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Simbabwe  > Ereignisse

Ereignisse und Entwicklungen 1990-2000

1990, März

Mugabe gewinnt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

1990, Juli

Aufhebung des von Premier Ian Smith im Jahre 1965 verhängten Ausnahmezustandes ;
Nkomo wird Vizepräsident.

1991, Nov.

Staatsbesuch Mugabes in Deutschland.

1992, März

Auslaufen der Verfassungsbeschränkungen zur Landenteignung; Verabschiedung des Landgesetzes.

1992, Mai

In Simbabwe herrscht die schlimmste Dürre seit Menschengedenken.

1993, März

Neugruppierungen der Opposition. Die Forumpartei Simbabwes, unter Führung von Enoch Dumbutshena, will einen Teil der traditionell zersplitterten Opposition gegen Präsident Mugabe einen.

1995, Apr.

Wahlsieg der ZANU-PF ( 118 von 120 Sitzen im Parlament).

Durch halbherzige Wirtschaftsreformen hat die Regierung die meisten Reformziele, die ihr vor 3 Jahren die Weltbank und der Internationale Währungsfonds in einem Strukturanpassungsprogramm gesteckt hatten, verfehlt.

1995, Okt.

Oppositionsführer Sithole verhaftet. Die Festnahme steht im Zusammenhang mit einem angeblichen Mordkomplott gegen Präsident Mugabe.

1996, März

Wahlsieg Mugabes (92%; Wahlbeteiligung: 32%); wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung.
Mugabes Einparteiensystem wird immer fragwürdiger.

1997, Okt.

Mugabe plant massive Landenteignung; fünf Millionen Hektar Land sollen den weißen Farmern ohne Kompensation enteignet werden.

1998, Jan.

Gewaltsame Protestkundgebungen in Harare. Die Proteste richten sich gegen eine Welle von Preiserhöhungen.

1998, 24. März

Staatsbesuch Mugabes in Deutschland.

1998, Aug.

Mugabe unterstützt Kabila-Regierung im Kampf gegen die Rebellen im Kongokrieg.

1999, März

Mugabes Pläne, die Verfassung zu ändern, werden abgelehnt; die Opposition fordert eine neue demokratische Verfassung.

1999, 01. Juli

Tod von Josuhua Nkomo, Vizepräsident von Simbabwe.

1999, Aug.

Simbabwe will Truppen nach Angola schicken.

1999, 31. Aug.

Die katholischen Bischöfe veröffentlichen ihr Hirtenwort ." Unsere Möglichkeit die Einheit zu fördern".

1999, 11. Sep.

Gründung der Oppositionspartei "Movement for the Democratic Change" (MDC) unter Führung von Morgan Tsvangirai.

1999, Sept.

Der Papst fordert die katholischen Bischöfe auf, alles zu tun, ein Übergreifen des Kongokrieges auf Simbabwe zu verhindern.

1999, 30. Sept.

Die Niederlande stellt folgende Bedingungen für die Fortsetzung ihrer Entwicklungshilfe in Simbabwe: Achtung der Menschenrechte und Rückzug der Soldaten aus dem Kongokrieg .

1999, Oktober

Die Bevölkerung fordert den Abzug der aus dem Kongokrieg.
Nur durch Einsatz von Gewalt kann die Polizei eine Protestdemonstration in Harare verhindern.

1999, 11. Nov.

Ein allgemeiner Arbeitsstreik soll Präsident Mugabe dazu bewegen, die Ölpreiserhöhung von 67% wieder zurückzunehmen.

1999, 20. Dez.

Dem ehemaligen Diktator Äthiopiens Mengistu wurde auf Bitten der USA Asyl gewährt.

2000, 15. Febr.

Mugabe erleidet beim Referendum über eine Verfassungsänderung eine deutliche Niederlage. Mugabe erkennt die Niederlage an.

2000, 26. Febr.

Flutkatastrophe trifft neben Mosambik und Südafrika auch Zimbabwe.

2000, 04. März

Mugabe will Großbauern bei der Landreform entschädigungslos enteignen.

2000, 13. März

Viele Höfe weißer Farmer sind von "Kriegsveteranen" und Sympathisanten besetzt worden. Die Regierung will nichts dagegen unternehmen.

2000, 06. April

Nach Ausschreitungen in Harare in der letzten Woche nimmt Gewalt in Simbabwe zu. Das Parlament billigt die Enteignung von Farmen.

2000, 16. April

Die Besetzungsaktionen der "alten Kämpfer" fordert erste Todesopfer und Verletzte auf Seiten der Farmer. Mugabe kritisiert Sanktionsdrohungen Großbritanniens.

2000, 18. April

Am Unabhängigkeitstag herrscht in Harare gespannte Ruhe, die Straßen sind leer, Präsident Mugabe bezeichnet in einem Fernsehinterview die weißen Farmer als "Feinde des Landes".

2000, 21. April

Afrikanische Politiker der Nachbarstaaten unterstützen in Victoria Falls die Forderung Mugabes nach einer Umverteilung des Landes.

2000, 25. April

Zwei weitere Mitglieder der Oppositionspartei "Movement for Democratic Change" (MDC) umgebracht. Amnesty International spricht von "politisch motivierter Gewalt"

2000, 26. April

Größere Tabakproduzenten boykottierten die Tabakauktion, nur 50% der Menge im Angebot. Tabak ist der Hauptexport des Landes. Millionenverluste zeichnen sich ab.

2000, 03. Mai

Präsident Mugabe will mit Sondervollmachten Weisse ohne Entschädigung enteignen. Auf einer Wahlveranstaltung seiner Partei verlangte er die Rückgabe von 50% des Landes.

2000, 07. Mai

Der frühere Präsident von Südafrika Nelson Mandela bezeichnete Mugabe als einen Tyrannen, der zu lange an der Macht gewesen ist.

2000, 23. Mai

Die Regierung veröffentlicht Gesetze, die der Regierung ermöglichen 841 Farmen von Weissen an landlose Bauern zu verteilen.

2000, 24. Mai

Die Zeitung "Daily News" berichtet von einem Besucht zweier Agenten der CIO (Central Intelligence Organisation) bei Erzbischof Pius Ncube. Der Grund war der freimütige Hirtenbrief des Bischofs vom 26. April in dem er gegen illegale Farmbesetzungen und erzwungene Ansiedlungen auf besetzten Farmen gesprochen hatte. Er beklagte die Anarchie, die sich im Land breit mache. Auch würde auf die Landbevölkerung Druck ausgeübt von der Zanu PF.

2000, 31. Mai

Südafrikas Präsident Mbeki hat von Saudi Arabien und Norwegen eine Zusage über 14 Mio. Dollar für die Bezahlung von 118 Farmen, deren Besitzer verkaufen wollen.

2000, 02. Juni

Die Regierung beginnt mit der Umverteilung von Land. Bis Endes des Monats sollen dafür mehr als 800 der 4500 Farmen entschädigungslos enteignet werden. Augenblicklich sind etwa 1500 Farmen gewaltsam besetzt.

2000, 10. Juni

Die katholische Bischofskonferenz ruft zu freien und fairen Wahlen auf und verurteilt die Welle der Gewalt in der letzten Wochen.

2000, 14. Juni

"Frauen sind die Hüterinnen des Landes" proklamiert die ZANU-PF. Von den 120 Kandidaten der ZANU-PF sind aber nur 18 Frauen, bei der MDC nur 13.

2000, 21. Juni

Präsident Mugabe kehrt von der G-15 Konferenz in Kairo zurück, um bis zum 23. Juni weitere Wahlkampfauftritte zu absolvieren.

2000, 25. Juni

Nach Angaben der Wahlbeobachter verliefen die beiden Wahltage relativ ruhig. Die Wahlbeteiligung wird als sehr hoch bezeichnet.

2000, 27. Juni

Ein Sieg der ZANU-PF zeichnet sich ab. Die Opposition will in einigen Wahlkreisen die Ergebnisse anfechten.

2000, 28. Juni

Präsident Mugabes ZANU-PF hat die Wahlen knapp gewonnen. ZANU-PF erhielt 62 Sitze und MDC 57, ein unabhängiger Kandidat gewann einen Sitz. Mugabe hat das Ergebnis akzeptiert.

Enteignungen sollen weitergehen.

2000, 03. Juli

Die Bischofskonferenz des Südlichen Afrika äußert ihre Besorgnis wegen der Todesdrohungen gegen Erzbischof Pius Ncube von Bulawayo.

2000, 09. Juli

Zwölf Menschen starben in Harare bei Unruhen während eines Qualifikationsspiels zur Fußballweltmeisterschaft 2002, bei dem Südafrika kurz vor Schluß mit 2:0 in Führung gegangen war.

2000, 12. Juli

ZANU-PF kündigt die Umverteilung von 804 enteigneten Farmen an.

2000, 18. Juli

Neue Regierung Simbabwes vorgestellt.

2000, 31. Juli

Nach Regierungsangaben sollen in nächster Zeit 3000 Farmer enteignet und das Land noch vor der Regenzeit an afrikanische Bauern verteilt werden.

2000, 01. Aug.

Mit einem dreitägigen Generalstreik soll ab Mittwoch gegen Gewalt protestiert werden.

2000, 02. Aug.

Opposition und Gewerkschaften haben den Streik auf einen Tag beschränkt, um die angeschlagene wirtschaftliche Situation des Landes nicht noch mehr zu beeinträchtigen.
Präsident Mbeki von Südafrika wird heute mit einer Delegation in Simbabwe erwartet.
Ende der Woche wird eine Delegation des IMF erwartet.

2000, 02. Aug.

Die bilateralen Gespräche mit Südafrika sollen sich vor allen Dingen mit dem Programm zur Wiederbelebung der Wirtschaft Simbabwes befasst haben.

2000, 03. Aug.

Präsident Mugabe bestätigte in einer Rede seine harte Haltung bei der Frage der Enteignung weißer Farmer. Er werde keinem Druck vom Ausland nachgeben.

2000, 07. Aug.

Diplomatische Unterstützung sicherte sich Präsident Mugabe auf der Konferenz der SADC in Namibia gegen den internen Druck in Simbabwe und externen Druck aus Großbritannien sowie mögliche Sanktionen der USA.

2000, 24. Aug.

Polizeiaktionen gegen Farmbesetzer werden von einem Regierungssprecher verurteilt.

2000, 27. Aug.

Der bisherigen Führer der Veteranen Chenjerai Hunzvi ist von seinem Posten abgelöst worden.

2000, 31. Aug.

 Laut Finanzminister Simba Makoni kann Simbabwe seine Intervention in Kongo kaum noch bezahlen. Seit 1998 sind dafür etwa 200 Mio. US-Dollar aufgewendet worden.

2000, 05. Sept.

Kofi Annan hat die Notwendigkeit einer Agrarreform unter bestimmten Bedingungen anerkannt. Es ist die erste Unterstützung - wenn auch nur partiell - für die Reform von außerhalb des südlichen Afrika.

2000, 06. Sept.

Auf einem zweitägigen Kongress versucht sich die Commercial Farmers' Union auf weitere gerichtliche Auseinandersetzungen im Kampf gegen Landenteignungen einzustellen.

2000, 11. Sept.

Ein Handgranaten-Attentat wurde auf das Hauptquartier der oppositionellen MDC verübt.

2000, 13. Sept.

Die Polizei durchsuchte das Hauptquartier der MDC und Privatwohnungen von Mitgliedern der Opposition nach Waffen.

2000, 18. Sept.

Investitionen bleiben aus, Grund dafür sind die Unsicherheit der Wirtschaft und die vorherrschende Rechtlosigkeit. Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes haben seit Anfang des Jahres etwa 200000 Personen ihren Arbeitsplatz verloren.

2000, 20. Sept.

Bei der Eröffnung des Parlamentes wurde Präsident Mugabe von der Opposition mit Rufen, Pfiffen und roten Karten empfangen. Meinungen dazu gingen in der Bevölkerung auseinander.

2000, 25. Sept.

Die Aufmerksamkeit vom ZANU-PF Bulawayo Chapter ruft zum Aufstand gegen indische Geschäftsleute auf und fordert eine genaue Überprüfung von deren Steuerzahlungen.

2000, 28. Sept.

26 Mio. Dollar Unterstützung aus den USA sollen bei der Bekämpfung von AIDS helfen.

2000, 01. Okt.

Auf einer Großveranstaltung seiner Partei fordert Morgan Tsavangirai, der Vorsitzende der oppositionellen MDC, Präsident Mugabe zu einem friedlichen Rücktritt auf.

2000, 02. Okt.

Präsident Mugabe will sich im Jahr 2002 zur Wiederwahl stellen.

2000, 05. Okt.

Die Weltbank wird keine weiteren Kredite an Simbabwe geben, weil die Zinsverpflichtungen nicht eingehalten wurden.

2000, 09. Okt.

Drei Parlamentsmitglieder der Opposition wurden verhaftet.

2000, 10. Okt.

Oppositionsführer Morgan Tsavangirai ist nach seiner Rückkehr von Südafrika von der Polizei verhört worden. Die drei verhafteten Parlamentarier wurden wieder freigelassen.

2000, 11. Okt.

Eine Amnestie des Präsidenten begnadigt Tausende (meist Anhänger seiner Partei ZANU-PF) für Vergehen während des Wahlkampfes. Von der Amnestie ausgenommen sind Mord, Vergewaltigung und einige andere Vergehen.

2000, 16. Okt.

Unruhen in Harare. Wegen stark erhöhter Brotpreise hat Hunderte auf die Straßen gehen lassen, Barrikaden wurden errichtet und Autos angezündet. Polizei feuerte Tränengasgranaten auf die Menge.

2000, 18. Okt.

Die Unruhen haben sich verstärkt. Militärhubschrauber warfen über einige Stadtteile Harares Tränengas ab.

2000, 22. Okt.

Im Süden des Landes sind Diamantenfelder entdeckt worden.

2000, 24, Okt.

Ein Absetzungsverfahren gegen Präsident Mugabe wollen Politiker der Opposition anstrengen.

2000, 25. Okt.

Wegen Völkermord vor Gericht bringen will Präsident Mugabe die Weissen - besonders auch den ex-Premier Ian Smith - , die im Unabhängigkeitskrieg gegen die Befreiungsbewegung gekämpft haben.

2000, 27. Okt.

Der Parlamentspräsident Emmerson Mnangagwa hat der Einrichtung einer Kommission zugestimmt, die vorsätzliche Verletzungen der Konstitution durch Präsident Mugabe untersuchen soll.

2000, 06. Nov.

Die "Commercial Farmers Union", ein Verband von mehrheitlich weissen Bauern, will in einem Gerichtsverfahren die Landenteignungen der Regierung Mugabe als verfassungswidrig erklären lassen.

2000, 07. Nov.

Ian Smith (Ministerpräsident der "weißen" Regierung von 1964 - 1979) ist von London nach Harare zurückgekehrt. Er forderte Präsident Mugabe zum Rücktritt auf. Man könne sich ihn nicht mehr leisten.

2000, 09. Nov.

Der Verkauf von Tabak hat 400 Mio. US Dollar eingebracht, im Jahr 2001 wird ein starker Rückgang der Produktion befürchtet, da viel Farmen besetzt sind und nicht bestellt werden.

2000, 11. Nov.

Die Regierung will ein Urteil des obersten Gerichtshofes ignorieren, das die Landenteignungen als verfassungswidrig bezeichnet hatte.

2000, 20. Nov.

Beim Besuch in Malaysia hat sich Präsident Mugabe bei einem Sturz verletzt.

2000, 20. Nov.

Weiße Farmer legen Widerspruch ein, nachdem der Oberste Gerichtshof den Farmbesetzern erlaubt hatte, auf dem besetzten Land zu bleiben, bis die Regierung die Angelegenheit regele.

2000, 24. Nov.

Etwa 100 Demonstranten unterbrachen die Gerichtsverhandlung des Obersten Gerichtshofes. Sie sprachen dem Gericht das Recht ab, über Mugabes Politik der Landenteignung zu entscheiden.

2000, 28. Nov.

Mazda Motor Industries hat die Montage von Autos in seiner Fabrik bis auf Weiteres eingestellt. Es fehlen Devisen, um notwendige Teile im Ausland zu kaufen.

2000, 30. Nov.

Nach Angaben des Justizministers werden Opfer der politischen Ausschreitungen dieses Jahres von der Regierung keine Entschädigung erhalten.

2000, 30. Nov.

Die Präsidenten Südafrikas und Nigerias besprechen mit Präsident Mugabe über die Landenteignungen. Die Probleme könnten nur gelöst werden, wenn man den legalen Weg beschreite.

2000, 10. Dez.

Durch eine Gesetzesänderung hindert Präsident Mugabe die Opposition, die letzten Wahlen anzufechten.

2000, 13. Dez.

Die Regierungspartei ZANU hält einen außerordentlichen Parteitag, bei dem es um die Zukunft Präsident Mugabes und um die Landreform geht.

2000, 14. Dez.

Präsident Mugabe betont, er werde auch in Zukunft alle Urteile zum Thema Landbesetzung und Umverteilung ignorieren.

2000, 15. Dez.

 Mugabe wurde von den 6600 Delegierten seines ZANU Parteitages "einstimmig beauftragt, weiterzumachen bis die Landfrage gelöst ist."