Uganda: Geschichte in Auszügen500 – 1000 n Chr. Bantu-sprachige, ackerbauende Siedler breiten sich im Osten Ugandas aus. Ackerbau, Viehzucht und Handel beginnt. 14.Jh. Vom Norden her einwandernde nilotische Hirtenvölker unterwerfen die Bantustämme und begründen eine Reihe von Dynastien, deren Herrschaft sich über das ganze Zwischenseengebiet erstreckt. (genannt Bunyoro-Kitara) Aus zwei verschiedenen Einwanderungsgruppen von Osten und Westen entsteht im Gebiet des heutigen Kampala das Königreich Buganda. Ende des 17.Jh. Bantu-Königreiche, wie Buganda, Busoga und Ankole vereinigen sich und bilden das Buganda-Reich im Gebiet nördlich des Viktoria-Sees. 1850 Erste Handelsbeziehungen mit arabischen Händlern an der Küste des Indischen Ozeans (Elfenbein, Sklaven). 1857 -1884 Herrschaft des Buganda-Königs Mutesa I. 1862 Die britischen Afrikaforscher Speke und Grant als erste Europäer am Hofe Mutesas, den Kabaka (König) von Buganda. Speke entdeckte die Quellen des Weißen Nils. 1877 Ankunft anglikanischer Missionare aus England. 1879 Ankunft katholischer Missionare aus Frankreich. 1884 Tod Mutesas und Regierungsantritt des 18-jährigen Mwanga. 1884/1885 Abgrenzung von Einflussbereiche der europäischen Kolonialmächte in Afrika auf der Berliner Kongo-Konferenz. 1885/1886 Verfolgung und Tötung von Christen beider Konfessionen durch König Mwanga. 1888-1890 Auseinandersetzungen zwischen christlichen und muslimischen Gruppen. 1890 Helgoland-Sansibar-Vertrag zur Abgrenzung von Einflussbereiche zwischen Großbritannien und Deutschland. Erste britische Kolonialverwaltung in Buganda. Beginn der britischen Herrschaft grundgelegt durch anglikanische Kirche und Imperial British East African Company (IBEA). 1890-1892 Unterwerfung der Buganda-Monarchie durch ein IBEA–Expeditionsheer. 1892, 24. Jan. Schlacht von Mengo zwischen katholischer und protestantischer Partei. 1894 Buganda (ab 1896 Uganda) britisches Protektorat: Ausrichtung auf Tee- und Kaffee-Export, Aufbau einer Verkehrsinfrastruktur, Asiaten werden wirtschaftliche Führungsschicht, religiös-ethnische Spaltung der einheimischen Führungsschicht. 1895-1904 Bau der Eisenbahnlinie von Mombasa am Indischen Ozean nach Uganda. 1900 Uganda–Abkommen: Sonderrechte für Buganda. Schaffung eines Buganda-Großgrundbesitzes (Machtzuwachs für christliche Häuptlinge). Ausübung britischer Herrschaft mittels christlicher Häuptlinge. 1953-1955 Verbannung des König Mutesa II. 1960, März Milton Obote gründet die Anti-Buganda-Partei (Uganda People´s Congress, UPC). 1961 Allgemeine Wahlen, Sieg der katholisch orientierten Demokratischen Partei (DP); neue Verfassung. 1962, Apr. Die protestantisch orientierte UPC siegt bei den Wahlen zur Nationalversammlung. Bildung einer Regierung unter Premierminister Obote. 1962, 09. Okt. Uganda wird von Großbritannien unabhängig. Der Kabaka Mutesa II. (Kabaka Yekka Partei) wird Präsident, Milton Obote (Uganda People´s Congress) Premierminister. Der Koalitionsregierung (bis 1964) steht die Democratic Party unter Benedicto Kiwanuka als Opposition gegenüber 1963, 09. Okt. Proklamation der Republik. König Mutesa II. erster Staatspräsident. 1964 Heiligsprechung von 22 katholischen Märtyrern der Verfolgung von 1885/86. 1966, Febr. - Mai Obote gewinnt den Machtkampf gegen Mutesa II. Die traditionellen Königreiche werden beseitigt. Das Militär vereitelt den Versuch Mutesas, einen unabhängigen Staat Buganda zu gründen. 1966, Mai Mutesa flieht ins Exil nach London. 1967, Sept. Milton Obote ist Staatspräsident, Einparteiensystem zur Verwirklichung einer sozialistischen Gesellschaft. 1969, 31. Juli – 02. Aug. Papst Paul VI. besucht Uganda. 1969, Dez. Nach Attentat auf Obote Verbot der Oppositionsparteien. 1970, Mai Verstaatlichung ausländischer Unternehmen. Übernahme von min. 60% des Kapitals durch den Staat. 1971, April Obote wird abgesetzt. Das Militär übernimmt die Macht. Armeechef Idi Amin wird neuer Staatspräsident, (ca. 500 000 Menschen werden Opfer seiner Lynchjustiz). Ein Charakteristikum dieser Jahre ist die systematische Eliminierung von Intellektuellen, Politikern und anderen Angehörigen der Elite Ugandas. 1972, März Ausweisung von 700 Israelis (Militärberater, Lehrer, Techniker etc.).Stärkere Anlehnung Armins an die arabischen Staaten. 1972, 09. Aug. Ausweisungsdekret gegen die nicht–ungandischen Asiaten, innerhalb von drei Monaten das Land zu verlassen. Am 19. Aug. auf die ungandischen Asiaten ausgedehnt. Bis zum 8. November hatten fast 47000 Asiaten das Land verlassen. 1972, Dez. Übernahme 15 ausländischer Gesellschaften und 26 Teefarmen durch den Staat. 1976, 27. Juni Israelisches Militär beendet eine Flugzeugentführung auf dem Flughafen von Entebbe. 1979, 11. Apr. Gewaltsame Absetzung des Amin-Regimes durch Militärintervention Tansanias. " Uganda National Liberal Front" (UNLF), unter Yussuf Lule, bildet eine provisorische Regierung. 1979, 21. Juni Regierungschef Lule wird durch Godfry Binaisa ersetzt. 1980, 10. Dez. Parlamentswahl, die mittels massiver Fälschungen Obote zum zweitenmal an die Macht bringt. Dieser Wahlbetrug veranlaßte Museveni, einen Guerillakrieg gegen Obotes zweites Regime aufzunehmen. 1981 Febr. Beginn des Guerillakrieges durch die National Resistance Army (NRA). Unter Führung von Yoweri Museveni. 1985, 27. Juli Obote wird abgesetzt und das Militär unter General Tito Okello übernimmt die Macht. 1986, 25. Jan. Eroberung Kampalas durch die NRA. 1986, 29. Jan. Machtübernahme durch Museveni nach fünfjährigem Bürgerkrieg. 1987 Beginn einer langfristigen IWF-Weltbank-Therapie der Strukturanpassung. 1989, 24. März Erneut schwere Menschenrechtsverletzungen. Vor allem im Norden und Osten des Landes sollen Regierungskräfte Zivilisten und Gefangene umgebracht haben. Auch Folter wird erneut angewandt. 1990, 25. Juni Fortschritte in Uganda unter Vorbehalten. Befürchtungen über eine Machtzementierung Musevenis, der sein Land als unreif für die Demokratie beurteilt und sich weitere fünf Amtsjahre ohne Wahlen gesichert hat. 1995, 08.Okt. Neue ugandische Verfassung in Kraft 1996, MaiPräsidentschaftswahl, Sieg Musevenis 1996, JuniParlamentswahlen 2001,12.März.Präsidentschaftswahlen, Wiederwahl Musevenis (69 % der Stimmen) 2001, 26.JuniParlamentswahlen unter "Movement"-System, d.h. ohne Teilnahme politischer Parteien. Anfang 2004Verfassungskommission schlägt zu den Fragen Mehrparteiensystem sowie dritte Amtsperiode des Präsidenten den Weg des Volksentscheids vor 2005, JuliVolksentscheid beschließt mit über 90 % Wiedereinführung des Mehrparteiensystems 2005, AugustParlament billigt Verfassungsänderung zur Aufhebung der Amtszeitbeschränkung des Staatsoberhauptes 2005, Nov.Vorübergehende Verhaftung des Oppositionsführers und Präsidentschafts-Gegenkandidaten Dr. Kizza Besigye 2006, 21. Feb. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, Museveni zum 3. Mal im Amt bestätigt (59%), aus Movement hervorgegangene Partei NRM erhält 2/3-Mehrheit der Sitze 2006, Juli
Beginn der Friedensverhandlungen zwischen der ugandischen Regierung und der Lord’s Resistance Army unter der Vermittlung des südsudanesischen Vize-Präsidenten Riek Machar 2009, 20. NovemberUganda unterzeichnet die Verträge zur Gründung der Ostafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft
2010, 17. MärzBei Unruhen erschießt die Polizei drei Menschen. Die Königsgräber der Baganda werden zerstört.
2011, 18. FebruarBei Präsidentschaftswahlen erhält Amtsinhaber Jowel Museveni offiziell 68.4% der Stimmen. Seine Partei NRM erobert im Parlament 263 der 375 Sitze.
|