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ALLGEMEINES

 

"The Blue Planet," auf überdimensionaler Leinwand im IMAX Kino, hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck. Und da lesen wir in den ersten Versen der Bibel: "Der Geist Gottes schwebte über den Wassern" und einige Zeilen weiter: "Gott sah alles, was er geschaffen hatte, und es war sehr gut". Vielleicht begreifen wir erst heute, dass uns Menschen dieser wunderschöne blaue Planet zu sorgsamem Umgang anvertraut ist, damit wir und Generationen nach uns Leben haben.

Wasser ist ein einzigartiges Gut. Wasser ist Leben, sagen die Tuareg. Wasser kann durch nichts ersetzt werden

Auch wenn es im Blue Planet der Eindruck vermittelt wird, ist in Wirklichkeit Wasser keineswegs im Überfluss vorhanden. Es darf deshalb nicht zu einer gewöhnlichen Ware degradiert werden.

  • Der weitaus größte Teil der Wasservorräte der Erde ist Salzwasser. Nur etwa 2,5% der Wasservorräte sind Süßwasser, nur ein Bruchteil davon ist als Trinkwasser verfügbar. Gleichzeitig steigt die Nachfrage rapide, mehr als doppelt so schnell wie die Bevölkerung.
  • Zudem sind diese Vorräte geographisch sehr ungleich verteilt. Während die meisten Industrieländer in "wasserreichen" Gebieten liegen, sind viele Regionen des Südens "wasserarm". Aber auch wirtschaftliche und technologische Unterschiede führen dazu, dass das Wasser vielfach sehr ungleich verteilt ist: So liegt der tägliche Wasserverbrauch je Einwohner in Südkalifornien bei über 3.000 Litern, in Mitteleuropa bei 300. Dem gegenüber hat ein Industrieland wie Deutschland mit durchschnittlich 129 Litern pro Person und Tag, wovon lediglich 2 Liter getrunken werden, einen vergleichsweise niedrigen Wasserverbrauch. Einem Sahel-Bewohner stehen im Schnitt nur 30 Liter Wasser am Tag zum Trinken, Kochen und Waschen zur Verfügung, so viel, wie ein Bewohner Deutschlands tagtäglich allein für die Toilettenspülung verwendet.

Prognosen wie jüngst vorgestellt beim Stockholmer Wassergipfel warnen, dass im Jahr 2025 nahezu ein Drittel der Weltbevölkerung, 2,7 Milliarden Menschen, in Regionen mit schwerer Wasserknappheit leben werden.

Durch Verknappung und ungleiche Verteilung drohen Konflikte um Wasser zwischen verschiedenen Nutzern wie der Landwirtschaft, der Industrie und den städtischen Haushalten, zwischen Regionen oder zwischen Staaten.

Wie beim Hunger in der Welt ist der Hauptgrund für die krisenhafte Situation - von Ausnahmesituationen abgesehen - nicht ein absoluter Mangel. Verantwortlich sind vor allem die Mechanismen, wie mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen wird: "Wir verwalten sie einfach zu schlecht", meint William Cosgrove, Vize-Präsident des Weltwasserrates.

Ein UN-Bericht vom Juni 2002 warnt in ungewöhnlich deutlicher Form davor, Wasser in erster Linie als Wirtschaftsgut zu betrachten und es allein den auf Gewinnerzielung ausgerichteten Marktinteressen zu unterwerfen. Statt dessen müssten die Versorgung mit Trinkwasser und die Abwassersanierung als Menschenrechte verstanden werden. Staaten sollten alles in ihrer Kraft stehende tun, damit speziell die ärmsten Bevölkerungsschichten an diesen Rechten praktisch teilhaben können.

Die alte und grundsätzliche Frage, wem Wasser gehört und wer in Zukunft darüber verfügen soll, stellt sich neu und drängend.

Durchschnittlicher täglicher Wasserverbrauch pro Einwohner

Südkalifornien 3.000 Liter

Mitteleuropa 300 Liter

Deutschland 129 Liter

Sahel 30 Liter