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Togo  > Kirche

Verlautbarungen und Stellungnahmen der katholischen Kirche in Togo

1991, Sept.

Die Bischöfe sprechen in einem Hirtenbrief über Demokratie und rufen die grundlegenden Aussagen der Soziallehre der Kirche in Erinnerung. Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Frieden sind danach die Grundpfeiler menschlicher Gesellschaft. Weiter sagen die Bischöfe, daß die Demokratie am ehesten die Form ist, die erlaubt, den Heilsplan Gottes für die Menschen zu verwirklichen. Die Kirche biete dazu Prinzipien und Ratschläge an, sei aber nicht da, um direkt in die Politik einzugreifen. Die Christen werden aufgefordert, ihre politische Verantwortung wahrzunehmen zum Wohl der Gemeinschaft auf allen Gebieten. Weiterhin erinnern die Bischöfe an die grundlegenden Rechte der Menschen auf Leben, Identität und an das Recht auf Familien. Schließlich rufen sie zu Umkehr und Versöhnung auf.

1995, April

Hirtenbrief der Bischofskonferenz zu Ostern 1995

Einen moralischen und einen spirituellen, sowie einen wirtschaftlichen Niedergang können die Bischöfe in der Gesellschaft Togos feststellen. Die Bischöfe fragen nach den Ursachen: Viele Ideen und Informationen brechen über das Land herein, Gemeinschaftsleben und Familie sind erschüttert. Auch die Jagd nach Geld und Profit wird erwähnt. Dabei sei Fortschritt und Entwicklung letztlich nur möglich, wenn jeder Bürger entschlossen sei, seine berufliche Aufgabe gewissenhaft zu erfüllen. Arbeit müsse wieder als Dienst an der Gemeinschaft gesehen werden.
Regionale Verschiedenheiten gegeneinander auszuspielen sei ein Hindernis für die nationale Einheit.
Wichtig sei, den Egoismus abzulegen, sein Land und die Mitmenschen zu lieben. "Genau diese Nächstenliebe will die Kirche durch das Evangelium, durch ihre Soziallehre und ihre Ethik auf togolesischem Boden einpflanzen." Diese Einpflanzung könne sich aber nicht ohne Mitarbeit vollziehen.
Die Bischöfe mahnen die Mitbürger, ihre kulturelle Identität zu wahren, traditionelle sittliche Werte neu zu beleben. Besonders den Frauen versprechen die Bischöfe ihre Solidarität, weil sie die Bürden der Familie und Gesellschaft tragen. Durch die Geschichte und auch durch die von den Ahnen ererbte Kultur finde man den Geist der Herrschaft und des maskulinen Egoismus. Die Kirche sei Bereit für die Befreiung der Frau zu arbeiten.
Dann erinnern die Bischöfe daran, daß die Jugend besondere Aufmerksamkeit verdient, von ihr hängt die Zukunft ab. Darum sei auch der Dienst der Lehrer ein Dienst an der Gesellschaft. Schließlich mahnen die Bischöfe alle im politischen Leben für das Gemeinwohl des Volkes zu arbeiten.

1998, 2. Februar

Hirtenbrief zum "Aufbau der Nation an der Schwelle zum dritten Jahrtausend."

Die Bischöfe weisen hin auf die Versuche zur Demokratisierung sehen aber im Augenblick noch die Gewalt auf allen Ebenen der Gesellschaft, die Angst erzeugt. Dem müsse man die Stirn bieten. Korruption und Veruntreuung schaden der Gemeinschaft. Auch im politischen Leben bleibe viel zu tun, damit die Grundfreiheiten der Menschen gewährleistet und das Gemeinwohl geachtet werden. Die gegenwärtige Situation des Landes fordere jede Christin und jeden Christen. Die Bischöfe sind überzeugt, der Aufbau der Nation laufe über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.
Das Gemeinwohl sei die Rechtfertigung für die politische Gemeinschaft. Sie sagen: " Unser Land will demokratisch sein. Das Prinzip der Demokratie ist die Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk." Die nationale Einheit sei das allgemeine Ziel, dafür ist Gebet, Verzeihen, Versöhnen und Dialog wichtig.

1998, Mai

In einem Hirtenbrief sprechen die katholischen Bischöfe von Wahlen als "unverzichtbare Teilnahme aller am politischen Leben entsprechend der kirchlichen Lehre. Sie weisen darauf hin, daß alle "das Recht und die Pflicht zur Stimmabgabe im Namen der Demokratie" haben. Für das korrekte Funktionieren eines demokratischen Systems gebe es zwei Voraussetzungen: die entsprechenden Strukturen und gewissenhafte Bürger. Die Bischöfe betonen die Pflicht zur Stimmabgabe, zur politischen Bildung, den Willen zu politischem Engagement.

2003, März

In einer Botschaft mit dem Titel "Wir wollen den Frieden auf der Wahrheit begründeni" beklagen die Bischöfe "das ungesunde politische Klima" und schwerwiegende Ereignisse während der letzten Wahlen - wie die Änderung der Verfassung -, die keine Lösung sondern eher eine Verschärfung der politischen Lage mit sich gebracht hätten.

2005, Februar

Angesichts der Auseinandersetzungen nach dem Tod von Präsident Eyadema haben die christlichen Kirchen eine gemeinsame Erklärung herausgegeben. (NAD 14.02.2005) Deutscher Text der Mitteilung