Südsudan: Geschichte in Auszügen10. Jahrhundert
Vermutliche Einwanderung der nilotischen Völker der Dinka, Nuer und Shilluk 16. JahrhundertEinwanderung der Azande, die ein Staatwesen errichten 1821Beginn
der Eroberung des Nordsudan durch Ägypten (damals Teil des osmanischen
Reichs), die 1971 mit der Errichtung der Provinz Äquatoria abgeschlossen
wird. Intensivierung der Jagd auf Sklaven im Südsudan. 1877Ägypten
und Grossbritannien schließen ein Abkommen zur Abschaffung der
Sklaverei. Aufstand der Sklavenjäger, der 1980 niedergeschlagen wird.
1881Madhi
Aufstand und Eroberung von Khartoum 1885. Der Südsudan bleibt sich
selbst überlassen. Der Sklavenhandel wird wieder erlaubt.
1898 Eine anglo-ägyptische Armee besiegt die Madhisten in der Schlacht von Omdurman. Im
gleichen Jahr kommt es in Faschoda, im Südsudan, zu einer
Konfrontation zwischen England, das ein zusammenhängende Kolonialgebiet
von Norden bis Süden Afrikas anstrebt und Frankreich, das ein
Kolognialreich von West- bis Ostafrika errichten will. Im Sudanvertrag
wird Südsudan dem britischen Einflussgebiet zugeteilt. 1899Das
Kondominium Anglo-Ägyptischer Sudan wird gemeinsam von Großbritannien
und Ägypten verwaltet. Ab 1914 wird Großbritannien einzige
Kolonialmacht. Die drei Provinzen des Südsudan werden separat verwaltet.
Die Kolonialverwaltung entwickelt den Norden und vernachlässigt den
Süden des Landes. Um den Sklavenhandel zu unterbinden, wird das Reisen
in den Süden erschwert, was eine Islamisierung des Südsudan verhindert.
1953 Erste eigenständige Regierung. 1955 Der Sudan wird unabhängig. Parlamentswahlen. 1955-1972 1. Sezessionskrieg
Der
ersten Sezessionskrieg beginnt mit einer Meuterei in der Sudan Defence
Force. Nach dem Militärputsch von 1958 führt der Norden eine
militärische Offensive gegen den Süden. Die Südsudanesen organisieren
ihren Widerstand in der Anya-Nya Bewegung. Der Krieg fordert über eine
halbe Million Todesopfer.
1972, 28. Febr. Abkommen
von Addis Abeba zur Beendigung des Bürgerkrieges mit dem Süden,
unterzeichnet von Präsident Numeiri und Oberst Joseph Lagu, dem Führer
der Südsudanesen. Der Südsudan erhält einen autonomen Status. Englisch
wird als Hauptsprache des Südens anerkannt. 12.000 Anya-Nya Kämpfer
werden in die sudanesische Armee integriert.
1983 Nach
einem neuerlichen Putschversuch löst Numeiri die Nationalversammlung
und das Regionalparlament des Südens auf. Unruhe und Klagen über
Ausbeutung im Süden.
1983-2002 2. SezessionskriegAuf
wirtschaftlichen Druck Saudi-Arabiens setzt Numeiri die Sharia als
oberstes Gesetz für das ganze Land ein. Proteste im Süden unter Christen
und Anhängern Traditioneller Religion. Der Bürgerkrieg bricht erneut
aus. SPLM (Sudanese Popular Liberation Movement) kämpft für die
Abspaltung vom Norden, für nationale Eigenständigkeit und
Religionsfreiheit. John Garang wird Anführer SPLA, die bald den ganzen
Südsudan außer den Garnissonsstädten kontrolliert.
1989
Militärregime
unter dem Anführer des Putsches Omar Hassan Ahmad al-Bashir übernimmt
die Macht. Parteien werden verboten. Die Autonomie des Südens wird
aufgehoben. Die Regierung schürt ethnische Konflikte unter den Völkern
des Süden, die hohe Opfer fordern. Es kommt zur Abspaltungen von Teilen
der SPLA unter Riek Machar und Lam Akol.
2003-2005Auf
Druck der USA kommt es zu Friedensgesprächen in Kenia, die 2005 mit dem
Friedensabkommen von Naivasha (Comprehensive Peace Agreement)
abgeschlossen werden. Sie gestehen dem Südsudan Möglichkeit einer
Selbstbestimmung seiner politischen Zukunft zu und ebenen so den Weg zur
einer Unabhängigkeit des Südens. Viele der Abmachungen werden weder vom
Norden noch vom Süden eingehalten. Wesentlich Probleme, wie der
definitive Grenzverlauf und die Verteilung der Erdöleinkommen, bleiben
ungeklärt.. 2010, 11.-15. April
Bei Präsidentschaftswahlen wird Salva Kiir Mayardit zum Präsidenten des Südsudan gewählt. 2011, Jan. 9.-15.In einer Volksabstimmung votieren 98,83% der Bevölkerung für eine Sezession. 2011, 9. JuliDer Südsudan erklärt seine Unabhängig. Salva Kiir Mayardit wird erster Präsident der Republik Südsudan. 2011, 14. JuliDie UN-Vollversammlung stimmt für die Aufnahme des Südsudan als 193. Staat der Weltgemeinschaft. 2011, 27. Juli Der Südsudan wird als 54. Mitglied in die Afrikanische Union aufgenommen. |