Zentralafrikanische Republik: Geschichte in Auszügen Steinerne Artefakte geben konkrete Hinweise auf eine steinzeitliche Kultur lange vor christlicher Zeitrechnung. In der vorkolonialen Zeit ist es höchstwahrscheinlich eine Region des Rückzugs vor arabischen und europäischen Sklavenjagden gewesen, in der kleine, auf Familien- und Verwandtschaftsstrukturen aufgebaute Gemeinschaften, eine an das Ökosystem gut angepaßte Produktion betrieben, wie Jagd, Fischfang und Sammelwirtschaft einerseits, sowie Landwirtschaft und Kleinvieh anderseits. 1 – 2. Jtsd. n. Chr. Besiedlung durch Bantu und Pygmäen. 15 Jh. Erste Königtümer der Bantuvölker. 1790 Zuwanderung der Sudan-Völker auf der Flucht vor arabischen Sklavenhändlern. Anfang des 19. Jh. Beginn der systematischen Erkundung und kolonialer Unterwerfung durch französische, belgische, deutsche und britische Händler, Militärs und Ethnologen. 1887 Militärische Besetzung durch Frankreich. 1889 Gründung Banguis. 1919 Bildung der Kolonialföderation Französisch-Äquatorialafrika. 1919 - 1945 Zeit der erbarmungslosen Zwangsarbeit, der Strafexpeditionen und der Zerstörung der traditionellen Zivilisation. Blutige Niederschlagung mehrerer Aufstände. 1946 Beginn des Kampfes um die Unabhängigkeit . 1949 Gründung der Unabhängigkeitspartei MESAN (Bewegung zur Sozialen Entwicklung Schwarzafrikas ) durch den katholischen Priester Barthélemy Boganda. 1956 Einführung der begrenzten Verwaltungsautonomie. 1957, März MESAN-Sieg bei den Wahlen zum Territorialparlament. 1958, 01. Dez.Autonomie als Zentralafrikanische Republik; Boganda erster Ministerpräsident. 1959, März Mysteriöses Flugzeugunglück. Unter den Toten der katholische Priester und Ministerpräsident B. Boganda; Interim. Nachfolger Abel Goumba. 1959, 30. Apr. David Dacko neuer Regierungschef. 1960,13. Aug. Proklamation der Unabhängigkeit. 1963 Beitritt zur Weltbank und dem IWF. 1964 David Dacko erster Staatspräsident. 1966, 01. Jan. Machtübernahme durch das Militär unter General Jean-B´del Bokassa. 1968 Zustimmung zur Union der Staaten Zentralafrikas (UEAC) nicht von langer Dauer. 1972, 04. März Selbsternennung Bokassas zum Präsidenten auf Lebenszeit. 1976, 04. Dez. Zentralafrikanische Republik erhält eine neue Staatsform. Selbsternennung Bokassas zum Kaiser des Zentralafrikanischen Kaiserreiches. 1977 Offizielle Krönung Bokassas zum Kaiser ( mit französischer Unterstützung) 1979, 21. Jan Bei einem Massaker in Bangui zahlreiche Studenten getötet. Frankreich entzieht Bokassa jegliche Hilfe. 1979, 20. Sept. Absetzung Bokassas in einem von Frankreich inszenierten Staatsstreich. 1979, 21. Sept. Wiedereinsetzung Dackos als Staatspräsident. 1979, 24. Sept. Widerstand gegen den neuen Staatschef in Bangui hält an. Hunderte von Studenten und Lehrer protestieren in der Hauptstadt. An der Spitze der Bewegung für die Befreiung Zentralafrikas steht Ange Patasse. 1979, Okt. Verhaftung Patasses. 1979, 21. Dez. Todesurteil gegen Bokassa. 1981, 15. März David Dacko gewinnt die Präsidentenwahlen – Ausgangssperre soll Unruhen vorbeugen. 1981, 02. Sept. Unblutiger Staatsstreich, Machtübernahme durch das Militär unter General André Kolingba. Suspendierung der Verfassung und aller Parteien. 1982, 03. März Gescheiterter Putschversuch Patasses. 1985, 01. Sept. Kolingba löst Militärrat des Nationalen Wiederaufbaus auf, und ernennt eine zivile Regierung. 1986, 01. Dez. Zivile Verfassung für eine Einparteirepublik unter Staatspräsident Kolingba. 1987, 02. Febr. Gründung der Einheitspartei Rassemblement Démocratipue Centreafricain (RDC). 1987, 12. Juni Todesurteil gegen Bokassa aufgehoben 1987,Febr.Gründung der Einheitspartei „Rassemblement Démocratique Centrafricain“ 1991, seit 22.04.Zulassung von Oppositionsparteien 1993, Sept. Wahl von Ange Félix Patassé zum Präsidenten, seine Partei MDLC wird stärkste Fraktion in der Nationalversammlung 1994, Dez.neue Verfassung verabschiedet 1996 Meutereien der Armee, Evakuierung der Ausländer 1997, 26.Jan.Abkommen von Bangui 1998, 05.MärzVersöhnungskonferenz, Einsetzung der Mission interafricaine de surveillance des accords de Bangui (MISAB) 1998, AprilAblösung MISAB durch MINURCA (Mission des Nations Unies en République Centrafricaine); Truppenkontingent unter VN-Mandat Ende 1998Parlamentswahlen 1999, Sept.Wiederwahl Präsident Patassés 2001, MaiPutschversuch unter Anführung des ehemaligen Präsidenten Kolingba; Niederschlagung mit Hilfe libyscher Militärs 2002, 25.Okt.Putschversuch des ehem. Generalstabschefs Bozizé, seitdem andauernde Kämpfe im nördlichen Landesteil 2002,08.Dez.Eintreffen des ersten Kontingents der CEMAC-Truppe 2003, 15.MärzGelungener Staatsstreich des ehem. Generalstabschefs Bozizé 2003, Okt.Abschluss des Nationalen Dialogs der Versöhnung 2004,05.Dez,In einem Referendum stimmt die Bevölkerung der neuen Verfassung mit überwältigender Mehrheit (90 %) und hoher Wahlbeteiligung (70%) zu. 2005, 08.MaiIm zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen gewinnt Francois Bozizé eine deutliche Mehrheit. Die Wahlen werden international als frei und demokratisch anerkannt, so auch durch die Afrikanische Union. 2005,13.JuniElie Doté wird neuer Premierminister |