Uganda: Ereignisse und Entwicklungen 2003 2003, 07. Febr. Bei einem Brand in einem Flüchtlingslager haben mehr als 10.000 Menschen ihre Notunterkunft verloren. Sie harren nun auf den Feldern aus. Das Feuer im Flüchtlingslager Pabo brach aus, als Funken aus einer Kochstelle auf eine Hütte übergriffen, 2003, 07. Febr. Nach dem Bericht einer UNO-Kommission hat die Rebellenbewegung LRA im Laufe des Jahres 2002 über 4.500 Kinder entführt. 2003, 08. Febr. 200.000 Baganda demonstrierten in Kampala für eine föderalistische Verfassung und eine größere Unabhängigkeit ihrer Provinz. 2003, 15. Febr. Die Entscheidung des Präsidenten, dass Land für eine Mehrparteiendemokratie zu öffnen. 2003, 01. März LRA Rebellenführer Kony hat einen Waffenstillstand ausgerufen. 2003, 05. März Trotz des Waffenstillstandes töten LRA-Rebellen 10 Dorfbewohner und verschleppen 50 andere. 2003, 24. März Laut Medienberichten hat Ruandas Parlament beschlossen, wieder Truppen in den Kongo zu entsenden, nachdem Uganda Ruandas Alliierte aus Bunia vertrieben hatten. Mehrere tausend ruandische Truppen sollen sich bereits dort befinden. Es droht ein Krieg zwischen Ruanda und Uganda auf kongolesischem Boden. 2003, 28. März Präsident Museveni hat dem höchsten Gremium seiner politischen Bewegung empfohlen, einem Vielparteiensystem zuzustimmen. 2003, 25. April Friedensverhandlungen zwischen Regierung und LRA Rebellen sind zusammengebrochen. Die Armee begann eine neue Offensive. Die Rebellen entführten 100 Menschen. 2003, 29. April Der Generalstaatsanwalt Francis Ayume bestätigte, dass politische Parteien sich von jetzt an in Uganda politisch betätigen können, wenn sie sich offiziell registrieren lassen. 2003, 10. Mai Wegen andauernder Kämpfe in der Ituri Region sind allein in den letzten zwei Wochen 60.000 Kongolesen nach Uganda geflohen. Wütende Einwohner der geplünderten Stadt Bunia griffen die UN-Schutztruppe an, weil sie nach Abzug der ugandischen Armee die Zivilbevölkerung nicht gegen Rebellenangriffe geschützt hätten. 2003, 15. Mai Ugandas Geberländer beklagen sich an Ende ihrer Jahresversammlung über massive Korruption. 2003, 21. Mai 200 Ausländer wurden im Rahmen einer Anti-Terrorismusaktion verhaften. Nach dem Rückzug der Armee aus dem Kongo nehmen die USA wieder ihr Trainingsprogramm in Uganda auf. 2003, 24. Mai Museveni entlässt drei Minister, die seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2006 kritisiert hatten. 2003, 27. Mai Präsident Museveni ernannte den Leiter der medizinischen Fakultät, Gilbert Bukenya, zum neuen Vize-präsidenten, um Speciosa Kasibwe zu ersetzen. General Moses Ali wurde Vize-Premierminister an Stelle von Eriya Kategaya. 2003, 29. Mai Bei Zusammenstößen zwischen bewaffneten Gruppen der Bikiga und Banyoro Ethnien im Kibaale Distrikt gab es mehrere Tote. 2003, 06. Juni Die christlichen Kirchen haben sich gegen eine Verfassungsänderung ausgesprochen, die dem Präsident eine Verlängerung seines Amtes nach 2006 erlauben würden. 2003, 07. Juni Präsident Museveni entliess General James Kazini, der von UN-Berichten der Plünderung des Kongo bezichtigt wurde. Neuer Chef der Armee wird Aronda Nyakairima, der die Operationen gegen die LRA-Rebellen leitet. 2003, 11. Juni LRA-Rebellen verstärken kontinuierliche Angriffe bis in die Provinzstadt Gulu. Ein Bus wird von einer Landmine zerstört. 2003, 05. Juli Das europäische Parlament hat eine Resolution zur katastrophalen Lage im Norden Ugandas verabschiedet. Darin fordert es den Sudan auf, sein Versprechen einzuhalten, keine Waffen an die LRA-Rebellen zu liefern, die Tausende Kinder entführt und den Norden Ugandas ins Chaos gestürzt haben. 2003, 11. Juli Bei seinem Staatsbesuch lobte Präsident Busch Museveni für seine Rolle bei der Beilegung regionaler Konflikte. 2003, 21. Juli Die Föderation der katholischen Universitäten halten ihre internationale Konferenz in der Universität der Uganda Martyrer. Hauptthema ist die neue Informationstechnologie und der Fortschritt der Menschheit. 2003, 21. Juli Der berüchtigte Ex-Dikatatur Ugandas Idi Amin Dada liegt im King Faisal Specialist Hospital in Jeddah / Saudiarabien im Sterben. 2003, 04. Aug. Im Einverständnis mit Ruanda und der UN-Flüchtlingsorganisation will Uganda 25.000 ruandische Flüchtlinge repatriieren. 2003, 08. Aug. Angriffe der LRA-Rebellen auf Dörfer und Verschleppung von Zivilisten gehen unvermindert weiter. Bei einem Zusammenstoss mit Regierungssoldaten in Teso Distrikt wurden 7 Rebellen getötet. 2003, 18. Aug. Der ehemalige ugandische Diktator, Idi Amin Dada, starb nach mehreren Wochen im Koma in Saudi-Arabien. Die Familie beschloss, ihn in Jedda zu beerdigen. 2003, 26 Aug. Die Widerstandsbewegung LRA verübt neue Überfälle in Teso, mehrere Dutzend Dorfbewohner werden getötet. Die ugandische Regierung beschuldigt den Sudan, die Rebellen zu bewaffnen. 2003, 03 Sept. Die ugandische Regierung hat die USA um Hilfe im Kampf gegen die LRA-Rebellen gebeten. Die USA hatten 2001 die LRA auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt. 2003, 10 Sept. Der Rechnungshof entdeckt Betrug bei der Steuerbehörde in Milliardenhöhe. 2003, 15. Sept. Nach einem Bericht der Welternährungsorganisation (WFP) sind im Norden Uganda über 800.000 Menschen von ihren Dörfern vertrieben worden. Das 80% der Acholi Volksgruppe. 2003, 22. Sept. Karimojong Krieger töten 30 Zivilisten bei Überfällen auf die benachbarten Teso. 2003, 23. Sept. Die Regierung hat eine weitgehende Verfassungsänderung eingebracht, um Präsident Museveni ein drittes Mandat zu sichern und die Macht des Parlaments zu beschneiden. 2003, 24. Sept. Nach Angaben der ugandischen Armee konnten 149 von den LRA-Rebellen entführte Kinder bei einem Angriff befreit werden. 2003, 26. Sept. In New York unterzeichneten Ruanda, Burundi, Uganda und der Kongo ein Abkommen, in dem sie die Integrität der Grenzen und ein Nicht-Eingreifen in die inneren Angelegenheiten ihrer Länder garantieren. 2003, 13. Okt. Nach Angaben der ugandischen Armee konnten 400 Kinder, die von LRA Rebellen verschleppt worden waren, wieder befreit werden. Die LRA hat seit Beginn der Feindseligkeiten etwa 20.000 Kinder entführt. 2003, 23. Okt. König Solomon Iguru von Bunyoro in West-Uganda fordert von Großbritannien 2.1 Milliarden Pfund als Kompensation für die Zerstörungen und Gewalttaten der Kolonialarmee bei der Eroberung seines Königreiches um 1890. 2003, 25. Okt. LRA Rebellen machen regelmäßig Angriffe um Lira, Pader und Sorotti. 2003, 02. Nov. Die Armee hat einen ranghohen Führer der LRA getötet. Die Zahl der intern Vertriebenen in Norduganda ist auf 1,2 Millionen angestiegen. 2003, 06. Nov. Ein Pharmaunternehmen in Uganda will anti-virale Medikamente zum Preis von 0,50 Cent pro Tag herstellen. 2003, 11. Nov. LRA Rebellen haben im Bezirk Lira mehrere Dörfer angegriffen und über 100 Menschen getötet. Tausende von Menschen sind auf der Flucht in die Distrikthauptstadt Lira. 2003, 12. Nov. Der UNO Stellvertretende Generalsekretär, Jan Egeland, kritisierte die Haltung der internationalen Gemeinschaft gegenüber dem grausamen Bürgerkrieg in Norduganda als eine skandalöse moralische Schande 2003, 14. Nov. General Leutnant Salim Saleh, Bruder des Präsidenten, ist angeklaft, für US-$ 13 unbrauchbare russische gekauft zu haben. 2003, 20. Nov. Der Anführer des LRA Rebellen hat über Funkgeräte seinen Milizen die Anordnung gegeben alle religiösen Führer, Katholiken, Protestanten und Muslime, zu töten. Sie hatten einen gemeinsamen Aufruf an Präsident Busch gerichtet. 2003, 20. Nov. LRA Milizen haben mehrere Ortschaften um die Stadt Lira angegriffen und zerstört. Der Anführer, Joseph Kony, soll angeordnet haben, dass jeder Kämpfer mindestens 160 Menschen töten und alles zerstören solle. Der Krieg im Norden Ugandas hat schon 100.000 Todesopfer gefordert und über eine Million Menschen vertrieben. 2003, 20. Nov. 34 Abgeordnete aus dem Norden, sind aus dem Parlament ausgezogen, bis sich die Situation in ihren Wahlkreisen verbessert. Sie beschuldigen den Präsident, nichts für die Sicherheit in der Region zu tun. 2003, 01. Dez. Die USA will zwischen Uganda und dem Sudan vermitteln, um ein Ende des 17-jährigen Bürgerkrieges im Norden zu erreichen. 2003, 03. Dez. Präsident Yowel Museveni hat 28 hohe Armeeoffiziere entlassen, darunter drei von fünf Divisionsgenerälen. Sein Bruder Salim Saleh war als Abgeordneter der Armee nach einem Skandal über den Kauf von unbrauchbaren Helikoptern zurückgetreten. 2003, 09. Dez. In einem Dorf wurden 70 Leichen eines Massakers der LRA gefunden. 2003, 10. Dez. Bei einem gemeinsamen Besuch in Norduganda haben die Führer der katholischen, anglikanischen und muslimischen Religionsgemeinschaften an die Regierung appelliert, eine generelle Amnesty zu gewähren und die Krise durch Dialog mit den Rebellen zu lösen. 2003, 15. Dez. Die Präsidenten Südafrikas und Ugandas trafen sich in Pretoria, um über die Konsolidierung des Friedensprozesses in Burundi zu beraten. Der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen des NEPAD Programms standen auch auf der Tagesordnung. 2003, 21. Dez. Wegen immer neuer Angriffe der LRA hat und der Unfähigkeit der Armee, die Bevölkerung zu schützen, haben sich im Lira Distrikt Selbstverteidigungsgruppen formiert. |