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Simbabwe  > Ereignisse

Ereignisse und Entwicklungen 2001 

2001, 03. Jan.

Waffen aus Polizeibeständen sowie eigne Polizeiuniformen sind heimlich von hochrangigen Polizeioffizieren an Kriegsveteranen verteilt worden. Es geht um einen Einsatz in dem Wahlkreis Bikita West. Dort stehen Nachwahlen an. Bikita West gilt als Hochburg der Opposition.

2001, 12. Jan.

Bis zu 300 Soldaten wurden vor ein Kriegsgericht gestellt. Sie hatten sich geweigert im Kongo eingesetzt zu werden.

2001, 13. Jan.

Der Kandidat der ZANU-PF hat Nachwahlen in Bikita-West gewonnen. Die oppositionelle MDC sagt, die Wähler seien durch eine Kampagne der Gewalt eingeschüchtert worden.

2001, 24. Jan.

Ein Streik der Beschäftigten in staatlichen Einrichtungen hat das öffentliche Leben lahmgelegt. Sie fordern bis zu 80% Lohnerhöhung, die Regierung hat 15% geboten.

2001, 28. Jan.

Die Daily News Druckerei ist von vier Bomben verwüstet worden. Die Zeitung hatte zur Regierung eine oppositionelle Linie verfolgt.

2001, 03. Feb.

Der oberste Richter Anthony Gubbay wird unter dem von der Regierung ausgeübten Druck frühzeitig sein Amt verlassen. Die Regierung weigert sich die Gerichte vor gewaltsamen Aktionen zu schützen.

2001, 06. Feb.

Ein Protestmarsch hunderter Journalisten in Harare wurde von der Polizei verhindert.

2001, 06. Feb.

Preiskontrollen sollen die Grundbedürfnisse der Bewohner Simbabwes sichern.

2001, 09. Feb.

Alle ausländischen Investition im Bereich von Medien soll verboten werden.

2001, 11. Feb.

Regierung versucht durch Polizeigewalt Opposition und Justiz einzuschüchtern. Ein MCD Abgeordneter wurde von Polizisten verprügelt, konnte aber entkommen, drei Oppositionspolitiker wurden verhaftet.

2001, 12. Feb.

Zurückgenommen hat die Regierung eine vorherige Anordnung, nach der dreiviertel aller Einkünfte in harter Währung an die Nationalbank und ein Viertel an die staatliche Ölfirma zu zahlen seien.

Die Weltbank lehnte die Anfrage Zimbabwes um Finanzhilfe ab, da keine rechtsstaatlichen Verhältnisse herrschten.

2001, 17. Feb.

Der simbawische Dollar hat auf dem Schwarzmarkt nur noch die Hälfte des Wertes, den die Regierung offiziell festgesetzt hat.

2001, 20. Feb.

Alle Verhandlungen mit der Commercial Farmers Union sind von den Behörden untersagt worden, da die Bauerngewerkschaft Finanzen aus dem Ausland erhalten haben soll.

2001, 22. Feb.

Morgan Tsvangirai, Leiter der oppositionellen MDC, wird sich vor Gericht verantworten müssen für Äußerungen gegen Präsident Mugabe auf einer Wahlveranstaltung.

2001, 25. Feb.

Südafrikas Präsident Mbeki will mit Präsident Mugabe die jüngsten Angriffe auf Gerichte und Presse besprechen.

2001, 01. März

Der Oberste Richter Gubbay ignoriert die Anordnung der Regierung von seinem Posten zurückzutreten und erscheint wie gewöhnlich zu seiner Arbeit.

Großbritannien will seine Militärberater und Ausbilder wegen der unsicheren Lage aus Simbabwe abziehen.

2001, 02. März

Gewaltandrohungen haben den Richter Gubbay bewegt, im Juli sein Amt niederzulegen.

2001, 05. März

Besuch Mugabes in Europa, der für Entwicklung zuständige Kommissionschef Poul Nielson empfängt den Präsidenten Simbabwes. Auch der belgische Premier wird mit Mugabe sprechen.

2001, 05. März

Den fünf noch verbleibenden weißen Richter in Simbabwe hat der Anführer der Kriegsveteranen Chenjerai Hunzvi Gewalt angedroht, wenn sie ihren Posten nicht aufgeben.

2001, 06. März

1 Mio. DM geht als Hilfe der EU an Simbabwe zur Unterstützung der Opfer von Wirbelstürmen.

2001, 07. März

Simbabwes Justizminister bezeichnet die Berichte, wonach Recht und Gesetz in Gefahr seien und Richter bedroht würden, als pure Fiktion.

2001, 07. März

Unter 30% ihres Potentials operiert die Tourismusindustrie im Augenblick. Besucher aus Amerika, Asien, Australien und Europa bleiben vermehrt aus.

2001, 09. März

Präsident Mugabe hat Godfrey Chidyaausiku als Nachfolger von Anthony Gubbay zum Präsidenten des Obersten Gerichts ernannt.

2001, 12. März

Einem Presbyterinaischen Prediger, der die Regierung beschuldigt hatte, an dem Tod von zwei weißen Farmern mitschuldig zu sein, wurde seine Arbeiterlaubnis entzogen.

2001, 19. März

Katholische Kirchenführer stellen eine zunehmende Missachtung der Gesetze und eine wachsende Angst im Lande fest. Die einfachen Menschen seien nur Figuren im politischen Spiel.

2001, 20. März

70 auf verteiltem Land angesiedelte Bauern haben eine sehr gute Maisernte erzielt. Diese Bauern sind ein Teil der 70000 Familien, die der Staat seit dem letzten Jahr angesiedelt hat.

2001, 21. März

Die weißen Farmer Simbabwes wollen mit der Regierung zusammenarbeiten, um die Landreformkrise zu beenden.

2001, 26. März

Besuch von Kongos Präsident Kabila in Simbabwe. Simbabwe ist mit 10000 Soldaten auf Seiten der Regierung im Kongo engagiert.

2001, 27 März

Kabila spricht vor einem nur schwach besetzten Parlament.

2001, 31. März

Eine Konferenz in Harare für eine neue Verfassung zog hunderte Besucher an, wurde aber von der Regierung und der Zanu-PF boykottiert.

2001, 05. April

Die "Kriegsveteranen" wollen ihre Aktionen vom Land in die Städte verlegen in Vorbereitung der Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr.

2001, 09. April

Polizeikräfte stürmen das Universitätsgelände und lösen eine Panik aus in der ein Student umgekommen sein soll

2001, 10. April

Simbabwe wird auf internationale Hilfe angewiesen sein, weil in Folge der Landbesetzungen und Enteignungen die Ernte um etwa 42% zurückgehen wird.

2001, 17. April

Präsident Mugabe (77) will auch bei den nächsten Wahlen als Kandidat antreten.

2001, 24. April

Der Verkauf von Tabak ist nur zögernd angelaufen. Meist verkauften nur kleine Anbieter, die dringend Geld benötigen. Die größeren Anbieter warten auf eine Abwertung des Simbabwe Dollars.

2001, 25. April

Kriegsveteranen verstärken in städtischen Gebieten ihre Angriffe auf Geschäfte in ihrem Bemühen, Opposition gegen Präsident Mugabe einzuschüchtern.

2001, 27. April

Kriegsveteranen greifen Botschaften und Gebäude von Hilfsorganisationen an. ONGs werden beschuldigt, die Opposition mit finanziellen Mitteln zu unterstützen.

2001, 02. Mai

"Toleranz und Hoffnung" lautet die Überschrift eines Hirtenbriefes der katholischen Bischöfe. Die Bischöfe beklagen, dass jene an der Macht - auch manche, die sich Christen nennen - ihre Mitmenschen ausnutzen. "Sie missbrauchen andere für ihre eigenen politischen Ziele und lassen sie nachher fallen." Die Bischöfe weisen darauf hin, dass die Aktivitäten der Kriegsveteranen weder auf dem Land noch in der Stadt zu einer ordentlichen Lösung der Problem beitragen. "Wir brauchen einen nationalen Dialog". Die Bischöfe fordern auch im Kampf gegen AIDS eine Verhaltensänderung der Menschen.

2001, 03. Mai

Touristenunterkünfte stehen als nächstes auf dem Enteignungsprogramm von Präsident Mugabe, besonders die bekannten Stätten im östlichen Hochland und an den Viktoriafällen.

2001, 07. Mai

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai steht vor Gericht wegen Verrat. Er sagt, die Anklage sein politisch motiviert. Sie seine Kandidatur gegen Präsident Mugabe bei den Präsidentenwahlen im nächsten Jahr verhindern.

2001, 10. Mai

Die Regierung stoppt die Abzahlung von Auslandsschulden

2001, 12. Mai

Kanada setzt Hilfe und Kredite für Simbabwe wegen der ständig unsicherer werdenden politischen Verhältnisse und der sich verschlechternden Rechtslage aus. Soldaten aus Simbabwe dürfen nicht mehr an UNO-Ausbildungsprogrammen der kanadischen Regierung teilnehmen.

2001,14. Mai

Weil sie von der Regierung und der Partei ZANU terrorisiert wird ist die Oppositionspartei MDC "in den Untergrund gegangen". Es werden kaum noch öffentliche Veranstaltungen durchgeführt. Aber in einer "Flüsterkampagne" wird politische Bildung von Mensch zu Mensch gegeben.

2001, 17. Mai

Die Regierung hat die "Kriegsveteranen" aufgefordert, Gehaltsforderungen und Verhandlungen den zuständigen Stellen zu überlassen. In den letzten Wochen hatten die Veteranen NROs und ausländische Firmen und Botschaften angegriffen.

2001, 28. Mai

Der Verteidigungsminister Moven Mahachi ist in einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

2001, 30. Mai

Berichte, wonach Südafrika über von einem bevorstehenden Militärputsch hoher Offiziere gegen Präsident Mugabe im Voraus informiert worden sei, sind von Pretoria zurückgewiesen worden.

2001, 04. Juni

Der Anführer der Veteranen Chenjerai Hunzvi (51) ist an Malaria und AIDS-Komplikationen gestorben. Er erlangte Berühmtheit über die Grenzen Simbabwes hinaus, als er sich im letzten Jahr an die Spitze der Bewegung für Landbesetzungen stellte.

2001, 06. Juni

Simbabwes Auslandschulden von 4,5 Millarden US-Dollar und 20 Millionen Dollar kurfristige Schulden beim IWF können nicht bedient werden. WB und IWF haben ihre Hilfe für Simbabwe eingestellt. Präsident Mugabe beschuldigt darauf beide, sie ließen sich vom Westen einspannen, um Simbabwe politisch zu zerstören.

2001, 13. Juni

Der Tod von Chenjerai Hunzvi scheint eine neue Welle der Gewalt auszulösen.

2001, 13. Juni

Treibstoffpreise steigen um bis zu 67% für Diesel und 74% für Benzin.

2001, 15. Juni

Ausländische Journalisten müssen wenigstens einen Monat vorher um Genehmigung fragen, bevor sie Simbabwe besuchen können.

2001, 15. Juni

ZimRights, einst eine der führenden Menschenrechtsorganisationen in Simbabwe ist pleite. Alle ausländischen Organisationen hatten ihre finanzielle Hilfe eingestellt. Finanzielle Unterstützung blieb aus, nachdem interne Querelen ausgebrochen waren. Außerdem soll die Organisation immer mehr vom Geheimdienst (CIO) unterwandert worden sein.

2001, 19. Juni

Angesichts der sich rapide verschlechternden politischen und wirtschaftlichen Situation des Landes hat Präsident Mugabe einer Commonwealth-Delegation zugestimmt, die helfen soll, eine Lösung für die Landfrage zu finden.

2001, 21. Juni

Anlässlich der Sonnenfinsternis, die sich über den südlichen Teil Afrikas hinzog, hat Präsident Mugabe betont, Touristen seien in Simbabwe willkommen. Die negativen Nachrichten der letzten Zeit hatten die Zahl der Besucher um 40% sinken lassen.

2001, 25. Juni

Inflation steigt über 55%.

2001, 02. Juli

Von 5500 Farmen stehen 95% zur Enteignung auf der Liste der Regierung.

2001, 04. Juli

Ein dreitägiger Generalstreik gegen Preissteigerungen von bis zu 70%.

2001, 05. Juli

Die Regierung gibt zu, das Land brauche Lebensmittelhilfe in Höhe von 350000 t Mais und 100000 t Weizen. Die Opposition befürchtet, Hilfe würde nur der Regierung nützen.

2001, 23. Juli

Ein Gesetz gegen "unprofessionellen Journalismus" bereitet die Regierung vor.

2001, 07. Aug

Nach Angaben der katholischen Bischofskonferenz läßt die Kirche sich nicht politisch vereinnahmen. Ihre Aufgabe sei der Einsatz für eine gerechte Welt. Die Kirche sei aber bereit, ein Partner in einem kritischen Dialog zu sein. Die Regierung betrachte die Kirche offenbar als Feind, weil sie sich nicht vor den politischen Karren der Regierungspartei spannen ließe.

2001, 09. Aug.

Kriegsveteranen haben wieder Farmen besetzt, Anbauflächen in Brand gesetzt und Tiere aus Stallungen getrieben.

2001, 12. Aug.

Zweiundzwanzig weisse Landbesitzer sind verhaftet worden, als sie einem angegriffen Kollegen zur Hilfe geeilt waren. Es wird befürchet, dass Präsident Mugabe den Ausnahmezustand ausrufen will.

2001, 14. Aug.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai beschrieb die OAU (die Organisation der Afrikanischen Einheit) als "Konspiration von Diktatoren, die einen anderen Diktator unterstützen". Er fordert, die Regierung Mugabes genau zu behandeln wie die Kolonialregierung des ehemaligen Rodesien.

2001, 14. Aug.

SADC (South African Development Community) wird eine Delegation aus fünf Ländern nach Simbabwe schicken, um zu helfen, die politische und wirtschaftliche Krise des Landes zu lösen.

2001, 20. Aug.

Die verhafteten sind auf Kaution freigelassen worden, dürfen aber noch nicht in ihre Heimat zurück.

2001, 14. Sept.

Das europäische Parliament fordert alle Mitgliedsstaaten auf, Bankkonten von Präsident Mugabe und seinen Mitarbeitern einzufrieren.

2001, 20. Sept.

Trotz eines Abkommen in Nigeria, das auf Druck von Commonwealth Staaten zustande kam, gehen die Gewaltakte gegen Weisse Farmer weiter. NROs befürchten eine Hungersnot.

2001, 25. Sept.

Der Internationale Währungsfond suspendiert Zahlungen an Simbabwe.

2001, 10. Okt.

Wegen der Wirtschaftskrise verordnet die Regierung Preiskontrollen für Grundnahrungsmittel

2001, 19. Okt.

Trotz eines internationalen Embargos fließen große Mengen Waffen über den Kongo in das Land. Gleichzeitig droht eine Hungersnot.

2001, 08. Nov.

Der Chefredakteur der unabhängigen Zeitung ´Daily Nation´ wird verhaftet.

2001, 13. Nov.

Präsident Mugabe verschärft per Dekret das Gesetz zur Landenteignung. Er verbietet NROs, Hilfsgüter zu verteilen, obwohl 1 Million Menschen an Unterernährung leiden.

2001, 11. Dez.

Präsident Mugabe kündigt Wahlen für März 2002 an.