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Netzwerk Afrika  > Themen  > Wasser

WASSER WAHREN statt WASSER WARE

PRINZIPIEN UND FORDERUNGEN

Grundprinzipen für eine nachhaltige Lösung der Wasserkrise

  • Öffentliche Kontrolle und Transparenz;
  • Breite Beteiligung der Bevölkerung an der Ausarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen;
  • Lokal angepasste und auf die Erfordernisse und Möglichkeiten abgestimmte Lösungen, statt überdimensionierte, technologisch aufwändige Standardlösungen aus dem Baukasten von Multi-Utility-Konzernen.

Solche alternative Lösungen zu Wasserprivatisierung und PPP sind durchaus auch ohne ausländische Investoren zu finanzieren.

"Es ist klar, dass ein Problem dieser Größenordnung nicht über Nacht gelöst werden kann. Aber es gibt einfache, preiswerte, individuelle und gemeinschaftliche Maßnahmen, wie Millionen und Abermillionen Menschen in Entwicklungsländern mit sauberem Wasser versorgt werden können - und zwar jetzt, nicht erst in 10 oder 20 Jahren. Wir können uns nicht den Luxus leisten, auf große Infrastrukturinvestitionen zu warten, um alle, die es benötigen, mit Wasser und sanitären Einrichtungen zu versorgen. Das ist nicht sinnvoll, inakzeptabel und ignoriert die unmittelbaren Prioritäten der Bedürftigsten."

Die Entwicklungspolitik sollte sich daher darauf konzentrieren, die Umsetzung und Verbreiterung solcher Alternativen, die schnell und zielgerichtet die Versorgung der Armen mit Wasser und sanitären Einrichtungen verbessern können, zu unterstützen - gemeinsam mit den Menschen vor Ort, nicht mit Konzernmanagern.

(Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, anlässlich des Weltwassertages 2001

Quelle: Uwe Hoering in Südwind - Magazin Febr. 2003)

Unsere Forderungen

Wir als Netzwerk Afrika Deutschland, zusammen mit dem Africa-Europe Faith and Justice Network (AEFJN) betrachten Wasser als ein Gemeingut und den Zugang zu Wasser als ein unveräußerliches Recht für die Gesundheit jeder Person und jeder Gemeinschaft. Es ist wesentlich zum Fortbestand des Lebens, zum sozialem Fortschritt und zur wirtschaftlichen Entwicklung in Afrika. Die Lösungen der Probleme um den Zugangs zu Wasser müssen daher an erster Stelle das Wohlergehen der ganzen Gesellschaft berücksichtigen. Die Tatsache, in Afrika die Dienstleitungen im Wassersektor den alleinigen Kräften des Marktes zu überlassen, wird nicht den Zugang zu Wasser und zur Abwassersanierung für die gesamte Bevölkerung garantieren und jede dauerhafte Entwicklung auf sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Ebene gefährden.

Wir fordern die Bundesrepublik Deutschland auf, sich beim Weltwasser-Forum in Kyoto und bei den GATS Verhandlungen der EU mit allen Kräften dafür einzusetzen:

  1. Dass der Zugang zu Wasser als ein Recht für alle gewährleistet bleibt;

  2. Dass die öffentlichen Dienstleistungen im Bereich Wasserversorgung und Abwassersanierung privaten Dienstleistungen bevorzugt werden;

  3. Dass die internationalen Finanzinstitutionen bevorzugt ihre Hilfen der öffentlichen Hand zur Verfügung stellen, damit garantiert werden kann, dass der Zugang zu Wasser und die Abwassersanierung für alle gewährleistet ist, wie es beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg vereinbart wurde;.

  4. Dass die Europäische Kommission sich im Rahmen der laufenden Verhandlungen innerhalb des GATS Rates für eine eindeutige Aussage engagiert, die sicherstellt, dass die Dienstleistungen für Trinkwasserversorgung und Abwassersanierung aus dem General Agreement on Trade in Services (GATS) ausgeschlossen bleiben.

Wir fordern alle international agierenden Wasserkonzerne auf, sich an die Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen zu halten und bei Vertragsabschlüssen zu beachten

 

  1. Dass das Recht auf Wasser für jede Person respektiert wird;

  2. Dass die knappen Wasserreserven geschützt werden.