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Landnahme in Mosambik

Allgemeine Länderinformation:

Mosambik besteht aus einer Fläche von über 800.000 km², einer Bevölkerung von ca.21.6 Mio. Einwohnern mit einer Bevölkerungsdichte von 24 Einwohnern pro km², von denen 74,1% unter der Armutsgrenze leben. Knapp 80% der Bevölkerung sind im Landwirtschaftssektor tätig. Dieser trägt aber nur mit etwa 24% zum Bruttoinlandsprodukt bei und dient im Allgemeinen ausschließlich zur Subsistenzwirtschaft. 62% der Fläche ist potentielle landwirtschaftlich nutzbare Fläche.  

Landpolitik/ Landrechte:

Landgesetz nach der Unabhängigkeit
Mit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1975 wurde ein sozialistisches Landsystem
eingeführt. Von 1977 bis 1983 wurde die Kollektivierung vieler Landflächen von der Regierung vorangetrieben, was zu großen Abhängigkeiten der Kleinbauern führte.  Der Staat war zuständig für Landvergabe. Von Kleinbauern bearbeitete Flächen wurden in größere staatliche Betriebe integriert.

Die Formulierung einer nationalen Landpolitik
In den 1990er Jahren erfolgte die offizielle Formulierung einer National Land
Policy. Folgende Regeln wurden formuliert. Der Staat ist Eigentümer des Landes und nur Nutzungsrechte können erworben werden. Dabei müssen sowohl die Rechte der Bevölkerung wie auch die Interessen der Investoren berücksichtigt werden. Bei nationalen und ausländischen Privatinvestitionen darf die Bevölkerung nicht benachteiligt werden. Dabei soll eine konfliktfreie Zusammenarbeit zwischen Investoren und lokaler Bevölkerung garantiert werden.

Das Landrecht von 1997
Das heutige Gesetz ist nach folgenden Prinzipien gestaltet:
Die gesamte mosambikanische Fläche bleibt Staatsbesitz. Die Regierung kann jedoch Nutzungsrechte bis zu 50 Jahren vergeben. Zugang zu Land wird prinzipiell allen Personen in gleichem Maße gewährt und kann durch schriftliche, beglaubigte Dokumente auch an Gemeinschaften und Gruppen vergeben werden. Land kann jedoch nicht übertragen, gepachtet oder mit Hypotheken belastet werden. Nur iNutzungsrechte dürfen übertragen oder vererbt werden. Wenn Gemeinschaften oder Individuen ein Land länger als zehn Jahre besetzt haben, erhalten sie das Recht zur Bewirtschaftung ohne Beurkundung.  Bevor ein Landnutzungstitel an einen Investor vergeben werden kann, muss eine sogenannte Consulta, eine Anhörung der Bevölkerung, durchgeführt werden. Obwohl dies in der Landreform gesetzlich festgelegt ist, kommt es durch mangelnde Überprüfung von Regierungsvertretern oft vor, dass schon von Kleinbauern genutztes Land ohne ihr Einverständnis einfach an Großunternehmen verpachtet wird.

Weitere Information zu Landpolitik:
http://www.dialogundpolitik.org/fileadmin/Bibliothek/DP/pdfs/gLRMosambik.pdf

Jahr
Investor
Ort
Fläche/ha
Investitionsvolumen
Landnutzung
Status
Kommentar/Quelle
 
China
 
800 Mio. US$
Reis
Unterbrochen (politischer Widerstand)
Mozambique: China’s Farming Ambitions Take Shape
 
Sekab (Schweden)
 
100.000 ha
Agrartreibstoffe
Unbekannt
 
 
Procana Limitada
Massingir, Gaza Provinz am Limpopofluss
30.000 ha
Zuckerrohr
Landrechte missachtet; Vertrag aufgelöst
Biofuels and Landrights
 
Südafrikanisches- mosambikanischen Konsortium
Moamba, Magude: Provinz Maputo
29.000 ha
Zuckerrohr
Land erworben
 
 
China
Distrikt Nacala
150.000 ha
Unbekannt
Einzelheiten unbekannt
 

Weitere Links und interessante Artikel:
Landnahme in Mosambik - Studie Oakland Institute

http://farmlandgrab.org/wp-content/uploads/2010/04/TAZ_INKOTA_Landraub.pdf