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Uganda  > Ereignisse

Uganda: Ereignisse und Entwicklungen 1990-2000

 

1991, 25. Juli

Im Urteil von Weltbank und Währungsfonds ist, gemessen an den denkbar ungünstigen Rahmenbedingungen, die Regierung wirtschaftspolitisch beinahe ein Vorbild. Indessen gerät die Wirtschaft des Landes in eine Abhängigkeit, bedingt durch externe Faktoren, wie z.B. der Zerfall des Weltmarktpreises für Kaffee (mehr als 90% des Exports).

1991, 11. Okt.

Amnesty International kritisiert Folterungen in Militärgefängnissen.

1992, 20. Febr.

Die Presse gerät unter immer stärkerem Druck.

Nach der Machtübernahme von Präsident Museveni 1986 konnten die Journalisten relativ frei berichten. In letzter Zeit häufen sich Verhaftungen von Berichterstattern. Die Regierung sei nicht mehr bereit, ernsthafte Kritik zu dulden, erklärte der Vorsitzende des UJA, James Namakoja. Menschenrechtsgruppen haben der ugandischen Armee wiederholt Menschenrechtsverletzungen im Kampf gegen die regierungsfeindlichen Rebellen im Norden und Nordosten des Landes vorgeworfen.

1993, 06. Febr.

Besuch von Papst Johannes Paul II.

1993, 15. Juli

Wiedereinführung des traditionellen Königtums. Ronald Muwenda Mutebi wird zum 36. Kabaka von Buganda gekrönt.

Mutebe II. ist nur ein Schatten der 35 Könige vor ihm. Jene waren absolute Herrscher, der neue Kabaka soll nach Musevenis Willen nur kulturelles Oberhaupt der Baganda sein.

1994, 29.

März Seit 32 Jahren erstmals Wahlen in Uganda. Museveni geht als eindeutiger Wahlsieger hervor.

1995, Juni

Treffen des Staatschefs Museveni und Bashir (Sudan) in Malawi. Die Staatschefs Ugandas und des Sudans einigen sich darauf, diplomatische Beziehungen wiederaufzunehmen.

1995, 08. Okt.

Inkraftsetzung einer neuen Verfassung.

1995, Dez.

Uganda droht Sudan mit Angriffen, falls das islamistische Regime die Unterstützung der ugandischen Rebellen nicht einstelle.

1996, 20. Jan.

Bundespräsident Herzog besucht Uganda am zehnten Jahrestag der Machtergreifung Musevenis.

1996, April

Uganda ist auf dem Weg der wirtschaftlichen Genesung.

Präsident Museveni, Liebling westlicher Helfer, liberalisiert und dezentralisiert.

1996, 09.Mai

Sieg Musevenis mit drei Viertel der Stimmen in der ersten allgemeinen Präsidentenwahl seit 1980.

1996, 27. Juni

Umstrittener Sieg von Musevenis Gefolgsleuten bei den Parlamentswahlen.

1996, Juli

Museveni rüstet auf. Internationale Geldgeber sind beunruhigt.

1996/1997

Parteinahme Ugandas zugunsten der siegreichen Kabila-Armee gegen das Mobutu-Regime in Zaire.

1997, Sept.

Rebellen der Lord´s Resistance Army (LRA) unter der Führung von Joseph Kony, mißbrauchen im Norden Ugandas Tausende von Kindern und Jugendliche als Kämpfer. Schwere Vorwürfe erhebt Amnesty International gegen die Regierung Sudans, die den Kindermissbrauch aktiv unterstützt.

1998, März

Staatsbesuch von Präsident Clinton. In seiner Rede bezeichnete er die schulische Bildung als Eckpfeiler einer funktionierenden Demokratie und versprach Hilfe für das Bildungswesen.

1998, 12. Mai

UN-Generalsekretär Annan zu Besuch in Uganda.

1998, Juli

Politischer Dachverband "Bewegung" wählt auf seinem Kongreß Präsident Museveni zum Vorsitzenden des "National Resistance Movement (NRM)".

1998, Aug.

Uganda unterstützt den Aufstand gegen die Kabila-Regierung in der Dem. Rep. Kongo (Ex-Zaire).

1998, Sept.

Kongolesische Flieger überqueren die Westgrenze Ugandas und bombardieren das Land. Personen kamen nicht zu Schade.

1998, Nov.

Vom Sudan aus dringen mehr als 250 Rebellen der "Lord´s Resistance Army (LRA)" in den Norden Ugandas ein. Überfälle auf Zivilbevölkerung häufen sich.

1998, Dez.

Die "UPDF–Uganda Peoples Defence Force" befreit 100 Kinder aus der Hand der Rebellen der LRA.

1999, Mai

Um den 12-jährigen Bürgerkrieg im Norden zu beenden, bietet Präsident Museveni den Rebellen der Lord´s Resistance Army eine Amnestie an.

1999, Sept.

Einer Umfrage gemäß befürwortet die Mehrzahl der Bevölkerung Ugandas den sofortigen Rückzug der "Uganda People´s Defence Force (UPDF)" aus der Demokratischen Republik Kongo.

1999, 02 Dez.

Kenia, Uganda und Tansania schließen sich wieder zur Ostafrikanische Gemeinschaft zusammen. Ziel ist ein Gemeinsamer Markt, später auch eine Währungsunion.

1999, 09. Dez

Uganda und Sudan nehmen diplomatische Beziehungen auf.

2000, 20. Febr.

Uganda verstärkt seine Truppen in dem besetzten Gebiet im Kongo, um Ausschreitungen zwischen den Stämmen Hema und Lendu zu beenden.

2000, 20. März bis 4. April

Etwa 500 Sektenmitglieder kommen um bei einem Brand ihrer Kirche im Südosten des Landes. Angeblich ist es eine Weltuntergangssekte, die sich "Bewegung für die Wiedereinsetzung der Zehn Gebote Gottes", nachdem auch in der Nähe der Kirche und unter den Häusern der Sektengründer Massengräber gefunden werden, ergibt sich ein Bild von Massenmord, nicht Massenselbstmord, bei dem über 1000 Menschen umgekommen sind. Die Sekte soll etwa 5000 Anhänger in Uganda haben. Der Sektenführer Kibwetere, ein ehemaliger Oppositionspolitiker, scheint mit dem Vermögen der Sekte geflohen zu sein. Inzwischen ist ein Beamter verhaftet worden, der Meldungen über die Gefährlichkeit der Sekte nicht weitergegeben haben soll.

Präsident Museveni will nun verstärkt vorgehen gegen "gefährliche Religiöse Führer".

2000, 09. April

100.000 Menschen sind in Kitum von Kriegern der Karimojong vertrieben worden. Nach Überfällen während des vorigen Monats wurden 34 Grundschulen der Gegend geschlossen.

2000, 11. April

Eine Belohnung von 1300 Dollar ist von der Polizei ausgeschrieben worden für Informationen, die zur Ergreifung der sechs Anführer der "Bewegung für die Wiedereinsetzung der Zehn Gebote Gottes" führen.

2000, 16. April

Pläne zum Kauf eines neuen Präsidenten-Flugzeuges für 35 Millionen Dollar verzögern Hilfe internationaler Organisationen für Uganda.

2000, 29. April

Ein weiteres Massengrab mit 55 Leichen wird wird untersucht.

2000, 03. Mai

1,3 Milliarden DM Schulden werden von der IWF und Weltbank erlassen. Uganda habe die Voraussetzungen dafür erfüllt, die frei werdenden Gelder würden zur Armutsbekämpfung eingesetzt.

2000, 12. Mai

Uganda wird acht seiner Botschaften schließen: in Nigeria, Frankreich, Kuba, Rußland, Kanada, China, Japan und auch Deutschland. Konsulate sollen die Aufgaben übernehmen.

2000, 15. Mai

Präsident Museveni und Präsident Kagame von Ruanda kommen überein, die Truppen ihrer Länder aus Kisangani (Ost-Kongo) zurückzuziehen um weitere Zusammenstöße zu vermeiden. Die Gespräche waren von Kardinal Emmanuel Wamala von Kampala unterstützt worden, der mit Präsident Museveni für die Gespräche mit Präsident Kagame nach Kigali gereist war.

2000, 25. Mai

Ruanda und Uganda sollen nun am 26. mit dem Rückzug ihrer Truppen aus Kisangani (Kongo) bis auf eine Entfernung von 100 km von der Stadt beginnen.

2000, 30. Mai

Die Lord's Resistance Army (LRA) weist ein Abkommen zwischen Sudan und Uganda zurück. Die LRA sei nicht direkt daran beteiligt worden.

2000, 15. Juni

Der Generalsekretär der UNO fordert Sanktionen gegen Ruanda und Uganda, wenn sie sich nicht wie vereinbart aus Kisangani zurückziehen.

2000, 20. Juni

1,7 Millionen Waisenkinder sind in Uganda registriert, zum Großteil sind es sogenannte "AIDS-Waisen".

2000, 22. Juni

Uganda kündigt den Rückzug von fünf Bataillonen aus Kisangani (Kongo) an.

2000, 24. Juni

Uganda, Kenia und Tansania lassen die Wasserqualität des Lake Victoria von einer dänischen Firma untersuchen.

2000, 28. Juni

General James Kazini, Leiter der ugandischen Truppen in Kongo, soll ersetzt werden. General Kazini soll zu stark in die Kämpfe um Kisangani und die Ausbeutung von Diamantenvorkommen verwickelt sein.

2000, 29. Juni

Mehr als zehn Millionen Wähler sind berechtigt, am heutigen Referendum teilzunehmen. Opposition ruft zum Boykott auf.

2000, 02. Juli

Beim Referendum vom 29. Juni wurden stimmten über 90% gegen ein Mehrparteiensystem und für die "Bewegungsdemokratie".

2000, 02. Juli

Präsident Museveni von Uganda und Ruandas Präsident Kagame führten Gespräche um die gespannten Beziehungen zwischen ihren Ländern zu verbessern.

2000, 02. Juli

Der Internationale Gerichtshof in den Haag fordert in einer Eilentscheidung Uganda auf, seine Truppen aus Kinshasa zurückzuziehen.

2000, 05. Juli

Befürworter eines Mehrparteiensystems wollen weiter für ein pluralistisches System eintreten. Am Vortag hatte Präsident Museveni gesagt, er habe kein Problem mit einem Mehrparteiensystem, wenn diese sich auf vernünftige Prinzipien begründeten.

2000, 10. Juli

Uganda will die Hälfte seiner Truppen aus Kongo abziehen, verkündete der Außenminister Ugandas auf der OAU-Konferenz in Togo.

2000, 02. Aug.

Rückzug der Truppen aus Kongo hat begonnen. Alle 4000 ugandischen Soldaten sollen abgezogen werden.

2000, 15. Aug.

Vor Gericht soll die Gültigkeit des Referendums vom 29. Juni geklärt werden.

2000, 31. Aug.

Das Parlament stimmt mit überwältigender Mehrheit für die Anpassung der Verfassung und die Annahme der Veränderungen durch das Referendum vom 29. Juni.

2000, 04.Sept. 28

Personen wurden im Norden Ugandas von der LRA (Lord's Resistance Army) getötet. Die Menschen wurden der Zusammenarbeit mit der ugandischen Armee beschuldigt. Die LRA ist eine Rebellenorganisation, die dem "Visionär" Joseph Kony angeführt und von der sudanesischen Armee unterstützt wird.

2000, 09. Sept.

Weil Rebellen aus den Urwaldgebieten des Kongo im Westen Ugandas angriffen, hat Präsident Museveni den Distrikt von Hoima besucht. Seinen vorgesehen Besuch beim Milleniumgipfel in New York hatte er abgesagt.

2000, 12. Sept.

Der "Club von Paris" erläßt Uganda Schulden im Wert von DM 300 Mio.

2000, 13. Sept.

Rekruten sollen auf Aids untersucht werden, bevor sie ihre Ausbildung beginnen, Uganda könne sich keine teuren Ausbildungen für Infizierte leisten. Die USA ist mehr und mehr an der Militärausbildung in Uganda beteiligt.

2000, 17. Sept.

In Kanada haben sich Sudan und Uganda in einem Abkommen getroffen über die Rückführung von Menschen, die von der "Lord's Resistance Army" aus Uganda entführt wurden und im Sudan zu Sklaven gemacht wurden.

2000, 22. Sept.

Der Präsident Ugandas weilt zu einem Besuch in Kigali. Ein Hauptpunkt in den Gesprächen mit der Regierung Ruandas wird die Bildung einer gemeinsamen Front der drei Rebellenbewegungen im Osten Kongos sein.

2000, 25. Sept.

Mehrere hundert Kongolesen aus der Provinz Ituri sind zur militärischen Ausbildung an geheimen Orten in Uganda.

2000, 27. Sept.

Angola und Uganda, die im Kongokonflikt jeweils die gegnerische Seite unterstützen, wollen zu einer Verständigung zwischen ihren beiden Ländern kommen. Eine angolanische Militärdelegation weilt in Uganda.

2000, 01. Okt.

Ein italienischer Comboni-Missionar, P. Raffaele di Bari, ist von Rebellen der Lord's Resistance Army (LRA) im Norden Ugandas auf dem Weg zur Sonntagsmesse in einer Außenstation ermordet worden. P. Raffaele war 71 Jahre alt und arbeitet seit 1959 in Uganda. Er wollte "den Armen eine Stimme geben." Zwei Tage vorher war er einem Anschlag entkommen.

2000, 05. Okt.

In den letzten 17 Jahren sind mehr als 800 000 Personen an AIDS gestorben (Angaben des Gesundheitsministeriums).

2000, 10. Okt.

Eine neue bewaffnete Widerstandsgruppe gegen die Herrschaft Musevenis hat sich in Luwero gegründet. Von Luwero aus hatte 1986 Museveni seinen Befreiungskrieg begonnen.

2000, 14. Okt.

Ein Ausbruch des Ebola-Virus führte zum Tod von mehr als 30 Personen. Vermutungen sprechen von zurückkehrenden Soldaten, die das Virus aus dem Kongo mitgebracht haben sollen.

2000, 16. Okt.

Die WHO sendet Spezialisten nach Uganda zur Hilfe bei der Bekämpfung des Ebola-Virus.

2000, 17. Okt.

NGOs ziehen Mitarbeit aus dem Norden Ugandas ab.

2000, 18. Okt.

39 Tote und 63 Infizierte durch das Ebola-Virus, so die Bilanz bisher. Ärzte nehmen an, es seine noch mehr Fälle in den Dörfern.

2000, 24. Okt.

Bis zu diesem Zeitpunkt sind 60 Personen an Ebola verstorben.

2000, 01. Nov.

Die Zahl der Toten durch das Ebola-Virus ist auf 80 gestiegen. 251 infizierte Personen sind in Krankenhäusern. Inzwischen wurde auch der erste Todesfall im Süden - in Mbarara - bekannt.

2000, 05. Nov.

Museveni sucht eine diplomatische Lösung für die Probleme mit seinen Nachbarn. Es stehen nämlich in Anfang 2001 Präsidentenwahlen in Uganda an, dabei werden alle Sicherheitskräfte gebraucht.

2000, 06. Nov.

Als Märtyrer der Nächstenliebe bezeichnet wurde Schwester Pierina Asienzo von den Kleinen Schwestern der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Sie hatte sich bereit erklärt, an Ebola erkrankte Menschen zu pflegen. Sie starb jetzt selber an der Krankheit. Auch weiterhin werden neue Fälle von Ebola gemeldet, auch wenn die Anzahl der gemeldeten Fälle zurückgeht.

2000, 08. Nov.

Die neue "Gesundheitsstrategie" des Landes sei der Grund für die Eindämmung der Ebola-Epidemie. Es werden keine großen Projekte mehr unterstützt, sondern kleine medizinische Einrichtungen bevorzugt. Mittlerweile ist die Zahl der Todesfälle durch Ebola auf 97 gestiegen.

2000, 15. Nov.

Die Zahl der Ebola-Toten ist auf 113 gestiegen.

2000, 20. Nov.

Die Weltkommission für Dammbau hat das geplante Projekt für das Wasserkraftwerk Bujagali als besonders umweltschädlich kritisiert. Das von einer US-Firma finanzierte Projekt würde die Bujagali-Wasserfälle im Stausee verschwinden lassen.

2000, 21. Nov.

200 Rebellen der ADF haben im Norden die Flucht von 3000 Menschen ausgelöst.

2000, 26. Nov.

Um Mitgliederbeiträge zu sparen will Uganda sich aus einer Reihe von internationalen Organisationen zurückziehen.

2000, 26. Nov.

Präsident Yoweri Museveni wird bei den kommenden Präsidentschaftswahlen als Kandidat antreten. Die Wahlen finden am 12. Febr. und 11. März statt. Wähler können sich bis Ende Dezember registrieren lassen.

2000, 05. Dez.

Dr. Mathew Lukwiya, Leiter des Krankenhauses von Lacor in Nord-Uganda, wo Ebola-Kranke gepflegt wurden, ist selber angesteckt worden und an der Krankheit verstorben.

Seit März sind in Uganda 370 Menschen an Ebola erkrankt, 156 davon sind verstorben.

2000, 07. Dez.

Im Kampf gegen Malaria werden neuartige Netze eingesetzt, die mit einem Insektenmittel getränkt sind.

2000, 14. Dez.

Die EU unterstützt den Kampf gegen Ebola mit einer halben Mio. DM. Bisher hat es 413 Krankheitsfälle gegeben, 161 Menschen sind an Ebola gestorben.