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Tunesien
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Tunesien: Geschichte in Auszügen

1100 v. Chr.

Phönizier gründen Handelsniederlassungen und erbauen Häfen.

814 v. Chr.

Gründung Karthagos.

6. Jh. v. Chr.

Das Reich von Karthago hat etwa die Ausdehnung des heutigen Tunesiens erreicht.

300 v. Chr.

Wirtschaftlicher Aufschwung läßt Städte erstarken.

146 v. Chr.

Punische Kriege. Nach der Niederlage Karthagos wird das heutige Tunesien Teil einer römischen Provinz. Rom fördert den Bau von Bewässerungssystemen. Tunesien wird zur Kornkammer des Römischen Reiches.

100

Tunesien wird ein großes Zentrum der frühen Christenheit.

160

Tertullian geboren (+220) erster bedeutender lateinischer Kirchenschriftsteller.

442

Vandalen unter Geiserich erobern das Land.

534

Der byzantinische Feldherr Beliar beendet die Vandalenherrschaft. Tunesien wird Teil des byzantischen Reiches unter Kaiser Justinian.

647

Erste muslimische Invasion, in Tunesien treffen die Arabern auf den größten Widerstand auf ihrem Vorstoss nach Westen..

698

Durch die Omaijaden unter Abd-al Malik wird Karthago erobert und zerstört. Das ganze Land unter muslimischer Oberherrschaft. Die Kirche wird innerhalb von fünf Jahren bis auf wenige Reste systematisch ausgerottet.

1143

Roger II. von Sizilien verwüstet die Küste Tunesiens.

13. Jh.

Tunesien erhält Unabhängigkeit unter der Berberdynastie der Haffesiden.

1535

In Tunis allein gibt es 11 christliche Sklaven.

16. Jh.

Haffesiden haben ihren Machtbereich bis über die Küste Algeriens erweitert.

Türkische Seeräuber greifen von Stützpunkten in Tunesien europäische Handelsschiffe an.

1535

Spanien erobert Tunesien und besetzt das Land 40 Jahre lang.

1574

Türken erobern Tunis.

1575

Tunesien wird Provinz des osmanischen Reiches.

1612

Murad-Familie regiert Tunesien bis 1702 und von 1705 bis zur Unabhängigkeit 1957

1881

Tunesien verschuldet sich, Finanzhilfe aus Europa wird nötig.

1882

Frankreich besetzt das Land mit 30000 Soldaten.

Vertrag von Bardo. Tunesien wird französisches Protektorat.

1920

Gründung der Tunesischen Bewegung "Destourpartei", Panislamische Bewegung.

1934

"Neue Destourpartei" von Habib Bourguiba gegründet.

Bourguiba wird von den Franzosen für zwei Jahre inhaftiert.

1938

Erneute Inhaftierung Bourguibas unter der Volksfrontregierung.

1942

Deutsche Truppen befreien Bourguiba, der 1943 nach Tunesien zurückkehrt, erneute Flucht nach der Niederlage der deutschen Truppen.

Rommels Afrikafeldzug.

1946

Tunesien wird in die Französischen Union als assoziierter Staat aufgenommen.

1949

Rückkehr Bourguibas nach Tunesien.

1952

Beginn von bewaffneten Aufständen.

1956, 20. März

Unabhängigkeit von Frankreich. Regent wird der direkte Nachkomme des Bey.

1957, 25. Juli

Ausrufung der Republik. Habib Bourguiba wird Präsident.

1959, 01. Juni

Neue Verfassung.

Habib Bourguiba wird zum Präsidenten gewählt.

1961, Juli

Tunesien versucht eine Blockade des französischen Mittelmeerstützpunktes Bizerta.

1963, Jan.

Zehn Männer hingerichtet wegen einer Verschwörung den Präsidenten umzubringen.

1962

Ein Zehnjahresplan soll zur Verdopplung des nationalen Einkommens führen.

1963, Aug.

Finanzielle Unterstützung aus Frankreich.

1963, Okt.

Frankreich hat den Stützpunkt Bizerta verlassen.

1964

Umbenennung der neuen Destourpartei in "Destour Sozialistische Partei".

1964

Ölvorkommen entdeckt.

1964, Mai

Land von ausländischen Eigentümern wird enteignet und nationalisiert. Finanzminister Ben Salah startet ein Programm zur Kollektivierung von Kleinbauern und Handelsgenossenschaften.

1964, Juli

Abkommen mit dem Vatikan, viele Kirchen werden dem tunesischen Staat übereignet.

1964, Sept.

Präsident Habib Bourguiba wiedergewählt.

1966

Kulturabkommen mit Frankreich. Hilfszahlung aus Frankreich werden wieder aufgenommen.

1969

Ben Salah wird verhaftet und ins Exil geschickt.

1969

Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Gemeinschaft.

1972

Per Gesetz wird das ganze Land eine Art zollfreie Zone für Exportindustrie.

1974, 12. Jan.

Proklamation einer (kurzlebigen) Union zwischen Tunesien und Libyen.

1975

Bourguiba ändert die Verfassung und läßt sich zum "Präsidenten auf Lebenszeit" wählen.

1976

Kooperationsabkommen mit der EG.

1978

Gewerkschaften rufen einen Generalstreik gegen Lohnkontrollen aus. Der Ausnahmezustand wird ausgerufen. Dutzende Tote bei Straßenkämpfen. Gewerkschaftsführer verhaftet.

1980, Jan.

Umsturzversuch durch Terroristen in Gafsa wird von der Regierung niedergeschlagen, etwa 300 Todesopfer. Frankreich leistete logistische Hilfe. Libyen wird beschuldigt, den Umsturzversuch organisiert zu haben.

1980

Muhamed Mzali wird Premierminister. Liberalisierung der Politik.

1981, Nov.

Zulassung neuer Parteien, allgemeine Wahlen. Nationale Front gewinnt 94,6% der Stimmen.

1982

Tunesien nimmt die aus dem Libanon vertrieben PLO-Kämpfer Arafats auf.

1984, Jan.

Lebensmittelsubvention aufgehoben. Brotpreis steigt um 115%. Bei Unruhen mehr als 100 Tote.

1985, 01. Okt.

Israelische Kampfflugzeuge greifen das Hauptquartier der PLO südlich von Tunis an.

1986, April

Demonstration in Tunis gegen die amerikanischen Bombardierungen in Libyen. Der Führer der Sozialist Ahmed Mestiri wird verhaftet.

1986, Juli

Premierminister Muhamed Mzali wird von Bourguiba entlassen. Bisheriger Wirtschaftsminister Raschid Sfar tritt an die Stelle Mzalis.

1986

Fundamentalisten kämpfen für Tunesiens Identität als ein arabisch-muslimisches Land

1986, Nov.

Bei Parlamentswahlen gehen alle Parlamentssitze an die Regierungspartei.

1987, 09. März

Rached Ghannouchi, Führer der MTI (Mouvement de la tendance islamique) wird verhaftet.

1987, 23. März

An diesem Tag und einen Monat später Demonstrationen der Anhänger der MIT. Heftige Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften.

1987, 07. Nov.

Zine El Abidine Ben Ali Präsident durch einen unblutigen Putsch. Der "Präsident auf Lebenszeit" Habib Bourguiba wird für geistig und körperlich untauglich erklärt.

Beginn einer "Nationalen Versöhnung" hunderte politischer Gefangenen und radikaler Muslims werden freigelassen.

1988, 12. Juli

Verfassungsänderung

1989, 02. Apr.

Präsidenten und Parlamentswahlen. Präsident Ben Ali erhält 99% der Stimmen.