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Mosambik  > Kirche

Verlautbarungen und Stellungnahmen der katholischen Kirche

 1988, 16. – 19. Sept.

Während seines Besuches in Mosambik, forderte der Papst zur Bewältigung der politischen und wirtschaftlichen Probleme des Landes ein Programm, "das in klarer Weise den Fortschritt der Bevölkerung fördert". Dabei sei – und hier sprach der Papst jenen heiklen Punkt an, von dem die Regierung noch nichts hören wollte – ein nationaler Dialog unverzichtbar, der alle gesellschaftlichen Gruppen einschließe. "Eine Zivilisation der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe bedeutet die Anerkennung der Würde jeder menschlichen Person; sie bedeutet, daß jeder seine Grundrechte ausüben kann, ohne Einschränkungen oder Begrenzungen, die mit der Ausrede der Rassentrennung oder der sozialen Unterschiede gerechtfertigt werden."

1989, April

Die Bischöfe von Mosambik veröffentlichen einen eindringlichen Appell zur Beendigung des Bürgerkrieges. In ihrem Hirtenbrief "Hoffnung auf Frieden", beschreiben sie ausführlich die hoffnungslose Situation des Landes und das unermeßliche Leid der Bevölkerung. Sie fordern nachdrücklich eine sofortige Beendigung des Krieges und das Einstellen jeglicher Unterstützung der Kriegsparteien durch auswärtige Mächte.

1990

Die religiöse Gemeinschaft Sant' Egidio in Rom als Vermittlerin für den Frieden in Mosambik:
Die Gemeinschaft hat sich durch ihre vielfältigen sozial-karitativen Initiativen und durch ihr engagiertes religiöses Leben einen Namen gemacht weit über Italien hinaus.
Nach einer ersten Zusammenkunft zwischen den Delegierten der Regierung und der Renamo, die im Juli 1990 in Sant' Egidio stattfand, stellte sich das Problem eines offiziellen Vermittlers. Nach langer Diskussion wurde die Gemeinschaft von Sant' Egidio als voll anerkannte Vermittlerin ernannt.
Die Zusammensetzung der Vermittlergruppe war zweifellos ungewöhnlich. Neben einem Vertreter des Staates Italiens nahmen zwei Mitglieder der Gemeinschaft Sant' Egidio und ein Bischof an den Friedensgesprächen teil. Zur Delegation aus Mosambik gehörte der Minister Armando Emilio Guebuza (Frelimo), und eine Vertretung der Nationalen Widerstandsbewegung (Renamo).
Die Stärke der Vermittlung bestand im Zusammenwirken zwischen der Arbeit dieser Gemeinschaft und dem Entschluß, sich aller Mittel zu bedienen, die den Frieden näherbringen konnten. Die italienische Regierung hatte aufgrund der Entwicklungszusammenarbeit bei der mosambikanischen Regierung eine große Glaubwürdigkeit, stieß aber bei der Renamo auf eine gewisse Distanz. Bischof Gonsalvez von Mosambik beruhigte mit seiner Autorität vor allem die Renamo, die in ihm einen Verteidiger des Dialogs sah.
Die Gemeinschaft war von allen Seiten anerkannt. Ihre Glaubwürdigkeit setzte sie ein, um zwischen den Partnern einen gemeinsamen Nenner zu finden, mit denen sich Verpflichtungen formen ließen, die beide Seiten als solche anerkennen konnten.

1992, 25. Juli

Friedensappell der Ordensoberen.
Die Generaloberen von acht Ordenskongregationen, die seit vielen Jahren in Mosambik tätig sind, rufen zum Frieden in diesem Land auf.
Ein Friedensappell unterzeichnet von 104.000 Personen aus Mosambik und verschieden europäischen Ländern wurde zusammen mit einem umfassenden Hilfsprojekt für die Bevölkerung von Mosambik im Sitz der Gemeinde Sant' Egidio in Rom überreicht, wo seit zwei Jahren Friedensgespräche stattfinden.
Die Ordensoberen wiesen gegenüber den Delegationen auf die schweren Leiden der Bevölkerung Mosambiks hin und beklagten einen Mangel an Information über den Fortgang der Verhandlungen. Sie sicherten ihre volle Verfügbarkeit für den erfolgreichen Abschluß der Gespräche zu und forderten die Beteiligten auf, sich für einen schnellen Waffenstillstand einzusetzen.

1992, 4. Okt.

Im Sitz der Gemeinde Sant' Egidio in Rom wird der Friedensvertrag für Mosambik unterzeichnet und der damit sei 16 Jahren wütende Bürgerkrieg beendet.

1994

Die Bischöfe der drei Millionen Katholiken Mosambiks stellen mit Genugtuung fest, daß das dank ihrer Anstrengungen am 4. Okt. 1993 zustandegekommene Friedensabkommen, hält.
Für die Kirche Mosambiks ist es der dritte Neubeginn in 120 Jahren. Ende des 19. Jahrhunderts war sie fast völlig zerfallen. Kurzzeitig waren Jesuiten und Steyler Missionare am Sambesi erfolgreich. Der erste Weltkrieg machte alles wieder zunichte. 1940 kam es durch die portugiesische Regierung unter Mitwirkung verschiedener Ordensgemeinschaften zu einem Neuaufschwung. 1962 wurde er durch die Kämpfe gegen die portugiesische Kolonialmacht und den 1975 ausgebrochenen Bürgerkrieg folgenreich wieder unterbrochen.

1995, 14. Dez.

Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem HL. Stuhl und der Republik Mosambik.

1996

Katholische Universitäten in Beira und Nampula.
Die erste Absichtserklärung der Bischofskonferenz von Mosambik über die Katholische Universität in Mosambik: "Die Katholische Universität in Mosambik ist ein Produkt der katholischen Kirche, die in 'Mosambik' präsent ist. Die Kirche ist der Ansicht, hiermit einen bedeutenden Beitrag zum Wiederaufbau des Landes und zur nationalen Versöhnung sowie der Festigung des Friedens und der integralen Entwicklung der Männer und Frauen in Mosambik geleistet zu haben".

1998

Die Kirche in Mosambik feiert das 500jährige Jubiläum der Evangelisierung: die erste Messe wurde am 11. März 1498 auf der kleinen Insel St. Georg von den Missionaren zelebriert, die die Schiffe Vasco da Gamas auf der Reise nach Goa begleiteten.
Die Evangelisierungsgeschichte Mosambiks kann in sechs verschiedene Zeitabschnitte unterteilt werden:
Eine erste Etappe reichte von 1498 bis 1560. Diese Zeit der Evangelisierung war von den sporadischen Initiativen gekennzeichnet, die insbesondere in Zusammenhang mit der Präsenz der Portugiesen stattfanden.
Zwischen 1560 und 1783 kamen zahlreiche Missionare in das Land: zuerst die Jesuiten (1560), denen die Dominikaner folgten (1572). In dieser Zeit war das Territorium des heutigen Mosambik noch der indischen Diözese Goa unterstellt.
In einem dritten Abschnitt von 1783 bis 1940 löste sich das Evangelisierungswerk der mosambikanischen Kirche schrittweise aus dem Bezug zu Goa.
Im Laufe der Jahrhunderte kamen 15 weitere Kongregationen in das Land.
Eine vierte wichtige Etappe reicht von 1940 bis 1975: aufgrund missionarischer Vereinbarungen zwischen der portugiesischen Regierung und dem Heiligen Stuhl wird die Hierarchie in Mosambik errichtet. Es werden zwei Diözesen und eine Erzdiözese gegründet. Dadurch gewinnt die Evangelisierung an Organisation und Dynamik: Missionsstationen, Schulen und Sanitätszentren können entstehen. Weitere Diözesen werden gegründet.
Mit der Unabhängigkeit beginnt der fünfte Zeitabschnitt (1975 – 1992): es kommt der Marxismus und der Krieg zwischen den beiden Parteien: Frelimo ( Regierungspartei) und Renamo.(Opposition). Die 16 Kriegsjahre waren eine schwere Zeit für die Evangelisierung. Viele Missionare mußten das Land verlassen. Die Missionen wurden verstaatlicht, und kurze Zeit später geschlossen.
Anläßlich des ersten Jahrestages der Unabhängigkeit (25. Juni 1975) gaben die Bischöfe ein gemeinsames Hirtenschreiben (unterzeichnet am Pfingstfest, dem 6. Juni 1976) heraus: "Den Glauben im heutigen Mosambik leben".
Die Bischöfe erheben ihre Stimme zu den Themen: Befreiung, Menschenrechte, Religionsfreiheit und Verstaatlichung der kirchlichen Institutionen.
In dieser Zeit beschritt die Kirche zwei strategische Wege: zum einen das Engagement für den Frieden und zum anderen die Gründung kleiner christlicher Gemeinschaften.
Durch ihre aktive Präsenz gelang der Kirche das Überleben der schwierigen Kriegsjahre und der Beginn eines neuen Zeitabschnittes, der mit den Friedensvereinbarungen 1992 begann.

2000, 05. Dez.

In ihrem Hirtenwort "Betet für den Frieden", nehmen die Bischöfe Stellung zu den Unruhen im Land und verurteilen die Verantwortlichen der blutigen Kämpfe in der Stadt Montepuez, bei denen mehr als 80 Menschen den Tod fanden. Sie rufen die Christlichen Gemeinden auf, für den bedrohten Frieden im Land zu beten.

2003, Nov.

In ihrem Hirtenwort "Gerechtigkeit und Transparenz bei den Wahlen" fordern die Bischöfe faire und freie Wahlen. Sie loben den Fortschritt, den das Land seit dem Bürgerkrieg gemacht hat, sprechen aber auch über Anomalitäten im politischen Leben der Nation und die wachsende soziale Ungerechtigkeit.

2004, April.

In ihrem Hirtenbrief mit dem Titel "Das Leben verteidigen" beschäftigen die Bischöfe sich mit den verheerenden Folgen der Aidsepidemie und machen ausführliche Empfehlungen zum Umgang mit der Immunschwächekrankheit.