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UN_MDGs
Millenniumentwicklungsziele
MDGs - Der historische Kontext

Das 20. Jahrhundert

  • Das 20. Jahrhundert war mit über 100 Millionen Toten eines der blutigsten der Geschichte der Menschheit. Neben wirtschaftlichen Interessen lagen die Ursachen oft in rassistischen, nationalistischen und religiösen Ideologien. Die Folgen waren unermessliches menschliches Leid und eine massive Zerstörung in der Welt und der Umwelt.
  • Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet durch eine explosionsartige Entwicklung der Wissenschaften und der technischen Erfindungen. Dadurch wird zum ersten Mal in der Geschichte eine adäquate Versorgung der Grundbedürfnisse aller Menschen möglich.
  • Das 20. Jahrhundert brachte auch die einmalige Errungenschaft des Sozialstaates hervor. Getragen von einem gesellschaftlichen Konsensus ist der Staat verantwortlich für die Grundversorgung seiner Bürger, vor allem der sozial schwachen.

  • Im letzten Jahrzehnt wurden die Grundlagen dieser nationalen Solidarität unterhöhlt durch massiven Missbrauch des Sozialstaats, durch den Sieg der neo-liberalen Wirtschaftsideologie und die steuerliche Umverteilung des Reichtums von den ärmeren zu den reicheren Bevölkerungsschichten.

Ein ekklatanter Widerspruch

  • Das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich ist besonders deutlich zwischen den Industriestaaten des Nordens und den Entwicklungsländern des Südens. Die Entkolonisierung brachte den Ländern des Südens nicht den erhofften Fortschritt. Ursachen waren Korruption und Machtmissbrauch der neuen Eliten, eine Bevölkerungsexplosion sowie die weitergehende Ausbeutung der Ex-Kolonien durch Schulden und unfaire Handelsbeziehungen.
  • Der eklatante Widerspruch zwischen der technischen Möglichkeit eines weltweiten Wohlergehens und der tatsächlichen extremen Armut von 2 Milliarden Menschen, ist ein Skandal für die Menschheit und insbesondere für Christen, die sich dem Beispiel Jesus Christi und seiner Hinwendung zu den Armen verpflichtet wissen.

Vorbereitung durch UN-Konferenzen

Die Erkenntnis der Ursachen und inneren Zusammenhänge zwischen Armut, Konflikten und Umweltzerstörung wurden im letzten Jahrzehnt in einer Serie von UN-Konferenzen beleuchtet und führten zu Lösungsvorschlägen. Durch die großen UN-Weltgipfel und ihre wichtigen Themen wuchs das Bewusstsein einer globalen Solidarität:

1992 Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung Rio de Janeiro
1993 Weltmenschenrechtskonferenz Wien
1994 Weltkonferenz über Bevölkerung und Entwicklung Kairo
1995 Weltgipfel für soziale Entwicklung Kopenhagen
1995 Vierte Weltfrauenkonferenz Bejing
1996 Welternährungsgipfel Rom


Diese Weltgipfel und die Unterzeichnung mehrerer internationaler Konventionen legen den Grundstein für einen globalen Konsens, für das 21. Jahrhundert die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden durch Entwicklung zu schaffen.

Die Jahrtausendwende

Die Euphorie eines neuen Jahrtausends schaffte ein politisches Klima, in dem sich im September 2000 auf dem Millenniumsgipfel in New York 189 Staats- und Regierungschefs auf die Millenniumserklärung einigten mit dem Ziel, „die Fundamente für eine friedlichere, bessere und gerechtere Welt“ zu leben. Ein besonderer Paragraph in der Millienniumserklärung ist den besonderen Bedürfnissen Afrikas gerecht zu werden.

  • „Wir haben die Verantwortung, an den Prinzipien der Menschenwürde und Gleichheit auch auf der globalen Ebene festzuhalten...(1)

  • "Wir sind entschlossen, einen gerechten und dauerhaften Frieden auf der Welt zu schaffen... (4)

  • „Wir glauben, dass es eine zentrale Herausforderung unserer Zeit ist, sicherzustellen, dass die Globalisierung eine positive Kraft für alle Völker der Welt wird. (5)“