron.

1962, 07. Dez.

Die neue Verfassung, die eine dem König verantwortliche Regierung und ein Parlament mit beschränkten Rechten vorsieht, wird durch eine Volksabstimmung gebilligt.

1965, Okt.

Der Chef der Union Nationale des Forces Populaires (UNFP), Medhi Ben Barka, verschwindet spurlos aus Frankreich. Der marokkanische Geheimdienstchef General Mohammed Oufkir wird in Frankreich wegen der Ermordung Ben Barkas in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Frankreich unterbricht seine diplomatischen Beziehungen zu Marokko.

1965

Unruhen in Casablanca werden von der Armee blutig niedergeschlagen.

1965 – 1977

Ausnahmezustand nach schweren Unruhen in der marokkanischen Hafenstadt Casablanca.

1969, Nov.

Marokko gibt Anspruch auf Mauretanien auf.

1971, 10.Juli

Gescheiterter Putschversuch der Armeegeneräle.

1972, 16. Aug.

Putschversuch erneut gescheitert.

1972

Inkraftsetzung einer neuen Verfassung, die u.a. ein Einkammerparlament mit zu zwei Dritteln direkt gewählten Parteivertretern vorsieht, aber die Machtbalance der Verfassung von 1962 zugunsten des Königs verschiebt.

1976, 27. Feb.

Besetzung von fast zwei Drittel der Westsahara nach Abzug Spaniens.

1978, 14. Apr.

Eingliederung der Westsahara durch Marokko (nach Verzicht Mauretaniens).

1978, 30. Sep.

Schließung des letzten US-Stützpunktes in Marokko.

1981

Blutige Unruhen in Casablanca.

1981, 27. Juni

Grundsätzliche Zustimmung Marokkos zu einem Referendum über den Status der Westsahara.

1984, Jan.

Blutige Unruhen in Nordmarokko.

1984, 12. Nov.

Austritt aus der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU).

1985, 19. Aug.

Papst Johannes Paul II. Besucht Marokko.

1987, 18. Mai

Beitritt zum Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT).

1987, 04. März

Streit um Ceuta und Melilla. Marokko erhebt erneut Ansprüche.

1988, 16. Mai

Wiederaufnahme der 1976 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Algerien.

1989, Apr.

Ratifizierung des 1972 abgeschlossenen Grenzvertrages mit Algerien (Verzicht auf Ansprüche im Gebiet von Tindouf).

1989, 05. Okt.

König Hassan II. zu Besuch in Spanien.

1990, 14. Dez.

Blutige Unruhen in Fez.

1991

UNO-Mission für die Westsahara; Waffenstillstand mit der POLISARIO.

1993

Opposition gewinnt Parlamentswahlen.
König Hassan II. weiht zweitgrößte Moschee der Welt in Casablanca ein.

1996

Assoziierungsabkommen mit der EU. Verfassungsreferendum.

1997

Erste Wahlen für die Repräsentantenkammer und Rätekammer.

1999, 23.Juli

Nach dem Tod des 38 Jahre regierenden Königs Hassan II. folgt ihm sein ältester Sohn als König Mohammed VI. auf den Alawiten-Thron.

2002

Parlamentswahlen. 35 Frauen ziehen ins Parlament ein.

2003

Selbstmordanschläge islamistischer Terroristen in Casablanca