Namibia: Geschichte in Auszügen Bis 15. Jh. Die ersten Einwohner Namibias waren die Buschmänner, die als Sammler und Jäger lebten. Die Ovambo- und Okavangostämme sind als bäuerliche Völker in der tropischen Region alteingesessen. Seit nicht zu datierendem Zeitpunkt leben die Bergdama (Damara) in Südwestafrika. Wahrscheinlich lebten sie lange in Abhängigkeit von den Nama-Hottentotten, deren Sprache sie sprechen. 16. Jh. Beginn der Herero-Einwanderung. Sie werden ihrer Sprachen wegen den Bantu zugerechnet und sind wie die Hottentotten nomadisierende Hirten. 1486 Die portugiesischen Seefahrer, Bartholomeo Dias und Diego Cao erkunden das Küstengebiet Namibias. 1670 und 1677 Zwei Schiffe der holländische Flotte aus Westindien landen an der namibischen Küste. 1793 Kapitän Duminy erklärt die holländische Souveränität in den Küstengebieten und verdrängt die Einheimischen in das unerschlossene Landesinnere. 1884 Auf der Berliner Konferenz wird das Gebiet des heutigen Namibias zum deutschen Schutzgebiet. 1904, 12. Jan. Hereros erheben sich gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Angriff auf die Hauptbefestigung. In ihrem Aufstand werden etwa 100 Siedler getötet. Deutschland reagiert mit Gewalt. Die deutsche Armeeleitung entsendet 15 000 Soldaten nach "Deutsch-Südwest". Kaiser Wilhelm persönlich ernennt General Lothar von Trotha zum militärischen Oberbefehlshaber, der die Revolte "egal mit welchen Mitteln" niederschlagen sollte. 1904, 11.-12. Aug. Schlacht bei Waterberg, in der die Hereros entkommen können. Die Hereros (etwa 8.000 Mann) werden mit ihren Frauen und Kindern und ihrem Vieh ins Omaheke Sandveld getrieben. Alle Zugänge zu Wasserstellen werden ihnen auf eine Länge von 250 km abgeschnitten. Tausende verdursten oder werden bei der Annäherung an die Wasserstellen umgebracht. 1904, 02. Okt. Proklamation von Trothas, in der er jeden Herero - ob bewaffnet oder unbewaffnet - zu erschießen droht, wenn er innerhalb der "deutschen Grenzen" angetroffen wird. 1904, 03. Okt Beginn des Nama-Aufstandes mit der Anwendung von Guerilla-Taktik unter Hendrik Witbooi. 1905, Aug./Sept. 9.000 Herero ergeben sich und gehen als Gefangene in Arbeitskamps. 1905, 29. Okt. Tod Hendrik Witboois nach einem Angriff auf einen deutschen Versorgungstrupp, Ende des Nama-Aufstandes. 1905, Nov. Ende der deutschen Angriffe auf Dörfer. Trotha wird nach Deutschland zurückgerufen. 1906, Sept. 1.732 Nama Kämpfer ergeben sich, entgegen den Abmachungen werden ins Arbeitslager auf Shark Island geschickt, wo innerhalb sieben Monate 1.032 von ihnen an Erkältung und Mißhandlung sterben. 1907 Über die Hälfte der 15.000 Hereros ist in den Arbeitslagern zu Tode gekommen. 1911 Bei einer Volkszählung wird festgestellt, daß von 20.000 Nama 9.800 überlebt haben. Die Herero zählen nur noch 15.000, zehn Jahre vorher waren sie 80.000. 1918 Durch die Niederlage im 1. Weltkrieg verliert Deutschland die Kolonialmacht. 1919 Namibia kommt als C-Mandat des Völkerbundes unter südafrikanische Verwaltung. 1945 Südafrika lehnt es ab, sein Mandat in einen Treuhandvertrag mit den Vereinten Nationen umzuwandeln. 1948 Einführung der Apartheidpolitik in Namibia. Politische Bewegungen der Schwarzafrikaner, besonders die von Ambo getragene "South West African Peoples Organisation" (SAPO) und die von Hereo bestimmte "South West African National Union" (SWANU) protestieren vergeblich. 1949 Südafrika annektiert das Territorium. Die Vereinten Nationen erkennen dies nicht an. 1960 Mit der Gründung der nationalen Freiheitsbewegung South West African Peoples Organisation (SWAPO) beginnt der antikoloniale Widerstand 1966 Die SWAPO nimmt den bewaffneten Kampf gegen die Besatzungsmacht auf. 1966, Okt. Die UN-Vollversammlung entzieht Südafrika das Mandat und unterstellt Namibia der UNO. 1970, 30. Jan. Der UN-Sicherheitsrat erklärt die Anwesenheit Südafrikas in Namibia als illegal. 1971 Der Internationale Gerichtshof bestätigt die Unrechtmäßigkeit der weiteren Besetzung. 1971, Dez. Nach einem landesweiten Streik der Kontraktarbeiterschaft verhängt das südafrikanische Besatzungsregime in den nördlichen Landesteilen den militärischen Ausnahmezustand. 1973, Aug. Wahlboykott der Ovambos gegenüber den von der südafrikanischen Regierung ausgeschriebenen Wahlen für ein Parlament im nördlichen Landesteil. 1974, Jan. UN erkennt Befreiungsbewegung SWAPO als offizielle Vertreterin des namibischen Volkes an. 1974, Sept. Südafrika weigert sich die SWAPO als einzige Vertreterin des namibischen Volkes anzuerkennen und verbittet sich jede Einmischung von außen. 1975, Sept. Südafrika beruft eine Verfassungskonferenz in Windhuk ein (Turnhallen- Konferenz), die sich die Unabhängigkeit Namibias als Ziel setzt. 1976, Okt. Die beiden führenden Männer der "Turnhallen-Konferenz", der Herero-Häuptling, Kapuuo, und der Sprecher der weißen Volksgruppe, Dirk Mudge, beschließen, daß Südwestafrika ein einheitlicher Bundesstaat mit dem Namen Namibia werden soll. 1977, März Sprecher des Sicherheitsrates versuchen Südafrika zu veranlassen die SWAPO in die Namibiaverhandlungen aufzunehmen. 1977. 31. Okt. Deutschland zieht sich aus Südwestafrika zurück. Das Konsulat in Windhuk wird geschlossen. 1978, 28. Juli Einigung im Sicherheitsrat über Namibia. Ein Sonderbeauftragter für Namibia wird ernannt, um die baldige Unabhängigkeit durch freie Wahlen und unter Aufsicht der UN sicherzustellen. Als Sonderbeauftragter wird der Finne, Matti Athisaari, ernannt. 1978, 01. Dez. Bombenanschlag in Windhuk. 1980, 13. Juni Bildung eines Ministerrats auf Grundlage der Turnhallen-Verfassung, dem weitgehende Vollmachten übertragen werden. Südafrika bleibt nur für Außenpolitik und Verteidigung zuständig. 1980, Juni Südafrika greift SWAPO-Stützpunkte auf angolanischem Gebiet an (Operation "Smokeshell") Der Weltsicherheitsrat verurteilt Südafrika wegen seiner Angriffe auf Ziele in Angola. 1985, Juni Bildung einer Übergangsregierung und einer neuen Nationalversammlung. 1989, 02.März Übergangsregierung in Windhuk zurückgetreten. Der von Südafrika entsandte General-Administrator Pienaar übernimmt die Regierungsgewalt. 1989, 01. Apr. Der Unabhängigkeitsprozess beginnt. Die Alleinherrschaft Südafrikas über Namibia endet nach 74 Jahren. 1989, 25. Febr. Bonn sagt Namibia Hilfe für die Unabhängigkeit zu. 1989, 05.Apr. Die Volksbewegung SWAPO verursacht schwere Kämpfe im Norden Namibias, mehr als 180 Tote. 1989, 07. Apr. SWAPO lehnt Waffenstillstand ab. Die Kämpfe gefährden den Friedensplan. 1989, Mai Eine internationale Friedenstruppe soll den Übergang in einen selbständigen Staat sichern. 1989, 07. Juni Pienaar verkündet eine Generalamnestie für politische Delikte und hebt diskriminierende Gesetze auf. 1989, 20. Juni 40.000 Flüchtlinge kehren aus dem Exil zurück, unter ihnen auch der SWAPO Führer, Sam Nujoma. 1989, 07. Nov. Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung. Die SWAPO gewinnt die Wahlen mit über 60 % der Stimmen und übernimmt die Führung im ersten Parlament. Der SWAPO - Präsident Sam Nujoma wird einstimmig zum ersten Staatsoberhaupt gewählt. 1990Neue Verfassung. Namibia wird unabhängig mit Sam Nujoma als erstem Präsidenten. 1994Nujoma und die SWAPO siegt bei Parlamentswahlen. 1998Namibia unterstützt die kongolesische Kabila-Regierung militarisch. Verfassungsänderung um Nujoma eine dritte Amtszeit zu ermöglichen. 1999Militärpakt mit Angola, Simbabwe und DR Kongo. Nujoma gewinnt Präsidentschaftswahlen, die SWAPO 55 Sitze im Parlament. 2002Eine halbe Millionen Menschen von Dürre getroffen. 2005Nujoma tritt zurück, Hifikepunye Pohamba wird Staatspräsident. |