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Auswirkungen von HIV/AIDS auf Landwirtschaft und Ernährung

Mehr als 2/3 der Bevölkerung in den am meisten von HIV betroffenen Ländern in Afrika leben in ländlichen Gebieten. Seit 1987 sind 7 Millionen Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, an AIDS gestorben. Es wird erwartet, dass bis zu 25% der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte bis zum Jahr 2020 an AIDS sterben werden, das sind 16 Millionen Menschen.

Ländliche Gemeinden tragen hohe Belastungen durch HIV, da viele HIV-Infizierte, wenn sie Pflege bedürfen, aus der Stadt in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Da Zugang zu Information und Gesundheitseinrichtungen auf dem Land geringer ist als in der Stadt, haben Menschen in den ländlichen Gebieten weniger Information darüber, wie sie sich vor HIV-Infektion schützen können und haben im Falle der Erkrankung weniger Zugang zu Pflege und Behandlung. Die Ernährungssicherheit von Familien ist schon beeinträchtigt und wird in zunehmendem Maß bedroht:

  • Landwirtschaftliche Arbeitskräfte, auch in der Subsistenzwirtschaft, gehen verloren;
  • Die Pflege von kranken Angehörigen und Waisenkindern nimmt Zeit in Anspruch, die dann nicht mehr für die Landwirtschaft zur Verfügung steht;
  • Familien verkaufen ihren Besitz, um die Kosten von chronischen Erkrankungen, Beerdigungen und den Ausfall von Arbeitskräften zu decken;
  • Menschen sterben, bevor sie ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben können;
  • Investments wie Bewässerung und Verbesserung des Bodens werden reduziert;
  • Es wird vermehrt Getreide angebaut, das weniger arbeitsintensiv ist, aber auch weniger Ernährungswert hat;
  • Durch nachlassende Erträge kommt es zu einem Verlust der Kaufkraft im gesamtgesellschaftlichen Rahmen;
  • Frauen sind besonders betroffen, da ihre Arbeitsbelastung überproportional zunimmt und sie nach dem Tod des Ehemannes oft kein Recht auf das Land haben.
  • Durch die unzureichende Nahrungszufuhr werden die Gesundheit der Menschen, besonders der Kinder, und ihre Widerstandskraft gegen HIV-Erkrankungen weiter beeinträchtigt.

Die Auswirkungen von HIV/AIDS haben aber auch dazu geführt, dass sich in einigen Regionen verstärkt Selbsthilfegruppen gründen, die helfen, wenn Familien zerstört sind. Gemeinsam unterstützt man sich in der Landwirtschaft oder bei der Versorgung von AIDS-Waisen. Zudem wir auch psychologische Hilfe für Kranke geleistet und deren Angehörigen geholfen.

Solche Prozesse sollten von Hilfsorganisationen unterstützt werden. Für die Entwicklungsorganisationen wird es künftig eine Aufgabe sein, in den von AIDS betroffenen ländlichen Regionen den Zugang zu den knappen Ressourcen zu verbessern. Dazu gehört die Beratung über arbeitssparende Anbautechniken. Auch wenn weniger Menschen auf den Feldern tätig sind, können doch ähnliche hohe Erträge erzielt werden. Durch Einkommen schaffende Kleinprojekte lässt sich der Geldknappheit in von HIV/AIDS betroffenen Familien entgegenwirken.