Somalia: Geschichte in Auszügen1.-2.Jh. v. Chr. Handelsbeziehungen mit den Pharaonen Ägyptens weisen auf die Existenz von Somali dem heutigen Somalia hin. Spätere Hinweise berichten von Handelsbeziehungen zwischen dem Römischen Reich und Somalia (Handelsware: u. a. Weihrauch, Myrrhe). 8.Jh. Arabische Flüchtlinge lassen sich an der Küste nieder und gründen muslimische Stadtstaaten (Zeila; Adal; Ifat, Hadja). Alte Handelstraditionen nehmen neue Dimensionen an und blühen auf. 13. Jh. Gründung des Ifat-Reiches von Somali und Jemeniten, mit Zeila als Zentrum. 16. Jh. Das Sultanat Adal im nördlichen Somalia erobert große Teile Äthiopiens und gewinnt zunächst an Einfluß und Macht. Portugiesen an der Ost – und Türken an der Nordküste zerstören das Land und das Sultanat Adal bricht auseinander. 17. – 19.Jh. Herrschaft des Sultan von Oman. 1730 Der Sultan von Oman besiegt die Portugiesen und erobert die Insel Sansibar zurück. 1875 - 1884 Teile Nordsomalias stehen unter ägyptischer Herrschaft. 1883 - 1888 Errichtung der Kolonialgebiete Französisch–Somaliland und Britisch-Somaliland am Golf von Aden. 1889 - 1908 Italien nimmt Besitz von der Südküste Somalias, Italienisch-Somaliland. 1920 Das britische Heer besiegt die antikoloniale, islamische Widerstandsbewegung, die seit 1889 unter der Führung des selbsternannten "Mahdi" Mohammed bin Abdullah Hassan kämpft. 1941 - 42 Die Herrschaft Italiens in Äthiopien und Somalia wird durch den Weltkriegsgegner Großbritannien beendet. 1950 Italien bekommt das ehemalige Italienisch-Somaliland als UN-Treuhandgebiet zurück. 1960, 01. Juli Erlangung der Unabhängigkeit durch Zusammenschluß von Italienisch-Somaliland und Britisch-Somaliland zur Republik Somalia mit territorialen Ansprüchen auf die von Äthiopien annektierte Somali-Region Ogaden, auf Somali-Gebiete in Kenia sowie auf Französisch-Somaliland (1977 als Dschibuti unabhängig). 1963 - 1967 Beteiligt am "Shifta-Krieg" in Kenias Somali-Gebieten. 1969, 21.Okt. General Siad Barré ergreift die Macht. 1974, 14.Febr. Mitglied der Arabischen Liga. 1974, 11. Juli Freundschaftsvertrag mit Rußland. 1976, 01. Juli Gründung der Somalischen Revolutionären Sozialistischen Partei (SRSP). 1977, Juli Angriff auf Äthiopien um die Ogaden-Region zu erobern. Niederlage im März 1978. 1977, Nov. Abbruch der Kooperationsbereitschaft mit Rußland. Hinwendung zum Westen. 1981Berbera erster US Stützpunkt. 1982 Erste Militäroperationen der Barré-Gegnern. 1988, 15.März Staatsbesuch von Bundespräsident von Weizsäcker. 1988, 26. Mai Somalia National Movement (SNM) beginnt den Krieg gegen die Barré-Diktatur. 1989, 07. Jan. Die Gegner der Barré-Diktatur schließen sich im United Somali Congress (USC) zusammen. 1990Im Dezember kommt es in Mogadishu zu heftigen Kämpfen zwischen der Armee und einem Bündnis mehrerer bewaffneter Oppositionsgruppen. 1991, 27.01.das Hauptquartier Siad Barres wird gestürmt, Ali Mahdi Mohamed wird von einem Ältestenrat zum Übergangspräsidenten erklärt. Kein Ende des Bürgerkriegs. 1991"Somaliland" erklärt sich für unabhängig. 1992Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ruft die Bürgerkriegsparteien auf, die andauernden Kämpfe einzustellen und verhängt ein Waffenembargo. Mitte 1992 verabschiedet der Sicherheitsrat Resolution 751, das Mandat für die Operation UNOSOM in Somalia. Nachdem die Kämpfe in Somalia nicht enden und sich die humanitäre Situation zunehmend verschlechtert (eine Hungersnot 1991/1992 fordert ca. 300.000 Todesopfer) wird Ende 1992 die Entsendung einer multinationalen Streitmacht (Unified Task Force - UNITAF) auf VN-Ebene beschlossen; die Bundeswehr beteiligt sich mit 1.700 Mann. 1993UNITAF wird mit einem erheblich erweiterten Mandat ausgestattet und wird in UNOSOM II umbenannt. 1995Nachdem der Friedensprozess zunächst gute Fortschritte gemacht hat, wird UNOSOM II in die kriegerischen Auseinandersetzungen der rivalisierenden Clans einbezogen. Nach dem Scheitern eines weiteren Vermittlungsversuchs ziehen die Vereinten Nationen UNOSOM II im März 1995 endgültig aus Somalia ab. 1999Nach mehreren vergeblichen Aussöhnungsbemühungen mündet eine vom Präsidenten Dschibutis angestossene Initiative in die Arta-Konferenz, die im August 2000 mit der Wahl eines Übergangspräsidenten und einer Übergangsversammlung (245 Mitglieder nach Clanproporz) abgeschlossen wird. 2001Nach Abschluss der Arta-Konferenz formiert sich die Opposition im SRRC (Somali Restoration and Reconciliation Council) und bekämpft die in Mogadishu basierte Übergangsregierung. Es kommt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Clans. 2002, Okt.Beginn der IGAD-Aussöhnungskonferenz in Kenia. Die gebildete Übergangsregierung (Transitional National Government, TNG) kann sich allerdings nicht dauerhaft etablieren. 2004Aus der IGAD-Friedens- und Versöhnungskonferenz für Somalia in Nairobi/Kenia geht ein Übergangsparlament hervor, das Abdullahi Yussuf Ahmed zum Übergangs-Präsidenten wählt. Dieser ernennt Ali Mohamed Gedi zum Übergangs-Premierminister ernannt. 2005Übergangsinstitutionen sind zerstritten und können sich aus Sicherheitsgründen nicht in Mogadishu niederlassen. Der Großteil der Abgeordneten sowie die Übergangsregierung ziehen im Sommer 2005 nach Jowhar/Somalia um. 2006Seit Februar 2006 schwere Kämpfe zwischen einer „Allianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen Terrorismus“, an der einige der einflussreichsten Warlords/Minister beteiligt sind, und der Union der islamischen Gerichtshöfe (UIC), die Anfang Juni 2006 die Warlords aus Mogadischu vertreiben und im weiteren Verlauf den größten Teil Süd- und Zentralsomalias unter ihre Kontrolle bringen. Verschiedentliche Vorwürfe, UIC würden internationalen Terrorismus Vorschub leisten. Ende 2006 vertreibt die TFG mit Hilfe äthiopischer Truppen die UIC aus Zentral-und Süd-Somalia und kann sich in Mogadishu niederlassen, hat aber große Mühe, sich durchzusetzen. 2007Die Afrikanische Union erteilt das Mandat füre eine afrikanische Friedensmission (AMISOM), aus 8.200 Soldaten, die von den Vereinten Nationen gebilligt wird. Probleme, genügend Truppensteller zu finden und fehlende Mittel führen dazu, dass nur 1.600 ugandische Soldaten stationiert sind. Ein „Nationaler Versöhnungskongress“ findet im Juli/August in Mogadischu statt, wird von maßgeblichen Kräften und Clans boykottiert und führt kaum zu substanziellen Ergebnissen. Die Angriffe auf die äthiopischen Truppen und Streitkräfte der TFG nehmen zu (Selbstmordattentate). Die humanitäre Dauerkatastrophe verschlimmert sich (750.000 Flüchtlinge und Vertriebene). Kriegerische Auseinandersetzugen zwische Somaliland (NW Somalias) und Puntland (NO Somalias) 2008Es kommt immer wieder zu schweren Kämpfen und Bombenanschlägen in Mogadischu.
2009In halb-autonomen somalischen Teil-Republik Puntland wird Abdirahman Mohamed Farole zum neuen Präsidenten bewählt. Die äthiopischen Truppen ziehen sich aus Somalia zurück. Scheick Sharif Achmed wir zum neuen Staatspräsident gewählt, Omar Abdirashid Ali Sharmarke zum Ministerpräsidenten der Übergangsregierung. Neue Kämpfe in Mogadischu. A-Shabaab Milizen erobern Kismayo.
2010Ahmed Mohamed Silanyo wird neuer Präsident der autonomen Region Somaliland. Ministerpräsident von Somalia triff zurück.
2011Shabaab Milizen ziehen sich aus Mogadischu zurück, kontrollieren aber weite Gebiete im Land.
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