Verlautbarungen und Stellungnahmen der katholischen Kirche in der Zentralafrikanischen Republik 1991, 20. JuniIn Ihrem Hirtenbrief "Was machen wir aus unserem Land" gehen die Bischöfe auf die Ursachen der Unruhen der letzten Monate ein. Sie üben harte Kritik an der Regierung und fordern ein Mehrparteiensystem, eine nationale Verständigung und das Ende der Korruption. In ihrer Stellungnahme zur sozialen und politischen Situation im Lande schreiben sie: "Unser Land ist von der Bewegung ergriffen worden, die den ganzen afrikanischen Kontinent erschüttert. Afrika strebt nach der Demokratie, um aktiv an der Gestaltung seiner Zukunft mitzuwirken. Es wird sich eines gemeinsamen Schicksals auf der Weltebene, einer neuen Solidarität bei dem großen Marsch zu mehr Freiheit und Beteiligung bewußt. Dieser Prozeß scheint unvermeidlich. Unser Land ist mit ernsten Schwierigkeiten konfrontiert. Der ganze Lebenslauf ist blockiert. Die Streiks in öffentlichen und privaten Diensten dauern an. Bangui hat Demonstrationen, Gewalt und Plünderung erlebt. Es gibt im Land kaum mehr freie Zusammenschlüsse, wo die Menschen sagen können, was sie denken, wo sie Vorschläge machen und wo sie sich durch ihre Sprecher bei den Autoritäten Gehör verschaffen können. Das Recht auf freien Zusammenschluß, das 1950 gesetzlich anerkannt wurde, wird beeinträchtigt durch den Argwohn der polizeilichen Überwachung. Wir stellen fest, daß das derzeitige System nicht in der Lage ist auf die dringenden Probleme eine Antwort zu geben. Wegen des fehlenden repräsentativen Charakters sind die Institutionen im Land wie die Einheitspartei und sogar die Nationalversammlung und der Wirtschaft- und Regionalrat nicht ausreichend. Um die Situation zu entkrampfen, muß man umfassender an die ganzer Bevölkerung appellieren und eine nationale Verständigung erreichen." 1993, 17. AprilAnläßlich des Ad-Limina-Besuchs informiert Bischof Antoine Maria Maanicus von Bangassou den Papst über die soziale Lage des Landes. Er weist vor allem auf die Zehntausende von Flüchtlingen hin, die aus dem Südsudan und dem Tschad wegen des Bürgerkriegs geflohen sind, und auf die schlechte Wirtschaftslage des Land. Die politische, wirtschaftliche und soziale Unsicherheit wirke sich vor allem im Erziehungs- und Gesundheitswesen aus.Der Bischof beklagt, daß selbst nach 33 Jahre Unabhängigkeit, bis heute noch keine demokratische Regierungsform gefunden worden sei. 1994, MaiIn Ihrem Hirtenbrief "Und du wirst das Licht der Nationen sein" ermutigen die Bischöfe alle Christen, die dazu die Fähigkeiten haben, sich in der Politik zu engagieren und fordern alle auf , sich zur Demokratie heranzubilden. 1996, 29. JuniBotschaft der Bischöfe zu den Wahlen: "Wir sollten uns nicht fürchten, wir sollten als Christen wählen!" Die Bischöfe wenden sich an alle Schichten der Bevölkerung, an Regierung und Parteien, und fordern klare, freie und gerechte Wahlen. Sie kritisieren die aktuellen Übel und Defizite in Staat und Gesellschaft und fordern die Menschen auf, nur solche Kandidaten zu wählen, die in der Lage sind das Land in eine bessere und gerechtere Zukunft zu führen. Die Bischöfe erinnern die Politiker an ihre Pflicht gerechte Wahlen durchzuführen und schreiben: "Ihr, die ihr die treibende Kraft des politischen Lebens seid und die ihr diesem Land geholfen habt, die Demokratie wiederzufinden, verliert nicht aus den Augen, daß von euch ein würdiges Verhalten und politische Programme erwartet werden, die deutlich und ohne Demagogie in der Art von Vorschlägen und innerhalb von realisierbaren Fristen Lösungswege für die zahlreichen Probleme des Landes vorgeben." 1998, 11. JanuarMit der Botschaft " Laien und Priester gemeinsam für die Erneuerung der Mission" wenden sich die Bischöfe an alle Christen. Unter den Schwierigkeiten und den Unruhen, die das Land erlebt, fordern sie Laien und Priester zur Erneuerung der Mission auf den Weg zum Jahr 2000 auf. Das bevorstehende Jubiläum sei für alle eine Aufforderung zur wahren Umkehr als Antwort auf die Herausforderung unserer Zeit : die Herausforderung der Treue, der Einheit, der Gerechtigkeit und des Friedens an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. 1998, 28. MaiVom 25. bis 28. Mai Versammlung der Flüchtlingsbeauftragten der nord- und westafrikanischen Bischofskonferenz. 2000, 18. FebruarDie Bischöfe der Region Zentral Afrika rufen in ihrem Appell Regierungen, politische Führer und internationale Konzerne auf, die Ausbeutung der natürlichen Rohstoffe der afrikanischen Länder zu stoppen und sich vielmehr für eine umweltfreundliche und sozialgerechte Entwicklung dieser Länder einzusetzen. 2003, 05. AprilIn einer Stellungsnahme bedauern die katholischen Bischöfe den Militärputsch, stellen jedoch fest, das der Putsch von der Bevölkerung wegen der chaotischen Zustände unter dem alten Regime akzeptiert worden ist. "Die Kirche befürwortet weiterhin einen nationalen Dialog, um das Land aus dem Zyklus der Gewalt herauszuführen." 2003, 01. JuliIn einer von Fernsehen übertragen Erklärung, haben die Bischöfe die Unsicherheit in mehreren Provinzen des Landes beklagt und die Regierung aufgefordert, Polizei und Armee einzusetzen, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. |