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Tschad
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Tschad: Geschichte in Auszügen

ca. 8000 vor Chr.

Pygmäische Völker leben im Tschadbecken unter schwierigen Bedingungen.

ca. 6000 vor Chr.

Sahara wird immer mehr zur Wüste, Pygmäen ziehen sich in den Süden zurück. Andere schwarzafrikanische Stämme nehmen ihren Platz ein.

ca. 4900 vor Chr.

Neolithische Felszeichnungen in den Tibesti-Bergen.

9. Jh.

Kanuri (Schafzüchter) aus den Tibesti-Bergen wandern mehr und mehr Richtung Tschad See. Sie besiegen die einheimische Bevölkerung, gründen das Königreich Kanem. Eine militärische Oberschicht stellt die Regierung.

11 Jh.

Bekehrung der Kanuri zum Islam. Enge Kontakte mit den Arabern auf der Grundlage von Sklavenhandel.

Verstärkte Islamisierung des Nordens.

12. Jh.

Sklavenjagd bringt die Kanuri immer wieder in das Gebiet der Sao, das schließlich ganz erobert wird. Seitdem das "vereinigte" Königreich Kanem-Bornu.

15. Jh.

Verstärkte Einwanderung von Berbern und Arabern im Norden.

16. Jh.

Reich der Baghirmi im Osten (bis 19. Jh.)

17. Jh.

Reich der Waddai auf dem Höhepunkt der Macht

1883 -1893

Eroberungsfeldzüge des sudanesischen Rahib az-Zuayr besiegen und zerstören die drei Königreiche von Waddai, Kanem-Bornu und Baghirmi.

19. Jh.

Deutsche und englische Forscher erreichen den Tschadsee.

1873-74

Der deutsche Entdecker Dr. Gustav Nachtigal bereist fast alle Regionen des heutigen Tschad.

1889

Französisch-britische Konvention legt die Grenzen fest.

1900, 22. April

Die militärische Eroberung des Tschad beginnt als französische und afrikanische Truppen unter Kommandant Lamy besiegen an der Stelle des heutigen N'Djamena den Herrscher von Bornu, Rahib az-Zuayr.

Widerstand gegen die Franzosen im Norden und Teilen des Ostens bis zum ersten Weltkrieg.

1909

Tschad wird Teil eines französischen Protektorates.

1912

Sklavenhandel wird verboten.

1915

Tschad wird Teil einer französisch äquatorial-afrikanischen Föderation.

1920

Die französische Fremdenlegion besiegt muslimischen Widerstand im Norden.

1940

Gouverneur des Tschad erkennt die Rechtmäßigkeit des Vichy Regimes in Frankreich nicht an. Erste territoriale Basis der Resistance.

1946

Tschad wird zum Überseeterritorium Frankreichs erklärt.

1946

Gründung der Tschadischen Fortschrittspartei (PPT = Parti Progressiste Tchadien) durch Gabriel Lisette (von den Westindischen Inseln).

1955

Grenzverlauf zwischen Libyen und Tschad wird in einem Abkommen zwischen Frankreich und Libyen anerkannt.

1956

PPT wird Mehrheitspartei Lisette wird Ministerpräsident.

1960, 11. Aug.

Unabhängigkeit von Frankreich. Francois Tombalbaye wird erster Präsident des unabhängigen Tschad.

1966

Gründung der FROLINAT (Front national de libération du Tchad) der Befreiungsbewegung des Tschad, unter der Führung von Dr. Abba Siddick, die besonders im Norden ihren Rückhalt fand.

1968

Aufstand im zentralen Gebiet wird von arabischen Staaten unterstützt. Eingreifen französischer Truppen.

1970

FROLINAT kontrolliert 70% des Landes.

1972

FROLINAT-Kämpfer stehen vor N'Djamena.

1973

Libyen besetzt den von ihm beanspruchten Auzou-Streifen entlang der gesamten nördlichen Grenze.

1975, 13. April

Staatsstreich durch General Felix Malloum. Präsident Francois Tombalbaye wird getötet.

Spaltung in der FROLINAT.

1975, Sept.

Libyen gibt offiziell die Annexion des Auzou-Streifens bekannt.

1978

Hissein Habré, früherer Leiter der FROLINAT wird Premierminister.

1979

General Malloum wird abgesetzt. Hissein Habré verbündet sich mit Goukouni Weddeye gegen Felix Malloum. Ende 1979 mit Goukouni Weddeye als Präsident eine nationale Regierung GUNT (Gouvernement d'Union National de Transition).

Beginn eines Bürgerkrieges bei dem Libyen und Frankreich jeweils ihnen ergebene Parteien unterstützen.

1980

Abzug französischer Truppen.

1980, 23. März bis 15. Dez.

2. Schlacht um N'Djamena: Truppen des Verteidigungsministers Hissein Habré gegen Truppen Goukouni Weddeyes. Besetzung des zerstörten N'Djamena durch libysche Truppen. Goukouni Weddeye wird zum Staatspräsidenten erklärt. Er verkündet die Vereinigung des Tschad mit Libyen.

1981, Okt.

Libysche Truppen aus N'Djamena abgezogen.

1982, 7. Juni

Mit Hilfe des Sudan gewinnt Hissein Habré wieder Oberhand in N'Djamena und vertreibt Goukouni Weddeye, der beherrscht weiter die Regionen nördlich des 15. Breitengrades mit Hilfe libyscher Truppen.

1984, 14. Jan.

Staatschef Hissein Habré weigert sich mit Rebellenchef Goukouni Weddeye in Addis Abeba zu verhandeln.

1984, 16. Sep.

Abkommen zum gleichzeitigen Abzug (15. Sept. bis 15. Nov.) von französischen und libyschen Truppen aus Tschad.

1985, 11. April

Gemeinsame "Säuberungsaktion" von Tschad und der Zentralafrikanischen Republik entlang der gemeinsamen Grenze gegen "Codos", Rebellen, die gegen das Regime von Hissein Habré kämpfen.

1986, Febr.

Angriffe von Rebellen aus dem Norden über den 16. Breitengrad hinweg mit Unterstützung libyscher Luftwaffe.

1986, Nov.

Bruch zwischen Goukouni Weddeyes und Khadhafi.

1987, 23. März

Tschadische Truppen erobern nach heftigen Kämpfen den Libyschen Luftwaffenstützpunkt Ouadi Doum im Norden des Tschad. Wenige Tage zuvor hatten die tschadischen Truppen bei Bir Kora libysche Einheiten besiegt.

1987. 5. Sept.

Angriff tschadischer Truppen gegen den libyschen Truppen und Luftwaffenstützpunkt Maaten as-Sarra. Libysche Truppen erleiden vernichtende Niederlage. (Libyens Verluste: fast 4500 Tote, ca. 1000 Gefangene). Als Vergeltung fliegt die libysche Luftwaffe Bomberangriffe auf N'Djamena. Einer von drei Bombern wird abgeschossen.

1987, 11. Sept.

Waffenstillstand zwischen Tschad und Libyen.

1989, April

Putschplan gegen die Regierung aufgedeckt. Idriss Deby flieht nach Libyen.

1989, 31. Aug.

Vertrag von Algier über friedliche Regelung des Grenzkonfliktes.

 1990

Aouzou-Konflikt vor IGH in Den Haag; Sturz Habrés durch die bewaffnete Opposition des "Mouvement Patriotique du Salut" (Idriss Deby); Deby nimmt N’Djaména ein ; Habré flieht.

1991

Vereidigung von Déby

1993

Nationalkonferenz beginnt und verabschiedet Übergangsverfassung,
Etablierung Übergangsparlament und –Regierung

1994

Der IGH spricht Tschad den Aouzou-Streifen wieder zu.
Die Übergangszeit wird bis zum 08.04.1995 verlängert. Ein Wahlkalender wird beschlossen.

Dez.94/Jan.95

Wählerregistrierung; Durchführung und Ergebnisse werden beanstandet und vom Obersten Gerichtshof annulliert. Der bestehende Wahlkalender wird wieder obsolet, die Transitionsphase um ein weiteres Jahr verlängert. Ein neuer Wahlkalender wird beschlossen.

1995,

Dez./Jan.96Erneute Wählerregistrierung

1996

Versuch einer nationalen Versöhnungskonferenz in Franceville/Gabun scheitert; Verfassungsreferendum; neue Verfassung tritt in Kraft (31.3.)

1996, 2.Juni

Präsidentschaftswahlen

1996, 3.Juli

Stichwahl Déby/Kamougué

1996, 8.Aug.

Amtseinführung und Vereidigung von Präsident Deby

1997, Jan.

Parlamentswahlen

1998

Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen

2000, Sept.

Beginn von Friedensgesprächen zwischen Rebellen und Regierung in Libyien bei fortgesetzten militärischen Auseinandersetzungen.

2002, Jan.

Friedensvertrag

2002, Mai

Wiederwahl Debys

2004, 16.Mai

Putschversuch

2005, 6.Juni

Referendum zur Verfassungsänderung